Die Diagonale in Graz blickt zurück und nach vorn
Mit der Diagonale – Festival des österreichischen Films richtet sich der Blick der heimischen Filmszene im März traditionell nach Graz. Von Mittwoch, 18. März, bis Montag, 23. März 2026 werden dort wieder aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme präsentiert. Kurz vor Festivalbeginn sorgt ein Film bereits im Kino für Aufmerksamkeit: „Vier minus drei“ von Adrian Goiginger, der seit Freitag, 6. März 2026 regulär in österreichischen Kinos läuft und auch bei der Diagonale gezeigt wird.

Produktion: 2010 Entertainment und Giganten Film
Verleih Österreich: Alamode Film & Polyfilm
In mehreren Grazer Kinos – darunter Schubertkino, KIZ RoyalKino und Annenhof Kino – werden rund hundert aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt. Ergänzt wird das Programm durch Gespräche mit Filmschaffenden, historische Filmreihen und Branchentreffen.
Eröffnungsfilm „Rose“
Den Auftakt bildet am Mittwoch, 18. März 2026, der Spielfilm „Rose“ von Markus Schleinzer, der in Graz seine Österreich-Premiere feiert. Der Film spielt während des Dreißigjährigen Krieges und erzählt von einer geheimnisvollen Soldatin, die unter falscher Identität in ein abgelegenes protestantisches Dorf kommt und dort Anspruch auf einen verlassenen Gutshof erhebt.
Die Dorfgemeinschaft begegnet dem Fremden mit Misstrauen, während dieser versucht, Anerkennung zu finden und seine Position zu sichern. Das historische Drama arbeitet mit Themen wie Identität, gesellschaftlicher Rolle und Täuschung. In den Hauptrollen spielen unter anderem Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese und Augustino Renken. Der österreichische Kinostart ist für 17. April 2026 angekündigt.
Dokumentarische Perspektiven
Neben Spielfilmen prägen traditionell auch Dokumentarfilme das Programm der Diagonale. Zu den österreichischen Premieren zählt „Wax & Gold“ von Ruth Beckermann, der am Freitag, 20. März 2026, erstmals beim Festival gezeigt wird.
Beckermann nimmt darin ein von Kaiser Haile Selassie errichtetes Hotel in Addis Abeba zum Ausgangspunkt für eine filmische Untersuchung äthiopischer Geschichte und Gegenwart. Archivmaterial, Gespräche und Beobachtungen des Alltags verbinden sich zu einer Reflexion über koloniale Perspektiven, historische Narrative und den europäischen Blick auf Afrika. Der reguläre Kinostart ist für 18. September 2026 geplant.
Auch Jola Wieczorek widmet sich in ihrem Dokumentarfilm „Die noch unbekannten Tage“ biografischen Erinnerungen und Fragen von Herkunft und Zugehörigkeit. Der Film folgt der Regisseurin, die als Kind mit ihrer Familie aus Polen nach Österreich kam. Während ihre eigene Mutter an Demenz erkrankt, versucht sie anhand von Briefen und Reisen zu früheren Lebensorten familiäre Erinnerungen zu rekonstruieren. Die Österreich-Premiere ist bei der Diagonale am Samstag, 21. März 2026, zu sehen. Der Kinostart ist für 25. September 2026 vorgesehen.
Kurzfilm über persönliche Krisen
Auch das Kurzfilmprogramm greift gesellschaftliche Themen auf. Im Kurzspielfilmprogramm 2 läuft „Das Höhenphänomen“ von Angelika Reitzer. Der Film verbindet zwei Zeitebenen: 1986, im Jahr der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, fragt sich ein Mädchen am Land, warum die Welt große Krisen scheinbar einfach hinnimmt. Jahrzehnte später lebt sie als Fotografin mit ihrer Familie wieder auf dem Land und ringt mit der Frage, wie sich persönliches Glück und globale Katastrophen miteinander vereinbaren lassen.
Gedreht wurde der Kurzspielfilm auf VHS-8 und 16-mm-Film, was der Erzählung eine bewusst analoge Bildsprache verleiht.
„Vier minus drei“ im Festivalprogramm
Einer der Filme, der bereits vor der Diagonale im Kino zu sehen ist, ist „Vier minus drei“ von Adrian Goiginger, der seit Freitag, 6. März 2026, in Österreich läuft und am Samstag, 21. März 2026, beim Festival präsentiert wird.

Szenenbild aus VIER MINUS DREI von Adrian Goiginger. | © Alamode Film & Polyfilm
Der Film basiert auf der autobiografischen Geschichte von Barbara Pachl-Eberhart, die nach einem Unfall ihren Mann und ihre beiden Kinder verliert. Die Hauptrolle spielt Valerie Pachner, an ihrer Seite stehen unter anderem Robert Stadlober, Hanno Koffler und Stefanie Reinsperger vor der Kamera.
Goiginger erzählt die Geschichte einer Frau, die nach einem existenziellen Verlust versucht, wieder einen Zugang zum Leben zu finden. Die Protagonistin arbeitet als Clownin – eine Figur, deren Beruf eigentlich darin besteht, Menschen zum Lachen zu bringen. Gerade dieser Kontrast zwischen Humor und Trauer prägt die Dramaturgie des Films.
Treffpunkt des österreichischen Films
Mit Spielfilmen, Dokumentationen und Kurzformaten zeigt die Diagonale 2026 erneut ein breites Spektrum des aktuellen österreichischen Films. Für Regisseurinnen, Produzenten und Schauspieler ist das Festival eine Präsentationsplattform und gleichzeitig Branchentreffpunkt.
(red)


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