Goldenes Kreuz und Confraternität ziehen zusammen
Die Wiener Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz stehen seit Jahrzehnten für private Spitzenmedizin in der Hauptstadt. Nun beginnt ein neues Kapitel: Ab Montag, 30. März 2026, wird der medizinische Betrieb beider Häuser vorübergehend gemeinsam in der Lazarettgasse 16–18 im 9. Bezirk geführt. Hintergrund ist ein umfassender Neubau, der bis Ende 2028 in der Skodagasse im 8. Bezirk (Josefstadt) entstehen soll.
Die beiden traditionsreichen Einrichtungen liegen heute nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Mit dem Neubau wird erstmals ein gemeinsamer Klinikbetrieb unter einem Dach realisiert. Für viele Patientinnen und Patienten – auch aus dem Ausland – zählt diese Entwicklung zu den bedeutenderen Veränderungen im Wiener Privatklinik-Segment der vergangenen Jahre.
Zwei Wiener Privatkliniken mit langer Geschichte
Sowohl die Privatklinik Confraternität als auch die Privatklinik Goldenes Kreuz gehören zu den bekanntesten privaten Gesundheitsinstitutionen Wiens. Beide Häuser genießen seit vielen Jahren den Ruf, insbesondere im Bereich der Privat- und Wahlarztmedizin hoch spezialisierte Behandlungen anzubieten.
Das Goldene Kreuz wurde bereits im 19. Jahrhundert gegründet und ist besonders für Geburtshilfe, Frauenmedizin und chirurgische Eingriffe bekannt. Viele Wiener verbinden das Haus mit einer langen Tradition in der privaten Geburtshilfe.
Die Confraternität wiederum entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer renommierten Privatklinik mit Schwerpunkten unter anderem in Chirurgie, Innerer Medizin und Orthopädie. Beide Einrichtungen arbeiten seit Jahren eng mit niedergelassenen Fachärzten zusammen, die dort Operationen oder stationäre Behandlungen durchführen.
Gerade dieses Modell – spezialisierte Ärzte mit eigener Ordination operieren ihre Patientinnen und Patienten in einer Privatklinik – hat Wien international einen guten Ruf als Standort für private medizinische Behandlungen eingebracht. Entsprechend kommen viele Patientinnen und Patienten auch aus dem Ausland für Eingriffe in diese Häuser.
Übergangsstandort Lazarettgasse bis zum Neubau
Der bisherige Standort der Confraternität in der Skodagasse wird am Sonntag, 29. März 2026, geschlossen. Ab dem folgenden Tag findet der medizinische Betrieb beider Häuser gebündelt in der Lazarettgasse im 9. Bezirk statt.
Das Gebäude wurde dafür in den vergangenen Monaten umfassend adaptiert. Unter anderem entstanden zwei zusätzliche Operationssäle in Modulbauweise, sodass die Klinik nun insgesamt fünf OP-Säle sowie einen Endoskopie-Eingriffsraum besitzt.
Neu eingerichtet wurde auch eine Herzkatheteranlage für interventionelle Kardiologie und Angiographie. In den oberen Stockwerken befinden sich künftig ein Ordinations- und Vorsorgezentrum sowie ein Bereich für tagesklinische Behandlungen.
Bis zur Fertigstellung des Neubaus sollen dort nahezu alle medizinischen Leistungen der beiden Kliniken verfügbar sein. Eine Ausnahme bildet vorerst die MRT-Diagnostik, die erst wieder im neuen Gebäude in der Skodagasse vorgesehen ist.
Der gemeinsame Standort in der Lazarettgasse ist als Übergangslösung während der Bauphase geplant. Nach der geplanten Fertigstellung des Neubaus Ende 2028 sollen die beiden Privatkliniken gemeinsam in das neue Klinikgebäude in der Skodagasse übersiedeln.
Großes Neubauprojekt in der Josefstadt
Der geplante Klinikneubau wird auf rund 30.000 Quadratmetern entstehen und künftig 120 Betten umfassen. Rund 80 Prozent der Zimmer sollen als Einzelzimmer ausgeführt werden. Vorgesehen sind außerdem sechs Operationssäle, zwei Endoskopieeinheiten, vier Kreißsäle sowie ein modernes Diagnosezentrum mit Radiologie und Labor.
Der architektonische Entwurf stammt vom österreichischen Büro Baumschlager Eberle Architekten, das 2024 einen Realisierungswettbewerb gewann. Ziel ist ein Gebäude, das sowohl funktionale Anforderungen eines modernen Krankenhauses erfüllt als auch städtebaulich in das Umfeld der Josefstadt integriert wird. Ein öffentlich zugänglicher Gartenbereich soll künftig zusätzlichen Grünraum im dicht bebauten Bezirk schaffen.
Nachhaltigkeit im Baukonzept
Beim Rückbau des bestehenden Klinikgebäudes setzt das Projekt auf das Konzept des Urban Mining. Dabei werden möglichst viele Materialien wiederverwertet. Laut Projektangaben könnten 80 bis 90 Prozent der Baustoffe recycelt oder erneut genutzt werden.
Auch Teile des bestehenden Inventars werden weiterverwendet: Möbel, Geräte und Ausstattungselemente, die im Neubau nicht mehr benötigt werden, sollen ab Freitag, 14. März 2026, über eine Online-Auktion verkauft werden.
Langfristig soll der Neubau nicht nur medizinisch modern sein, sondern auch energieeffizient betrieben werden und stärker auf natürliches Licht sowie erneuerbare Energiequellen setzen.

Visualisierung des zukünftigen Standorts der Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz. | © Baumschlager Eberle Architekten
Pivates Gesundheitsnetzwerks
Die beiden Wiener Privatkliniken gehören zur Unternehmensgruppe Mavie Med, einem der größten privaten Gesundheitsbetreiber Österreichs. Zum Netzwerk zählen unter anderem auch die Privatklinik Döbling, die Privatklinik Wehrle-Diakonissen in Salzburg, die Privatklinik Graz Ragnitz sowie die Privatklinik Wörgl in Tirol.
(PA/red)


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