Wien baut Medienförderung auf vier Säulen aus

Für Medienunternehmen am Standort Wien stehen in den kommenden Jahren zusätzliche Fördermittel und neue Unterstützungsangebote bereit. Die Wirtschaftsagentur Wien erweitert die Wiener Medieninitiative um neue Programme und stellt für den Zeitraum 2026 bis 2029 insgesamt rund sechs Millionen Euro zur Verfügung.

Die Wiener Medieninitiative wurde 2019 ins Leben gerufen und unterstützt journalistische Projekte, Mediengründungen und Innovationsvorhaben. Nach Angaben der Wirtschaftsagentur Wien wurden seitdem mehr als 330 Projekte mit rund elf Millionen Euro gefördert. Dadurch seien Investitionen von mehr als 26 Millionen Euro ausgelöst worden.

Mit der Neuausrichtung wird die bisherige Förderstruktur ausgebaut. Künftig basiert die Medieninitiative auf vier Säulen: Medienstart, Medienprojekt, Medienkooperation und dem neuen Vienna Media Hub.

Mehr Mittel für Medienunternehmen

Fortgeführt wird das Programm „Medienstart“, das Mediengründungen begleitet und mit bis zu 10.000 Euro unterstützt. Ergänzend sind verpflichtende Qualifizierungsangebote vorgesehen.

Das bestehende Förderprogramm „Medienprojekt“ richtet sich weiterhin an Medienunternehmen und journalistische Vorhaben. Die maximale Fördersumme wird auf bis zu 150.000 Euro pro Projekt erhöht. Gefördert werden innovative journalistische Projekte, die zur Weiterentwicklung des Medienstandorts beitragen sowie Arbeitsplätze schaffen oder sichern sollen.

Bürgermeister Michael Ludwig bezeichnete unabhängige und qualitätsgeprüfte Informationen als wichtigen Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft. Die Weiterentwicklung der Medieninitiative solle zusätzliche Anreize für Innovation und Transformation schaffen.

Vizebürgermeisterin Barbara Novak verwies darauf, dass die Wiener Medieninitiative im deutschsprachigen Raum als Vorreiter gelte. Mit der neuen Förderschiene für Kooperationen würden künftig auch internationale Partnerschaften am Medienstandort Wien unterstützt. Dafür stelle die Stadt zusätzliche Mittel bereit.

Neue Förderschiene für Kooperationen

Neu eingeführt wird die Förderschiene „Medienkooperation“. Sie richtet sich an größere Transformations- und Kooperationsprojekte innerhalb der Medienbranche. Unterstützt werden sollen unter anderem technologische Plattformen, gemeinsame Infrastrukturprojekte oder neue digitale journalistische Angebote.

Das Programm ist zweistufig aufgebaut. Für die Entwicklung von Konzepten sind Förderungen von bis zu 25.000 Euro vorgesehen. In einer zweiten Phase können Umsetzungsprojekte mit bis zu 500.000 Euro unterstützt werden. Nach Angaben der Wirtschaftsagentur Wien sind erstmals auch länderübergreifende Kooperationen möglich.

Vienna Media Hub geplant

Ergänzt wird die Förderlandschaft durch den Vienna Media Hub, der ab Ende 2027 entstehen soll. Geplant ist ein gemeinsamer Arbeits- und Vernetzungsort für Medienunternehmen, Start-ups und Gründerinnen und Gründer. Neben Arbeitsplätzen sollen dort auch technische Infrastruktur sowie Möglichkeiten zum Wissens- und Erfahrungsaustausch bereitgestellt werden.

Laut Wirtschaftsagentur Wien erhalten insbesondere durch „Medienstart“ geförderte Unternehmen Zugang zu vergünstigten Arbeitsplätzen und gemeinsamer Infrastruktur. Der Betrieb des Vienna Media Hub soll ausgeschrieben werden.

Mit der Erweiterung der Wiener Medieninitiative setzt die Stadt Wien ihre seit 2019 bestehende Förderstrategie für Journalismus, Medieninnovationen und Mediengründungen fort. Die Einreichung für das Programm „Medienstart“ soll im Sommer beginnen. Für die neue Förderschiene „Medienkooperation“ werden weitere Informationen in den kommenden Wochen angekündigt.

(PA/red)