VOI fesch bringt Street Art auf vier Lüftungstürme

Vier Lüftungstürme beim Wiener Westbahnhof haben ihre grauen Betonflächen gegen Kunst getauscht. Unter dem Titel „Bunte Türme für die Nachbarschaft“ wurden sie im September in einem dreitägigen Street-Atelier gestaltet. Initiiert hat das Projekt die Inklusionsagentur VOI fesch, umgesetzt wurde es gemeinsam mit der Gebietsbetreuung Stadterneuerung. Es verbindet das Interesse an Graffiti und legaler Kunst im öffentlichen Raum mit inklusiver Stadtgestaltung. Am 20. Oktober wurden die Arbeiten mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern sowie Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht präsentiert.

Gemeinsam vom Entwurf auf den Beton

Die vier Werke verteilen sich auf den Europaplatz und den Helga-Pollak-Kinsky-Park in Rudolfsheim-Fünfhaus. Sie beschäftigen sich mit „Unterwegssein“, „Ankommen“, „Füreinander“ und „Miteinander“. Zusammen nehmen sie rund 100 Quadratmeter ein und sind im öffentlichen Raum frei zugänglich.

An den Türmen arbeiteten Bettina Onderka, Suzana Jalloul, Michi Ertl und Simon Werl gemeinsam mit den Street-Art-Kunstschaffenden Jeremias Altmann alias El Jerrino, Axel Schindler und Käthe Löffelmann. Die Entwürfe entstanden zunächst in gemeinsamen Workshops, bevor sie auf die großen Flächen übertragen wurden. Menschen mit und ohne Behinderungen waren damit sowohl an der Entwicklung der Motive als auch an deren Umsetzung beteiligt.

Vier Projektbeteiligte vor dem bunt gestalteten Lüftungsturm „Füreinander“ im Helga-Pollak-Kinsky-Park.

Künstler Michi Ertl, Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht, Street-Artist Axel Schindler und Alfred Mansfeld, Vorsitzender der Kulturkommission Rudolfsheim-Fünfhaus (v. l.), vor dem Kunstwerk „Füreinander“ im Helga-Pollak-Kinsky-Park. | © Daniel Dutkowski

„Wow, ich bin jetzt Teil der Stadt“, beschreibt Simon Werl seine Erfahrung. Die Arbeiten sind nun Teil eines Viertels, in dem Menschen zum Bahnhof unterwegs sind, einkaufen, wohnen oder eine Pause im Park verbringen.

Vier Themen, vier Patenschaften

Finanziert wurde das Projekt durch Turmpatenschaften und die Bezirkskulturförderung Rudolfsheim-Fünfhaus. Die Wiener Linien übernahmen die Patenschaft für „Unterwegssein“, IKEA für „Ankommen“, das Primärversorgungszentrum PVE Wien West für „Füreinander“ und UNIQA für „Miteinander“.

Für VOI fesch-Gründer und Geschäftsführer Helmuth Stöber gehört die Begegnung mit den Werken zum Anliegen des Projekts: „Wir wollen der Kunst von Menschen mit Behinderungen eine Bühne geben. Hier steht sie mitten in Wien: Menschen bleiben stehen, schauen hin und kommen ins Gespräch.“

Vom Modelabel zur Inklusionsagentur

2016 als Modelabel gegründet, bringt VOI fesch Kunst von Menschen mit Behinderungen auf Kleidung, Alltagsprodukte, Fahrzeuge und große Flächen. Als Inklusionsagentur entwickelt das Team mit Unternehmen und Organisationen Designlösungen und gemeinsame Kunstprojekte. Dazu kommen Beratung zu Inklusion und Kunstpreise.

(PA/red)