Mamas Café am Stephansplatz zieht erste Jahresbilanz

Wer vom Stephansplatz durch den Zwettlerhof in Richtung Wollzeile geht, findet dort seit etwas mehr als einem Jahr ein noch junges Wiener Kaffeehaus. Das Mamas Café eröffnete im Februar 2025 zunächst mit einem Soft Opening und wurde nach weiteren Renovierungsarbeiten im Juni offiziell eröffnet. Mittlerweile zieht der Gastronomiebetrieb eine erste Bilanz: Rund 22.000 Kaffees wurden seit dem Start verkauft.

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Markus Figl, Nicole Meissner, Elisabeth Zehetgruber und Josef Grünwidl bei der Eröffnung des Mamas Café 2025

Zur Eröffnung im Sommer 2025 kamen (v.l.n.r.) Bezirksvorsteher Markus Figl, Nicole Meissner, Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung, Café-Leiterin Elisabeth Zehetgruber und der damalige Apostolische Administrator und heutige Wiener Erzbischof Josef Grünwidl. | © EDW/Schönlaub

Das Lokal befindet sich am Stephansplatz 6 im Innenhof und ist von Montag bis Freitag zwischen 9.30 und 17.30 Uhr geöffnet. Auf der Karte stehen klassische Kaffeespezialitäten, Frühstück, Kuchen und kleine Speisen. Zum Angebot gehören auch vegane Gerichte und Eigenkreationen wie das Brot „Mama Sara“ oder der Mamas Vanille Latte.

Kaffeehaus im Zwettlerhof

Mit seinem Standort liegt das Mamas Café zwar unmittelbar am Stephansplatz, aber abseits der großen Gastgärten und Kaffeehausketten rund um den Dom. Der Zugang erfolgt über den Zwettlerhof, der den Stephansplatz mit der Wollzeile verbindet.

Nach dem Soft Opening im Februar 2025 wurde der Gastronomiebetrieb weiter ausgebaut. Ein neuer Eingangsbereich und neue Fenster gehörten zu den notwendigen Arbeiten, bevor das Café Ende Juni 2025 offiziell eröffnet wurde.

Ein Jahr später kommen nach Angaben der Betreiber neben Touristen und Eltern mit Kindern mittlerweile auch Gäste aus der Nachbarschaft und Stammkunden. Die Zahl von 22.000 verkauften Kaffees liefert nun einen ersten Anhaltspunkt für die Entwicklung des jungen Betriebs.

Gastronomie mit sozialem Geschäftsmodell

Hinter dem Mamas Café steht die Mamas GmbH als Teil der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien. Geleitet wird der Gastronomiebetrieb von Elisabeth Zehetgruber. Das Café arbeitet als Social Business und soll sich langfristig möglichst selbst tragen. Die Einnahmen fließen zurück in den Betrieb und das damit verbundene Beschäftigungsprojekt.

Elisabeth Zehetgruber, Leiterin des Mamas Café, mit einer Tasse Kaffee im Lokal am Stephansplatz in Wien

Elisabeth Zehetgruber leitet das Mamas Café im Zwettlerhof am Stephansplatz. | © EDW/Schönlaub

Alleinerziehende Frauen erhalten im Café eine befristete Anstellung und arbeiten in Küche und Service. Dabei werden sie von Arbeitsanleitern begleitet und sammeln praktische Erfahrungen für einen späteren Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt. „Die Arbeit im Café bietet unseren Frauen die Möglichkeit, gut in den Arbeitsmarkt zu starten“, erklärt Zehetgruber.

Seit der Eröffnung haben sieben Frauen eine solche Beschäftigung erhalten. Neben der praktischen Arbeit im Gastronomiebetrieb werden sie von Integrationsberaterinnen bei der weiteren beruflichen Orientierung unterstützt.

22.000 Kaffees seit der Eröffnung

Finanziert wurde der Aufbau des Cafés zunächst mit Unterstützung von privaten Spendern, Unternehmen, Sachspenden und freiwilligen Helfern. Langfristig soll sich der Gastronomiebetrieb möglichst selbst tragen.

Das Mamas Café ist bereits das zweite Beschäftigungsprojekt der Stiftung am Stephansplatz. Gegenüber befindet sich Mamas Werkstatt, in der Frauen unter anderem Textilprodukte herstellen und berufliche Erfahrungen sammeln. Ein Teil der Produkte wird auch im Café angeboten.

Nach etwas mehr als einem Jahr Betriebszeit stehen nun rund 22.000 verkaufte Kaffees und sieben befristete Beschäftigungsverhältnisse in der Bilanz. Damit hat sich im Zwettlerhof ein Gastronomiebetrieb entwickelt, dessen wirtschaftlicher Erfolg unmittelbar mit seinem sozialen Geschäftsmodell verbunden ist.

(PA/red)