Rudi Dolezal bringt sein neues Falco-Buch ins Rathaus
Vierzig Jahre nach „Rock Me Amadeus“ bleibt Falco ein Fixpunkt der österreichischen Popgeschichte. Im Wiener Rathaus präsentierte Regisseur und langjähriger Wegbegleiter Rudi Dolezal nun sein neues Falco-Buch „Falco – Die ganze Wahrheit“ (edition a) und brachte die dazugehörige Falco-Leseshow erstmals vor Publikum auf die Bühne.

Präsentation des Buchs „Falco – Die ganze Wahrheit“ von Rudi Dolezal in der Volkshalle. | © keymedia
Geschichten aus den 80ern
Wer die Volkshalle im Wiener Rathaus kennt, weiß: Hier ist schon viel passiert. Der Raum, einst als Versammlungsort des Volkes gedacht, wirkt mit seiner breiten Treppe vom Rathausplatz bis heute wie eine Bühne für öffentliche Erinnerungen. Am Donnerstagabend gehörte sie ganz einem Namen, der in Österreich längst mehr ist als Popgeschichte: Falco.
Anlass war das 40-jährige Jubiläum von „Rock Me Amadeus“, jenem Song, der 1986 als erster deutschsprachiger Titel die Spitze der US-Billboard-Charts erreichte – ein Kunststück, das bis heute niemand wiederholt hat. Begleitet wurde der Abend von der Präsentation des neuen Buches „Falco – Die ganze Wahrheit“, erschienen im Verlag edition a, das parallel zur Leseshow vorgestellt wurde.
Erinnerungen an die wilden Jahre
Den Auftakt übernahm Anita Eichinger von der Wienbibliothek, danach sprach Bürgermeister Michael Ludwig. Seine Laudatio führte zurück in die Zeit, in der Wien musikalisch plötzlich Weltformat bekam und Falco als Number #1 der US Billboard-Charts eine Nation mit Stolz erfüllte.
Ludwig erinnerte an die Energie der 1980er-Jahre, an Clubs, Studios und an jene Generation von Musikern, die den Austropop international sichtbar machte. Im Publikum saßen zahlreiche Zeitzeugen dieser Ära – darunter Ferdi Bolland, Boris Bukowski und Wickerl Adam, deren Namen bis heute eng mit dieser Epoche verbunden sind.
Ebenfalls unter den Gästen waren Horst Bork, langjähriger Manager und enger Vertrauter Falcos, Falco-Gitarrist Peter Vieweger sowie der Kulturjournalist Christoph Hirschmann.
Auch Mario Rossori, über Jahrzehnte eng mit Falco und dessen Umfeld verbunden, begleitete seinen Freund Rudi Dolezal ins Rathaus. Als Promoter und Manager organisiert er die Falco-Leseshow, die nun durch Österreich und Deutschland touren soll. Ebenfalls gesehen wurde Caroline Perron, die letzte große Liebe des österreichischen Popstars.
Buch „Falco – Die ganze Wahrheit“
„Falco – Die ganze Wahrheit“ ist ein sehr persönliches Projekt. Dolezal kannte Hölzel, lange bevor der Name Falco weltweit bekannt wurde. Einige Erinnerungen aus dieser Zeit finden nun erstmals ihren Weg in Buchform.
Dolezal inszenierte sämtliche Falco-Videos, von „Rock Me Amadeus“ bis zu „Jeanny“, und prägte damit das visuelle Bild des Künstlers entscheidend mit. Das Buch versammelt Erinnerungen aus dieser Zeit, ergänzt um bislang unveröffentlichtes Material, Fotos und Geschichten aus nächster Nähe zur Szene.
Leseshow mit Schätzen aus dem DoRo-Archiv
Als nach dem Bürgermeister schließlich Rudi Dolezal ans Pult trat, begann die Lesung in der Volkshalle im Wiener Rathaus mit einem persönlichen Moment: Seine ersten Worte galten einem Dank an seine Kinder Benni und Ruby – eine Geste, die dem Abend einen privaten Auftakt gab. Gleich danach wurde ein Zusammenschnitt aus Videoclips gezeigt.
Im weiteren Verlauf zeigte sich, dass Dolezal mit dieser Form der Leseshow über Jahre hinweg Routine entwickelt hat. Gerade die Kapitel rund um Falco wirken bei ihm fast wie ein zweites Gedächtnis. Viele dieser Geschichten erzählt er seit Jahren – immer wieder ergänzt um neue Details und bislang unveröffentlichte Bilder.

Auch Bürgermeister Michael Ludwig war Gast der Lesung in der Volkshalle. | © keymedia
Das Publikum bekam dabei genau das, was es sich von so einem Abend erwartet: Anekdoten aus erster Hand, ergänzt durch Videos in VHS-Qualität und eine Bildästhetik, die an die frühen Jahre des Musikfernsehens erinnert.
Zwischen Erinnerung und Verklärung
Vier Jahrzehnte nach „Rock Me Amadeus“ zeigt sich einmal mehr, wie stark Falco im kulturellen Gedächtnis verankert ist. Kaum ein österreichischer Musiker hat eine vergleichbare Strahlkraft entwickelt – national wie international.
Das neue Buch bei edition a fügt dem Puzzle weitere Erinnerungsteile hinzu. Ob darin noch unbekannte Kapitel stecken, bleibt eine Frage, die jeder Leser für sich beantworten wird. Dass im Lauf der Zeit weitere Erinnerungen hinzukommen – oder zurückkehren –, erscheint nicht ausgeschlossen.
(red)


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