Donaukreuzfahrtschiff rammt Schleuse Wien-Freudenau
Die Donau erlebt derzeit einen außergewöhnlich trockenen Sommer. Niedrige Wasserstände erschweren seit Wochen die Schifffahrt auf Österreichs wichtigster Wasserstraße, Frachtschiffe müssen ihre Ladung reduzieren und auch Flusskreuzfahrten müssen ihre Fahrten teilweise an die Wasserstände anpassen. Ausgerechnet in dieser angespannten Situation ist am Freitagmorgen ein Donaukreuzfahrtschiff in der Schleuse Freudenau in Wien gegen die Kaimauer und ein Schleusentor geprallt. Bei diesem Unfall wurden 14 Menschen leicht verletzt, sechs von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.
Die MS Anna Katharina, ein modernes Flusskreuzfahrtschiff einer Schweizer Reederei, war gegen 4 Uhr stromaufwärts in die Schleuse eingefahren, als es zur Kollision kam. Der Bug wurde erheblich beschädigt, auch das Schleusentor und die Kaimauer trugen Schäden davon. Eine Schleusenkammer bleibt vorraussichtlich bis Montag gesperrt und wird von Sachverständigen untersucht. Der Schiffsverkehr kann vorerst über die zweite Kammer weitergeführt werden.
Mehr Fragen als Antworten
Warum das Schiff gegen die Schleusenanlage prallte, ist derzeit völlig offen. Zur Ursache der Kollision machten die zuständigen Behörden zunächst keine Angaben. Allgemein betrachtet kommen bei Havarien auf Binnenwasserstraßen unterschiedlichste Ursachen infrage. Neben technischen Defekten zählen Navigationsfehler, Missverständnisse bei der Kommunikation während eines Schleusenvorgangs, besondere Strömungsverhältnisse oder menschliches Versagen zu möglichen Unfallursachen. Ob einer dieser Faktoren im konkreten Fall eine Rolle spielte, ist derzeit Gegenstand von Ermittlungen.

Da das Kreuzfahrtschiff mehrere Meter unterhalb der Hafenmauer lag, brachte die Berufsfeuerwehr Wien Verletzte mithilfe einer Drehleiter und Spezialausrüstung in Sicherheit. | ©: Stadt Wien | Feuerwehr
Niedrigwasser prägt den Donausommer
Mit dem Unfall rückt auch die aktuelle Situation auf der Donau in den Fokus. Seit Wochen liegen die Wasserstände auf weiten Abschnitten der österreichischen Donau deutlich unter den für die Jahreszeit üblichen Werten. Die anhaltende Trockenheit belastet nicht nur die Schifffahrt, sondern auch Logistik und Tourismus entlang des Flusses.
Ob die niedrigen Wasserstände bei der Kollision in Wien eine Rolle gespielt haben, lässt sich derzeit nicht sagen. Einen Zusammenhang haben die zuständigen Behörden bislang weder hergestellt noch ausgeschlossen. Fest steht lediglich, dass sich die Havarie in einer Phase ereignete, in der die Bedingungen auf der Donau bereits außergewöhnlich anspruchsvoll sind.
Feuerwehr rettete Verletzte vom Schiff
Die Berufsfeuerwehr Wien rückte mit einem Großaufgebot an. Mehrere Verletzte wurden aufgrund der Höhe der Hafenmauer mit einer Drehleiter sowie per Feuerwehrboot an Land gebracht. Insgesamt erlitten 14 Personen leichte Verletzungen, sechs wurden zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Niemand ging über Bord, auch Schäden am Schiff unterhalb der Wasserlinie wurden nach ersten Kontrollen nicht festgestellt.
(PA/red)


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