UNICEF NextGen mobilisiert für Kinder in Djibouti
Mit einem Fundraising-Abend in der Galerie Hartinger am Neuen Markt hat das Netzwerk UNICEF NextGen Österreich am 23. April in Wien Unterstützung für Projekte in Djibouti gesammelt. Im Mittelpunkt standen Programme für Bildung, Ernährung und Schutz von Kindern – insbesondere für Mädchen. Begleitet wurde der Abend von Gesprächen mit hochrangigen Gästen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und diplomatischen Vertretungen sowie einer Kunstauktion zugunsten der Hilfsmaßnahmen.

Blick über den Neuen Markt: Im historischen Herrnhutterhaus stellte Galerist Gerald Hartinger seine Räume für den Fundraising-Abend von UNICEF NextGen Österreich zur Verfügung.
Organisiert wurde die Veranstaltung von jungen Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Umfeld von UNICEF Österreich. Ziel war es, zusätzliche private Mittel für Programme zu sammeln, deren Finanzierung weltweit zunehmend unter Druck steht. „Ein Punkt, der uns hier alle vereint, ist die Überzeugung, dass wir einen Unterschied machen können – besonders für Mädchen“, erklärte Constantin Ehrlich-Adám, Founder und Mitglied des Leadership Circle von UNICEF NextGen Österreich. In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe das Netzwerk bereits rund 400.000 Euro gesammelt.
Junge Netzwerke mit wachsender Verantwortung
Das Engagement junger Unterstützerinnen und Unterstützer ist ein vergleichsweise neuer Ansatz innerhalb der UNICEF-Strukturen. NextGen Österreich zählt mittlerweile mehrere Dutzend aktive Mitglieder und ist Teil eines internationalen Netzwerks, das gezielt Projekte finanziell unterstützt. Während im ersten Jahr ein solarbetriebenes Wasserpumpensystem in Malawi umgesetzt wurde, richtet sich der Fokus aktuell auf Djibouti.

Gäste beim Fundraising-Abend von UNICEF NextGen Österreich in der Galerie Hartinger.
Auch Anna Kleindienst, ebenfalls im Leadership Circle von UNICEF NextGen Österreich aktiv, verwies auf die steigende Verantwortung privater Initiativen. Noch nie zuvor hätten weltweit so viele Kinder in Krisenregionen gelebt wie heute, erklärte sie vor den Gästen.

Paul Ivić, Küchenchef des Restaurants TIAN, unterstützte den UNICEF-NextGen-Abend
Unterstützung erhielt das Event von mehreren Partnern. Gastgeber Gerald Hartinger stellte die Räume seiner Galerie im Herrnhutterhaus zur Verfügung und brachte sich zusätzlich mit der Bereitstellung mehrerer Kunstwerke für eine Auktion ein.

Die Werke „Mozart“ von Steve Kaufman, ein signiertes Werk von Ringo Starr sowie „Punk-Freud“ von Mr. Brainwash wurden in der Galerie Hartinger zugunsten der UNICEF-Projekte in Djibouti präsentiert.
Der Veranstaltungsort unterstrich den exklusiven Charakter des Abends: Die Galerie befindet sich im historischen Herrnhutterhaus am Neuen Markt, von dessen Balkon sich ein Blick über den Platz in der Wiener Innenstadt eröffnet. Kulinarisch begleitet wurde das Charity-Event vom Team des vegetarischen Spitzenrestaurants TIAN rund um Paul Ivić. Für musikalische Akzente sorgte DJ Teatime, während Schülerinnen und Schüler der Tourismusschule Semmering ehrenamtlich beim Service unterstützten.

Schüler der Tourismusschule Semmering unterstützten den Fundraising-Abend.
Ein Land unter wirtschaftlichem Druck
Dass die gesammelten Mittel in Djibouti eingesetzt werden, ist eng mit der wirtschaftlichen Situation des Landes verbunden. Der kleine Staat am Horn von Afrika liegt an der Meerenge Bab al-Mandab, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean. Seine strategische Lage macht Djibouti zu einem internationalen Logistik- und Hafenstandort, an dem auch mehrere ausländische Militärbasen angesiedelt sind.
Gleichzeitig verfügt das Land über kaum landwirtschaftliche Ressourcen und ist in hohem Maß von Importen abhängig. Ein Großteil der Staatseinnahmen entsteht über Hafen- und Transitdienstleistungen für den regionalen Handel. Migration aus umliegenden Krisenregionen sowie eine wachsende Bevölkerung verstärken den wirtschaftlichen Druck zusätzlich – Rahmenbedingungen, die auch beim Besuch des Honorarkonsuls von Djibouti, Hartwig Hämmerle, thematisiert wurden.
Wie stark sich die Finanzierung humanitärer Programme verändert hat, erläuterte UNICEF-Österreich-Geschäftsführer Christoph Jünger. „Wir haben heute mehr Kinder, die Hilfe brauchen – und gleichzeitig weniger Mittel, um zu helfen“, sagte er. Viele staatliche Geldgeber hätten ihre Budgets reduziert, während Krisen und Konflikte weltweit zunehmen. In dieser Situation gewinne privates Engagement zunehmend an Bedeutung.
Besonders deutlich wird dies in Ländern wie Djibouti, wo Wasserknappheit, steigende Lebensmittelpreise und eine hohe Abhängigkeit von Importen den Alltag vieler Familien prägen. Zahlreiche Kinder sind dort von Mangelernährung betroffen, während der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung vielfach eingeschränkt ist. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz von Mädchen, unter anderem durch Programme zur Aufklärung und Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM).
Engagement im exklusiven Rahmen
Zu den Gästen des Abends zählte auch der Präsident von UNICEF Österreich, Hubert Schultes, der gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks die Initiative unterstützte. Eine zentrale Rolle in der Organisation spielte Julia Ecker, die maßgeblich an der Umsetzung des Abends beteiligt war und gemeinsam mit weiteren Mitgliedern von UNICEF NextGen Österreich den Ablauf koordinierte.

Honorarkonsul Hartwig Hämmerle (Djibouti), UNICEF-Österreich-Geschäftsführer Christoph Jünger und Galerist Gerald Hartinger.
Die ausgestellten Kunstwerke und der besondere Rahmen des historischen Herrnhutterhauses prägten die Atmosphäre des Abends. Neben den Mitgliedern von UNICEF NextGen engagierten sich zahlreiche großzügige Unterstützerinnen und Unterstützer aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, die diese Veranstaltung durch ihre Präsenz, Beiträge und Spenden möglich machten.
(red/key)


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