© EDWAm Freitag, dem 29. Mai 2026, wird Wien erneut zur Bühne für Begegnung, Musik und gesellschaftlichen Dialog: Bei der 22. Langen Nacht der Kirchen öffnen mehr als 170 Kirchen in der Bundeshauptstadt ihre Türen und bieten gemeinsam über 1000 Stunden Programm. Unter dem Motto „MUTeinander“ stehen heuer Offenheit, Zusammenhalt und neue Perspektiven im Mittelpunkt. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist bei der Lange Nacht der Kirchen ist frei, viele Programmpunkte können ohne Anmeldung besucht werden. Offiziell beginnt die Lange Nacht mit dem österreichweiten Glockengeläut um 17:50 Uhr.
Von Kirchturm-Abseilen bis Theaterabend
Die Erzdiözese rechnen allein in Wien mit mehr als 100.000 Besucherinnen und Besuchern. Das Programm reicht von spirituellen Angeboten bis zu ungewöhnlichen Erlebnissen. Besonders halsbrecherisch wird es in der Erlöserkirche in Liesing: Dort können sich Besucherinnen und Besucher professionell gesichert vom Kirchturm abseilen lassen. In Favoriten zeigt die Performance „Ephemera – Augenblicke der Begegnung“ in der Kirche St. Anton von Padua poetische Zirkuskunst mit Akrobatik und leuchtenden Objekten.

Evangelische Christuskirche Matzleinsdorf. | © EDW
Auch gesellschaftspolitische Themen nehmen breiten Raum ein. Im Club 4 am Stephansplatz wird Robert Schneiders Theaterstück „Dreck“ aufgeführt, das sich mit Vorurteilen, Fremdheit und Integration auseinandersetzt. Anschließend ist ein moderiertes Gespräch geplant. Das Tageshospiz Aumannplatz wiederum öffnet seine Türen und gewährt Einblicke in Begleitung und Betreuung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen.
Im Erzbischöflichen Palais lädt ein Abendessen unter dem Titel „MUTeinander ins Gespräch kommen“ zu Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Aufgrund begrenzter Plätze ist dafür eine Anmeldung erforderlich.
Musik zwischen Gregorianik, Rap und Balkan-Klängen
Musikalisch spannt die Lange Nacht der Kirchen erneut einen weiten Bogen. In der Bernardikapelle im Heiligenkreuzerhof erklingt gregorianischer Choral bei einer lateinischen Vesper der Zisterziensermönche aus Heiligenkreuz. Die evangelisch-koreanische Gemeinde verbindet traditionelle koreanische Chormusik mit geistlichen Liedern.
Ganz andere Töne kommen aus Floridsdorf: Dort tritt OMGHZ mit Rap aus Floridsdorf auf, anschließend folgt eine Afterparty im Kirchenkeller. In Favoriten sorgt die Wiener Tschuschenkapelle mit Balkanmusik, orientalischen Klängen und Wiener Liedern für einen musikalischen Ausklang.
Auch Benefizveranstaltungen sind Teil des Programms: In Aspern spielen junge Musiker:innen österreichische Pop- und Rockklassiker zugunsten der WE&ME Stiftung für ME/CFS-Forschung.
Verborgene Orte und neue Einblicke
Neben Konzerten und Diskussionen locken zahlreiche Führungen und Spaziergänge. Bei einer Tour der Austria Guides stehen mutige Frauen der Wiener Geschichte im Mittelpunkt. Eine weitere Tour führt auf den Spuren polnischer Heiliger durch mehrere Kirchen der Innenstadt.
Seltene Einblicke bietet zudem die Kapelle der Rossauer Kaserne, die nur im Rahmen der Langen Nacht öffentlich zugänglich ist. In der Kirche Alser Vorstadt wiederum werden neu entdeckte barocke Kuppelfresken präsentiert, die erst 2025 freigelegt wurden.
Titelbild: Andacht in der Votivkirche | © EDW

