Mit Olympiagold zur Sportlerin des Jahres 2026
Bei der Sporthilfe-Gala in der Wiener Stadthalle wurden am 15. Oktober zwei Erfolge des Heeressports gewürdigt: Janine Flock erhielt den Niki als Sportlerin des Jahres 2026, Johannes Aigner wurde mit seinem Guide Nico Haberl als Sportler des Jahres mit Behinderung ausgezeichnet. Flock gehört dem Heeres-Leistungssportzentrum Innsbruck an und trägt den Dienstgrad Zugsführer. Gemeinsam mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner standen die drei auf der Bühne. Für die Skeleton-Olympiasiegerin war es bereits die zweite Ehrung innerhalb weniger Tage.
Von der Tirolerin zur Sportlerin des Jahres
Am 10. Oktober hatte der Club Tirol beim traditionellen Tirol-Empfang an der Universität Wien seine Auszeichnungen vergeben. Neben Flock als Tirolerin des Jahres wurde SPAR Österreich-Vorstandsvorsitzender Hans K. Reisch als Tiroler des Jahres geehrt. Die Laudationen hielten Skeleton-Profi Matthias Guggenberger und SPAR-Aufsichtsrat Rudolf Staudinger.
Fünf Tage später folgte für Flock die Auszeichnung bei der Sporthilfe-Gala. In der Wahl der österreichischen Sportjournalistinnen und Sportjournalisten setzte sie sich gegen Skirennläuferin Julia Scheib und Mountainbikerin Valentina Höll durch.

Laudator Matthias Guggenberger, Tirolerin des Jahres Janine Flock, Tiroler des Jahres Hans K. Reisch und Laudator Rudolf Staudinger (v. l.). | © Club Tirol/ Ulrike Wieser
Den sportlichen Grundstein für die Ehrungen hatte Flock im Februar gelegt: In Cortina d’Ampezzo gewann sie mit 36 Jahren olympisches Gold. Nach drei Gesamtweltcupsiegen und vier Europameistertiteln holte sie damit jene Medaille, die ihr noch gefehlt hatte. Acht Jahre zuvor war sie bei Olympia in Pyeongchang nach drei Läufen in Führung gelegen und im entscheidenden Durchgang auf Platz vier zurückgefallen.
Was das Bundesheer für Spitzensportler leistet
Flock gehört zu den Athletinnen, deren sportliche Laufbahn durch die Spitzensportförderung des Bundesheeres unterstützt wird. Bei einer freiwilligen Längerverpflichtung umfasst dieses Modell ein monatliches Gehalt sowie Kranken- und Sozialversicherung. Die Dienstzeit kann fast ausschließlich für Training und Wettkämpfe genutzt werden.
Damit erhalten geförderte Sportlerinnen und Sportler eine finanzielle Grundlage und Zeit für ihren Trainingsalltag. Wettkampfreisen und Vorbereitung lassen sich innerhalb des Dienstverhältnisses organisieren. Das Bundesheer unterhält elf Heeres-Leistungssportzentren; jährlich gehören nach seinen aktuellen Angaben rund 500 Personen zum Förderprogramm, darunter etwa 30 im Behindertensport.
Für qualifizierte wehrpflichtige Spitzensportler ist nach der militärischen Basisausbildung eine Versetzung ins Heeressportzentrum möglich. Für länger verpflichtete Leistungssportlerinnen und Leistungssportler ist darüber hinaus Berufsförderung während oder nach dem Dienstverhältnis vorgesehen. Sie soll den Übergang in das anschließende Berufsleben unterstützen.
Training braucht auch Zeit zur Erholung
Zu Flocks Weg gehört neben der körperlichen Vorbereitung der Umgang mit Belastung und Rückschlägen. Vor den Winterspielen 2026 musste sie nach einer im Training erlittenen Gehirnerschütterung pausieren und ließ das Weltcupfinale aus. Einen Monat später gewann sie in Cortina Gold.
Auch mentale Arbeit ist Teil ihres sportlichen Alltags. Im Sommer lud der Tiroler Leichtathletikverband zu einem Gespräch mit Flock über mentale Stärke und Sportpsychologie ein. Als Themen waren Leistungsdruck, Fokus, Routinen und der Umgang mit Rückschlägen angekündigt.
Die Ehrung zur Sportlerin des Jahres 2026 würdigt den Erfolg auf der Eisbahn. Zu den Voraussetzungen für eine langjährige Laufbahn gehören auch Trainingszeit, soziale Absicherung und eine Perspektive über den nächsten Wettkampf hinaus.
(PA/red)


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