„Club der roten Bänder“ auf VOX trifft mitten ins Herz
Ein junger Mann verliert plötzlich sein Augenlicht. Eine Jugendliche beginnt ihre Leukämiebehandlung, ein anderer lebt seit seiner Kindheit mit Niereninsuffizienz. Hinzu kommen eine bipolare Erkrankung und schwere Angstzustände. Im Albertus-Klinikum finden fünf junge Menschen zueinander, deren Leben mit einem Schlag oder schon seit Jahren von Krankheit bestimmt wird.
„Club der roten Bänder – Die neue Generation“ nimmt sich keine Anlaufzeit. In nur sechs Folgen führt die Serie ihre Figuren durch Operationen, Therapien und Entscheidungen von großer Tragweite. VOX verspricht ein Erlebnis, das „unter die Haut“ und „mitten ins Herz“ gehe. In diesem Fall ist das Beschreibung und Warnung zugleich.
Ab 8. September zeigt VOX die Neuauflage dienstags um 20.15 Uhr in Doppelfolgen. In Österreich ist VOX HD unter anderem über Kabel, Satellit und das kostenpflichtige Antennenangebot von simpliTV empfangbar. Laut Sender stehen die Folgen außerdem auf RTL+, Sky und WOW zum Abruf bereit.

Die Schauspieler Mariama Jobe und Voicu Dumitras mit dem Filmteam bei einer Außenszene. | © RTL / Martin Rottenkolber
Eine neue Geschichte unter bekanntem Namen
Die ursprüngliche Serie „Club der roten Bänder“ lief von 2015 bis 2017 über drei Staffeln. Nun beginnt die Geschichte mit neuen Figuren und einem vollständig neuen Hauptensemble von vorn.
Verbunden sind beide Serien durch das fiktive Albertus-Klinikum und das Motiv der roten Patientenarmbänder. Im Original wurden sie zum Erkennungszeichen des Clubs. Welche Bedeutung sie für die neue Generation erhalten, entfaltet sich im Verlauf der Handlung.
Yoran Leicher, Mariama Jobe, Voicu Dumitraş, Greta Krämer und Jona Levin Nicolai verleihen ihren schwierigen Rollen bemerkenswerte Glaubwürdigkeit. Und jede Figur kann etwas berühren, das näher liegt als erwartet: die eigene Angst, eine Erkrankung in der Familie oder die Erinnerung an einen Menschen mit einer ähnlichen Diagnose.

Elias (Voicu Dumitras), Charlie (Greta Krämer) Nora (Mariama Jobe), Yannik (Yoran Leicher). | © RTL / Martin Rottenkolber
Getrennte Stationen, gemeinsamer Club
In einem realen Klinikum würden diese fünf Jugendlichen kaum auf derselben Station behandelt. Für Leukämie, Niereninsuffizienz und einen Hirntumor sind unterschiedliche medizinische Abteilungen zuständig. Charlie ist Patientin der Jugendpsychiatrie; auch Philipps Angststörung gehört in einen anderen Behandlungsbereich.
Als gemeinsamen Raum nutzt die Serie deshalb das gesamte Albertus-Klinikum. Yannik begegnet dort Charlie; nach und nach lernen sie Nora, Elias und Philipp kennen. Aus diesen Begegnungen entsteht der neue Club.

Yoran Leicher als Yannik bei den Dreharbeiten zu „Club der roten Bänder – Die neue Generation“. | © RTL / Martin Rottenkolber
Keine harmlose Jugendunterhaltung
Operationen, drohender Verlust des Augenlichts, Chemotherapie, Dialyse, Todesangst und eine manische Episode: Die sechs Folgen drängen zahlreiche existenzielle Erfahrungen auf engem Raum zusammen. Das glaubwürdige Spiel des Ensembles bringt sie den Zuschauern sehr nahe.
Dazwischen verlieben sich die Figuren, streiten, lachen und brechen Regeln. Freundschaft und jugendlicher Übermut schaffen Luft zum Atmen, ohne den Diagnosen ihre Schwere zu nehmen.
Wer selbst Krebs, psychische Krisen oder den Verlust eines Menschen erlebt hat, kann von einzelnen Szenen besonders stark getroffen werden. „Geht unter die Haut“ ist hier mehr als ein Werbespruch.
Fragen zur fachlichen Begleitung
Das Original geht auf die Erfahrungen des katalanischen Autors Albert Espinosa zurück. Er erkrankte als Jugendlicher an Krebs und verbrachte viele Jahre in Krankenhäusern. Die Geschichten der Neuauflage stammen von Adrian Spring und Kirsten Loose; eine aktive Beteiligung Espinosas ist nicht bekannt.
Offen bleibt vorerst, wer die Produktion medizinisch sowie kinder- und jugendpsychiatrisch beraten hat. Bei einer Serie, die so unterschiedliche Erkrankungen in großer Dichte behandelt, wäre das eine wesentliche Information.
Nach der ersten Staffel des Originals zeigte VOX eine Begleitdokumentation mit Espinosa, den Darstellern und realen Betroffenen. Für die Neuauflage ist bislang kein vergleichbares Sendeformat angekündigt.

Philipp (Jona Levin Nicolai) kämpft mit Angstzuständen und der Sorge vor Kontrollverlust. | © RTL / Martin Rottenkolber
Die Stärke ist zugleich das Risiko
„Club der roten Bänder – Die neue Generation“ setzt ganz auf die Nähe zu seinen Figuren. Das junge Ensemble gibt den Diagnosen Gesichter, Stimmen und eine eigene Widerspenstigkeit, die durchaus auch motivieren kann. Aus Krankheitsbildern werden Menschen, die lieben, verletzen, hoffen und einander tragen.
Genau darin liegt die Stärke der Serie, aber auch ihr Risiko. Fünf schwere Schicksale werden zu einem konzentrierten emotionalen Erlebnis gebündelt. Manche werden darin Trost und Lebensmut finden, andere eine kaum erträgliche Überfülle an Leid.
Welche Wirkung überwiegt, hängt wohl auch davon ab, was die Zuschauer selbst mitbringen. Die Serie kann bei Menschen auf Resonanz stoßen, die mit ähnlichen Erkrankungen leben: Ihre Ängste werden sichtbar, ohne dass die Figuren darin aufgehen. Sie bleiben neugierig, schmieden Pläne und widersetzen sich einem Alltag, der plötzlich von Befunden und Behandlungen bestimmt wird.
Info: „Club der roten Bänder – Die neue Generation“, ab 8. September 2026, dienstags um 20.15 Uhr in Doppelfolgen bei VOX.
(PA/red)


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