Sommerreifentest 2026: ÖAMTC und ARBÖ im Vergleich
Der Reifenwechsel im Frühjahr wirft jedes Jahr dieselbe Frage auf: Welche Sommerreifen sind 2026 wirklich empfehlenswert? Die aktuellen Tests von ÖAMTC und ARBÖ liefern eine klare Orientierung für Österreichs Autofahrer – insbesondere beim sicherheitsrelevanten Thema Bremsweg. Beim Sommerreifentest 2026 haben beide Automobilclubs etablierte Prüfmethoden angewendet und sind zu sehr ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Reifen für den Sommerreifentest.| © ÖAMTC
Diese Modelle bremsen am besten
Sowohl der ÖAMTC als auch der ARBÖ kommen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Der Continental PremiumContact 7 zählt 2026 zu den überzeugendsten Sommerreifen am Markt. In beiden Tests erreicht er Spitzenwerte – vor allem beim Bremsen auf nasser Fahrbahn.
Gerade hier zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den Modellen. Während viele Reifen auf trockener Straße solide und berechenbar reagieren, wird die Spreu bei Regen vom Weizen getrennt. Nasse Fahrbahnen, polierter Asphalt vor Kreuzungen oder plötzlich auftretende Starkregen stellen deutlich höhere Anforderungen an Gummimischung, Profilgestaltung und Wasserverdrängung.
Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn entscheidet nicht nur der reine Anhalteweg, sondern auch die Stabilität des Fahrzeugs in der Verzögerungsphase. Reifen mit guter Nasshaftung bauen schnell Grip auf, halten die Spur sauber und verhindern ein unruhiges Einlenkverhalten. Modelle mit schwächerer Performance benötigen dagegen länger, um Wasser aus der Aufstandsfläche abzuleiten, was zu verlängerten Bremswegen und früher einsetzendem Aquaplaning führen kann.
Der Continental PremiumContact 7 überzeugt in diesem Bereich mit kurzen Bremswegen und einem ausgewogenen, neutralen Fahrverhalten. Auch bei plötzlichen Lastwechseln – etwa wenn Fahrer abrupt vom Gas gehen oder spontan ausweichen müssen – bleibt das Fahrzeug stabil und gut kontrollierbar. Diese Balance aus Haftung, Rückmeldung und Eigenstabilisierung ist es letztlich, die im Test den entscheidenden Unterschied ausmacht.
Ebenfalls stark schneiden in den aktuellen Tests unter anderem ab:
- Pirelli Cinturato C3
- Goodyear EfficientGrip Performance 2
- Firestone Roadhawk 2
- Michelin Primacy 5
Diese Modelle bremsen im Vergleich besonders zuverlässig und zählen 2026 zu den klaren Empfehlungen der Automobilclubs.
Unterschiede zwischen ÖAMTC und ARBÖ
Ganz deckungsgleich sind die Tests nicht. Der ÖAMTC prüfte Reifen der Dimension 225/50 R17, der ARBÖ Modelle in 235/45 R18. Ein direkter 1:1-Vergleich ist daher nur eingeschränkt möglich.

Test auf nasser Fahrbahn | © ÖAMTC
Dennoch zeigt sich ein gemeinsames Muster: Premium- und etablierte Markenreifen liefern bei sicherheitsrelevanten Kriterien konstant bessere Ergebnisse. Im unteren Preissegment fallen einzelne Modelle insbesondere beim Nassbremsen zurück.
Warum der Bremsweg entscheidend ist
Ein Unterschied von wenigen Metern mag auf dem Papier gering wirken – im Straßenverkehr kann er jedoch entscheidend sein. Bei 100 km/h entspricht ein Meter rund einer halben Autolänge. Mehrere zusätzliche Meter können im Ernstfall über einen Auffahrunfall entscheiden.

Der ÖAMTC testet Reifen verschiedener Hersteller | © ÖAMTC
Gerade im urbanen Verkehr mit plötzlichen Bremsmanövern oder bei sommerlichen Starkregen ist daher entscheidend, welche Modelle am besten bremsen.
ÖAMTC oder ARBÖ – welcher Test stimmt?
Die gute Nachricht: Beide Clubs arbeiten mit etablierten Prüfmethoden und gewichten sicherheitsrelevante Kriterien wie Nassbremsen besonders stark. Auch wenn unterschiedliche Reifendimensionen getestet wurden, zeigen die Ergebnisse eine klare Schnittmenge bei den Spitzenmodellen. Wenn zwei unabhängige Tests denselben Reifen an die Spitze setzen, spricht das für eine belastbare Qualitätseinschätzung.
Für Käufer bedeutet das: Wer sich an den gut bewerteten Markenmodellen orientiert, liegt bei beiden Clubs richtig. Unterschiede im Detail können je nach Fahrzeugtyp oder Reifendimension bestehen.
(PA/red)


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