Jubiläumsstaffel erinnert an Spiras Liebesg’schichten
Am 13. Juli starten die „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ in ihre 30. Staffel. Nina Horowitz begleitet wieder Singles aus ganz Österreich bei der Suche nach einer Partnerin oder einem Partner. Neun Kandidatenfolgen stehen bis 7. September auf dem Programm, am 16. November folgt die traditionelle Bilanz. Der ORF feiert damit das Jubiläum eines seiner langlebigsten Fernsehformate. Doch 30 Jahre alt ist vor allem der Name. Die Sendung, die heute darunter läuft, ist eine andere geworden.
Ein Film von Elizabeth T. Spira
Seit 1997 waren die „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ untrennbar mit Elizabeth T. Spira verbunden. Die Partnersuche bildete den Rahmen für dokumentarische Filme über Menschen, ihre Lebensgeschichten und ihr gesellschaftliches Umfeld. Spira verstand es wie kaum eine andere österreichische Filmemacherin, mit der Kamera Nähe herzustellen, ohne ihre Protagonisten bloßzustellen.
Ihr Einfühlungsvermögen und ihre genaue Beobachtung machten aus Begegnungen vor der Kamera unverwechselbare Menschenporträts, die weit über die Suche nach einer neuen Beziehung hinausgingen.
Mit dem Tod von Elizabeth T. Spira im März 2019 verlor die Sendung ihre Schöpferin und prägende Gestalterin. Ein Jahr später übernahm Nina Horowitz die „Liebesg’schichten und Heiratssachen“, die Produktion wechselte von Wega Film zu Talk TV.

Elizabeth T.Spira bei Dreharbeiten im Jahr 1993. | © ORF/Cosmos Factory/Peter Kasperak
Der ORF setzte dabei auf größtmögliche Kontinuität. Der Titel blieb ebenso erhalten wie der grundsätzliche Aufbau. Partnersuchende Menschen werden in kurzen Filmen vorgestellt, erzählen von ihrem Leben, ihren Erfahrungen und ihren Vorstellungen von einer neuen Beziehung. Schlagermusik, Zwischenfragen aus dem Off und Close-ups auf Einrichtungsgegenstände gehören weiterhin zu den vertrauten Stilmitteln.
Vom Menschen zum Fernsehformat
Spiras „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ standen in der Tradition des Dokumentarfilms. Die Partnersuche war der Anlass, Menschen und ihre Lebensgeschichten zu porträtieren. Musik, Montage und Fragen dienten der Charakterzeichnung und verliehen den einzelnen Beiträgen eine filmische Handschrift.
Die heutige Produktion setzt andere Schwerpunkte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewegen sich stärker innerhalb eines etablierten Unterhaltungsformats. Gespräche, Musik und Montage sorgen für Wiedererkennung und eine verlässliche Dramaturgie. Aus der dokumentarischen Beobachtung wurde eine klassische ORF-Unterhaltungssendung.
Auch die neue Form hat ihr Publikum gefunden und geht mittlerweile in ihre siebente Saison. Sie darf längst als eigenständige Fernsehsendung gelten.
54 Singles aus ganz Österreich
In der Jubiläumsstaffel stellen sich insgesamt 54 Singles zwischen 29 und 78 Jahren vor. Jeweils 27 Frauen und Männer kommen aus allen neun Bundesländern. Am stärksten vertreten ist Wien mit 16 Teilnehmern, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark mit jeweils neun.
Die erste Folge am 13. Juli präsentiert sechs Singles aus Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und der Steiermark. Die neuen Ausgaben laufen jeweils montags um 20.15 Uhr in ORF 2 und stehen bereits 24 Stunden zuvor auf ORF ON zur Verfügung.
Für das Jubiläumsjahr plant der ORF außerdem ein Weihnachtsspecial. Gleichzeitig werden bereits Teilnehmer für die 8. Staffel im Sommer 2027 gesucht.
(PA/red)


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