Ohne Kundenkarte im Metro-Großmarkt einkaufen
Wer einmal durch die riesigen Hallen eines Metro-Großmarktes gegangen ist, merkt schnell, dass hier eine andere Einkaufswelt beginnt. Paletten statt Supermarktregale, Großpackungen statt Familiengrößen und ein Sortiment, das sich vor allem an Gastronomie, Hotellerie und Handel richtet. Zehntausende Artikel sind in den breiten Gängen der Märkte gelistet – vom frischen Fisch über ganze Fleischteile bis zu professionellen Küchengeräten. Für Privatpersonen bleibt dieser Ort dennoch eine Art verbotene Einkaufswelt. Denn offiziell darf hier nur einkaufen, wer eine Metro-Kundenkarte besitzt.
Genau deshalb taucht eine Frage immer wieder auf – besonders im Internet: Kann man auch ohne Kundenkarte im Metro Großmarkt einkaufen? Die klare Antwort lautet: grundsätzlich nein. Ganz so eindeutig ist die Sache in der Praxis allerdings nicht.
Metro ist ein Großhändler für Profis
Metro ist kein klassischer Supermarkt, sondern ein Großhandelsunternehmen. Die Märkte richten sich vor allem an professionelle Kunden aus Gastronomie, Hotellerie und Lebensmittelhandel – also an Betriebe, die regelmäßig größere Mengen benötigen. Das Sortiment ist entsprechend ausgerichtet. Viele Produkte werden in Gastronomie-Einheiten oder Großpackungen angeboten, die im klassischen Einzelhandel kaum vorkommen.
Um Zugang zu den Märkten zu erhalten, wird daher eine Metro-Kundenkarte benötigt. Diese wird an Unternehmen und Selbstständige vergeben, die ihre unternehmerische Tätigkeit nachweisen können – etwa mit einem Gewerbeschein, Firmenbuchauszug oder einer entsprechenden beruflichen Berechtigung.

In Metro Cash & Carry Märkten ist viel Platz vorhanden | © Walter Ebenhofer/Metro
Auch Ein-Personen-Unternehmen profitieren
Eine Besonderheit wird dabei oft übersehen: Eine Metro-Karte erhalten nicht nur große Betriebe. Auch Ein-Personen-Unternehmen und kleine Selbstständige können sich registrieren lassen. Dazu zählen etwa Handwerker, Caterer, Markt- und Eventgastronomen, Händler, Hausbetreuer oder Reinigungsbetriebe. In vielen Fällen genügt bereits eine entsprechende Gewerbeberechtigung oder eine nachweisbare selbstständige Tätigkeit.
Für diese Gruppe kann Metro durchaus interessant sein. Getränke, Lebensmittel, Haushaltsartikel oder Verbrauchsmaterial lassen sich dort häufig in größeren Mengen günstiger beziehen als im klassischen Einzelhandel. In der Praxis nutzen manche Selbstständige den Großmarkt daher nicht ausschließlich für berufliche Zwecke, sondern kaufen dort gelegentlich auch Waren für den eigenen Haushalt ein.
Trick: Begleitpersonen dürfen in den Markt
Ganz ausgeschlossen bleibt der Zugang für Privatpersonen dennoch nicht. Karteninhaber dürfen Begleitpersonen mit in den Großmarkt nehmen. Diese dürfen zwar offiziell keine eigenen Einkäufe tätigen, können jedoch gemeinsam mit dem Karteninhaber durch die Hallen gehen und den Einkauf begleiten. Für viele Menschen ist das oft die einzige Möglichkeit, die besondere Atmosphäre eines Großhandelsmarktes kennenzulernen.
Als Metro während der Pandemie für alle öffnete
Eine Ausnahme von den üblichen Zugangsvoraussetzungen gab es tatsächlich einmal. Zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 öffnete Metro seine Märkte in Österreich vorübergehend auch für Privatpersonen ohne Kundenkarte. Hintergrund waren Unsicherheiten bei der Lebensmittelversorgung sowie der massive Einbruch der Gastronomie ab März 2020, die normalerweise einen großen Teil der Kundschaft stellt. Die Maßnahme war allerdings nur temporär. Nach dem Ende der akuten Phase kehrte Metro wieder zu seinem klassischen Großhandelsmodell zurück.

Für die Dauer der Corona-Krise konnte jeder bei Metro einkaufen
55 Jahre Metro in Österreich
Dass Metro seine Märkte bis heute konsequent als Großhandelsstandorte führt, hat auch mit der Unternehmensgeschichte zu tun. Der erste österreichische Standort wurde bereits 1971 in Vösendorf eröffnet – damals zugleich der erste Metro-Großmarkt außerhalb Deutschlands.
Heute betreibt Metro in Österreich 16 Großmärkte sowie ein Lieferdepot und beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Sortiment umfasst rund 37.000 Food- und Non-Food-Artikel, mit besonderem Fokus auf Gastronomie und HoReCa.

Thierry Guillon-Verne ist CEO von Metro Österreich. | © Fotostudio Mccat
2026 feiert das Unternehmen sein 55-jähriges Bestehen in Österreich. „55 Jahre Metro Österreich stehen für unternehmerische Klarheit, partnerschaftliches Wachstum und echten Zusammenhalt“, sagt Thierry Guillon-Verne, CEO von Metro Österreich. Dieser Erfolg sei das Ergebnis des täglichen Einsatzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie des Vertrauens der Kundinnen und Kunden.
Fazit: Ganz ohne Karte geht es nicht
Der Einkauf im Metro-Großmarkt bleibt grundsätzlich gewerblichen Kunden vorbehalten. Ohne Kundenkarte ist ein Einkauf offiziell nicht möglich. Ganz unerreichbar bleibt der Großmarkt für Privatpersonen dennoch nicht. Wer selbstständig ist oder jemanden mit Metro-Karte kennt, hat durchaus Chancen, die riesigen Hallen und ihr ungewöhnliches Sortiment kennenzulernen.
(red)


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