In Erinnerung an Lucia Šišic erhalten Herzfamilien Hilfe

Bei ihrem Besuch im Teddyhaus Linz im Oktober 2024 begegnete Lucia Šišić einer Unterstützung, die ihre eigene Familie einst vermisst hatte: einer Unterkunft für Angehörige nahe dem Krankenhaus. Knapp zwei Jahre später kommen im Gedenken an die junge Frau rund 20.000 Euro den Teddyhäusern von Herzkinder Österreich zugute. Lucia starb am 6. September 2026 mit 22 Jahren. Bei ihrer Verabschiedung bat ihre Familie darum, mit Spenden anderen Herzfamilien zu helfen.

Eine Verbindung aus eigener Erfahrung

Lucia lebte seit ihrer Geburt mit einem Herzklappenfehler. Sieben Eingriffe musste sie im Laufe ihres Lebens über sich ergehen lassen. Nach einer schweren Operation 2017 wurde sie wiederbelebt; Nervenschäden am linken Bein und Fuß machten es notwendig, das Gehen neu zu lernen.

2024 wurde sie zunächst Miss Vienna, wenig später Miss Austria. Mit der öffentlichen Aufmerksamkeit für ihre Person gab sie auch ihrer Erkrankung Raum. Sie sprach über Erfahrungen, die viele herzkranke Kinder und ihre Familien aus dem eigenen Alltag kennen.

Michaela Altendorfer (links) und die Familie von Lucia Šišić mit einem Spendenscheck über 20.000 Euro, einem Teddybären und einem gerahmten Foto von Lucia.

Michaela Altendorfer (li.), Präsidentin und Geschäftsführerin von Herzkinder Österreich, mit der Familie von Lucia Šišić. | © Herzkinder Österreich

„Sie hat ihre Geschichte genutzt, um anderen Mut zu machen und herzkranken Kindern und Erwachsenen eine Stimme zu geben. Das werden wir nie vergessen“, sagt Michaela Altendorfer, Präsidentin und Geschäftsführerin von Herzkinder Österreich.

Was die Nähe zum Kind bedeutet

Zum 15-jährigen Jubiläum des Teddyhauses Linz nahm sich Lucia Zeit, das Haus kennenzulernen und von ihrer Geschichte zu erzählen. Die Wohnmöglichkeiten für Angehörige berührten sie besonders: Als sie selbst als Kind im Krankenhaus lag, hatte ihre Mutter noch keine vergleichbare Unterkunft in der Nähe zur Verfügung.

Die Teddyhäuser in Linz und Wien bieten Familien während des Spitalsaufenthalts ihres herzkranken Kindes ein Zuhause auf Zeit. Denn die Möglichkeiten, Eltern direkt im Krankenhaus unterzubringen, sind begrenzt. Dauert eine Behandlung mehrere Wochen oder Monate, wird eine Unterkunft außerhalb des Spitals auch zur finanziellen Frage.

Ein Platz im Teddyhaus ermöglicht Angehörigen, in der Nähe zu bleiben. Für Familien, deren Alltag sich plötzlich um Untersuchungen, Operationen und das Warten auf Nachrichten dreht, fällt damit zumindest die Sorge weg, wo sie während dieser Zeit wohnen können.

Eine Bitte, die weiterhilft

Bei der Verabschiedung am 11. September auf dem Friedhof Inzersdorf in Wien-Liesing stand eine Spendenbox bereit. Zahlreiche Trauergäste folgten dem Wunsch der Familie, anstelle von Blumen die Teddyhäuser zu unterstützen.

„Die Spendenbereitschaft in einer so schweren Zeit für die Familie berührt uns zutiefst“, sagt Altendorfer. Die rund 20.000 Euro tragen dazu bei, die Unterkünfte für Herzfamilien weiter bereitzustellen. So erreicht die Hilfe in Lucias Namen Menschen in einer Situation, die sie und ihre Mutter selbst erlebt haben: wenn ein Kind im Krankenhaus liegt und die Familie bei ihm sein möchte.

(PA/red)