Waves Vienna bringt 107 Acts an den Gürtel

Von 1. bis 3. Oktober bringt Waves Vienna 107 Acts aus Österreich und zahlreichen weiteren Ländern auf die Bühnen entlang des Wiener Gürtels. Bereits am 30. September beginnt das Festivalwochenende mit einer Block Party vor dem Fernheizwerk Spittelau. Das Vereinigte Königreich ist 2026 „Guest of Honor“.

Das Grundprinzip des Showcase-Festivals bleibt bestehen: Viele noch wenig bekannte Acts spielen kurze Konzerte in unmittelbarer Nähe zueinander. Zu den Spielstätten gehören rhiz, Chelsea, Loop Wien, The Loft, Café Carina, Lucia, Coco und weitere Lokale. Die Waves Vienna Conference übersiedelt unterdessen in die Albert Hall.

Neue Zuständigkeiten in der Festivalleitung

Giovanna Fartacek übernimmt künftig die Verantwortung für den Festivalbereich. Gründer Thomas Heher bleibt für Conference, internationale Projekte und Kooperationen zuständig. Gemeinsam sollen sie Waves Vienna strategisch weiterentwickeln.

Das österreichische Duo Cute Aggression sitzt in Jeanskleidung vor der Kamera

Cute Aggression aus Österreich spielt beim Waves Vienna 2026. | © Luca Celine

Ein deutlicher Richtungswechsel zeichnet sich mit der neuen Aufgabenverteilung nicht ab. Fartacek leitete bereits seit 2024 das Booking und war an der bisherigen Programmgestaltung beteiligt. Neben ihrer Arbeit als Kulturproduzentin und Kuratorin ist sie selbst Musikerin in mehreren Formationen.

Neu ist auch die Zusammenarbeit mit der Internetplattform Rausgegangen. Das deutsche Portal für Veranstaltungsempfehlungenl und Ticketverkauf wird als Main Partner genannt. Mit der Kooperation startet Rausgegangen nach eigenen Angaben erstmals außerhalb Deutschlands – in Wien.

Prävention wird Teil der Festivalstruktur

Einen prominenten Platz nimmt das Präventionsventionskonzept gegen Machtmissbrauch ein. Es gilt für Mitarbeitende, Volunteers, Künstlerinnen und Künstler, Vortragende, Delegierte, Partnerinstitutionen, Sponsoren und Dienstleister.

Waves Vienna nennt hierarchische Abhängigkeiten, den Arbeitsdruck während des Festivals, die Nähe in Backstagebereichen und mögliche Grenzüberschreitungen bei Abendveranstaltungen als Risiken. Vorgesehen sind verpflichtende Briefings, ein gekennzeichnetes Awareness-Team und Rückzugsräume im Festivalzentrum. Verdachtsfälle und Grenzüberschreitungen sollen vertraulich gemeldet, anonymisiert dokumentiert und regelmäßig ausgewertet werden.

Die argentinische Band Kumbia Queers sitzt gemeinsam vor einer bemalten Wand

Kumbia Queers aus Argentinien spielt beim Waves Vienna 2026. | © Artist

Das Konzept beruft sich unter anderem auf seit Juli 2025 geltende Bundesrichtlinien zur Prävention von Machtmissbrauch und zum Kinderschutz. Kinder und Jugendliche seien laut Festival allerdings nicht in das Projekt involviert.

Das Festival geht mit seinem Code of Conduct und dem ergänzenden Präventionskonzept über Hilfestellungen im konkreten Anlassfall hinaus. Schulungen, Meldewege, Dokumentation und jährliche Evaluation werden bereits im Vorfeld organisiert. Damit schafft sich Waves Vienna ein eigenes Kontrollsystem. Publikum, Mitwirkende und die eigene Organisation werden vorsorglich als mögliche Konfliktfelder behandelt, noch bevor das erste Konzert beginnt.

Nachwuchs dokumentiert das Festival

Seit 2. September nimmt Waves Vienna Bewerbungen für sein Media Lab entgegen. Bis 10. September können sich Interessierte für das Official Photo Team oder das Creative Lab bewerben. Sie sollen Konzerte, Menschen sowie das Geschehen vor und hinter den Bühnen mit Foto, Video oder Text begleiten. Angeboten werden Workshops zu Konzertfotografie und Kulturjournalismus, Kontakte in die Musikbranche und ein Pro Pass.

Der österreichische Act Kurpark hält ein großes Blatt vor das Gesicht

Kurpark aus Österreich gehört zum Line-up des Waves Vienna 2026. | © Artist

Eine formale Verbindung zwischen dem Media Lab und dem Awareness-Team nennt das Festival nicht. Gemeinsam ist beiden Bereichen der organisierte Blick auf das Geschehen: Während das Präventionskonzept die Erfassung möglicher Grenzüberschreitungen vorsieht, entstehen im Media Lab die Bilder und Geschichten des Festivals.

Im Zentrum stehen die 107 Acts und ihr Publikum. Ergänzt wird das Programm durch den XA Export Award, ein neues Young Professionals Programme und die Conference zu Musikexport, Medien, Technologie und neuen Geschäftsmodellen.

Mehr Infos: www.wavesvienna.com

(PA/red)