TV-Rede von Kurz: Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr

Österreich schränkt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie große Teile des öffentlichen Lebens ein. “Ab Dienstag, dem 3. November, 0 Uhr bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen”, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Ab Dienstag sollen landesweit Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 und 6 Uhr gelten. In der Zeit wird das Verlassen des privaten Wohnbereichs nur aus bestimmten Gründen erlaubt sein. Alle Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie auch Museen müssen bis zum 30. November geschloßen bleiben.

Kommentar: Mit diesem Wissen ausgestattet, durfte das Österreichische Volk noch eine Rede des Kanzlers hören, und ihm Glauben schenken, dass eine Triage zwar recht technisch klingt, aber mit Sicherheit nicht erwünscht wäre. Kaiser Maximilian I. würde das bestätigen.

Maßnahmen sprechen für sich

Der 2. Lockdown macht das Land dicht. Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, mit Ausnahme von Beerdigungen finden keine Veranstaltungen mehr statt. Auch das Hotel- und Gastgewerbe muss schließen, nur Mitnahme und Lieferung sind erlaubt. Spitzensport findet ohne Publikum statt, Sport ist nur im Freien ohne Körperkontakt erlaubt. Handel, Schulen und auch Dienstleister wie Friseure bleiben zunächst unter Auflagen offen. Die Gastronomie darf nur noch Abhol- und Lieferdienste anbieten, Hotels ist die Aufnahme von Touristen untersagt.

Für den Schulbereich wird es unterschiedliche Maßnahmen geben. Kindergarten, Volksschulen und Unterstufen bleiben vorerst offen, in der Oberstufe und an den Universitäten wird nach den Herbstferien auf Distance-Learning umgestellt. “Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern”, sagte Kurz in seiner TV-Ansprache am 31. Oktober um 20:00 in ORF eins und zwei.

Die Rede des Kanzlers im TV

Wie schon so oft wurden strengere Maßnahmen in den Medien vorangekündigt. Auch diese Rede des Kanzlers unterschied sich kaum von bisher Gesagtem. Einmal mehr standen Appelle an die Bevölkerung im Vordergrund. Erneut gab Kurz eine Prognose ab, die sich niemals bewahrheiten wird, weil die gesetzten Maßnahmen die Katastrophe jedesmal verhindern: die Überlastung des Gesundheitssystems wird so nie stattfinden. Die Wut der Bevölkerung spürt der Kanzler. Stärker als manche meinen möchten. Er denkt wie “wir” da draußen, auch wenn er den 2. Lockdown nicht so erleben wird wie “wir”: Gesetzgebende Organe und Polizei sind ausgenommen von den Verordnungen.

Triage an Verwirrungen

“Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus”. Der Kanzler versteht die Verzweiflung und Wut seiner Kritiker. Aber man darf niemals vergessen, wie viel schlechter es den Menschen in anderen Ländern geht, und wie unfair sie dort erst behandelt werden. Am Ende seiner Rede beantwortete der Kanzler die vielleicht wichtigste Frage: Wann ist das alles endlich vorbei?

Bis Sommer 2021 können wir mit Hilfe eines Impfstoffs zur gewohnten Normalität zurückkehren.

Kommentar: Bis die ganze Welt geimpft ist, wird es jedoch noch lange dauern.

(red)

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