Elisabeth Gürtler eröffnet Kunstmesse im Palais Esterházy
Mit den Vienna Highlights wurde am 1. Oktober erstmals eine Kunstmesse in den Räumen des Wiener Renn-Vereins eröffnet. Bis Sonntag präsentieren Galerien und Kunsthändler im Palais Esterházy in der Wiener Innenstadt ein Angebot von historischen Kunstobjekten bis zur Gegenwartskunst. Veranstalter Wolfgang Pelz führt damit sein Konzept kleinerer Messen an besonderen Standorten fort.
Zur Eröffnung sprach Elisabeth Gürtler über die Verbindung zwischen bildender Kunst und hoher Schule der Reitkunst. Die frühere Leiterin der Spanischen Hofreitschule ging dabei auch auf die Pferdezucht, die veränderte Körpergröße der Reiter und den Preis eines guten Dressurpferdes ein.
Von der geschnitzten Madonna bis zu Erwin Wurm
Zum Angebot gehören Gemälde, Skulpturen, Möbel und Kunsthandwerk. Unter den Ausstellern sind die Galerien Susanne Bauer, bel etage, Sylvia Kovacek, Maier und Reinisch sowie Kolhammer & Mahringer, Suppan Fine Arts und Kunsthandel Freller.

Für die Vienna Highlights wurden die Clubräume des Wiener Renn-Vereins im Palais Esterházy zur Ausstellungsfläche für Malerei, Skulpturen und Kunsthandwerk. | © keymedia
Die ausgestellten Arbeiten umfassen mehrere Jahrhunderte: Kolhammer & Mahringer zeigen eine um 1515 entstandene, geschnitzte Madonna von Niklaus Weckmann. Bei bel etage ist eine 1903 von Josef Hoffmann entworfene Kaminuhr der Wiener Werkstätte zu sehen. Die Galerie Maier präsentiert unter anderem Eduard Angelis Pastell „Ein schöner Abend“ aus dem Jahr 2026.
Weitere Positionen sind Arnulf Rainers „Gesichter mit Goya“ bei Reinisch und Erwin Wurms Aluminiumskulptur „Double Doubt“ bei Kunsthandel Freller. Dort sind auch Glasarbeiten von Kiki Kogelnik vertreten. Bei Suppan Fine Arts reicht die Auswahl von Hildegard Joos bis zu Franz Grabmayr und Keith Haring.
Gürtler über bildende Kunst und Reitkunst
Für die Eröffnungsrede hatte Pelz Elisabeth Gürtler gewonnen. Mit dem Thema Reitkunst knüpfte das Programm an den Veranstaltungsort an. Bereits bei seiner Salzburger Sommermesse hatte Pelz mit Johann Lafer die Kochkunst einbezogen. Im Wiener Renn-Verein stand nun die Frage im Mittelpunkt, was bildende Kunst und die hohe Schule der Reitkunst verbindet.
Gürtler setzte beim harmonischen Zusammenwirken von Pferd und Mensch an. Gemeinsam etwas zu bewirken, war einer ihrer Gedanken zur Reitkunst. Dazu kamen Erinnerungen aus ihrer Zeit an der Hofreitschule und Details aus der Praxis: Die Reiter seien im Lauf der Zeit größer geworden, was auch die Lipizzanerzucht beeinflusst habe. Für ein gutes Dressurpferd nannte sie einen Preis von einer Million Euro.

Monika und Wolfgang Pelz mit Elisabeth Gürtler (v. l.), die zur Eröffnung über Verbindungen zwischen bildender Kunst und Reitkunst sprach. | © Roland Rudolph
Der angekündigte Dialog der Künste wurde über weite Strecken zu einem Ausflug in die Welt der Pferde. Über die Frage nach dem künstlerischen Antrieb schlug Gürtler den Bogen zurück zur bildenden Kunst. Auch in der Reiterei erreiche nicht jeder die Stufe künstlerischen Könnens. Bei den Malern unterschied sie zwischen dem Schaffen aus Emotion und dem aus Geschäftssinn: Wer aus Emotion heraus male, sei Künstler; wer vor allem aus Geschäftssinn arbeite, eher Handwerker. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich auch der Kunsthandel, der von Begeisterung lebt und vom Verkauf leben muss.
Besuch nur mit Einladung
„Unser Credo ist Klasse statt Masse“, erklärte Pelz zum Messeauftakt. Mit dem Format setzt er auf eine begrenzte Zahl von Ausstellern in den historischen Clubräumen.
Die Vienna Highlights ist am Freitag und Samstag von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag, 4. Oktober, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Besuch ist ausschließlich mit Einladung möglich. Diese ist nach Verfügbarkeit über die teilnehmenden Galerien oder den Veranstalter erhältlich; einen Ticketverkauf gibt es nicht.
(red)


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