Fiaker-Fahrten mit Künstlern in der Kulturkutsche

In Wien gibt es ein neues touristisches Angebot: die Kulturkutschen. Dabei handelt es sich um Fiaker-Themenfahrten in Begleitung von Künstlern abseits der üblichen Kutschenfahrten. Die Erste Wiener Kulturkutsche soll Kulturschaffenden einen völlig neuen Rahmen zur Präsentation bieten. So unterhält etwa die Sagenkutsche mit Puppenspiel von Michaela Aigner, die Literaturkutsche mit G’schichten und Gedichten vorgetragen von Eva Billisich und die Krimikutsche mit Kommissär Seisser, gespielt von Walter Kukla.

Idee von Theatermacherin Susita Fin

“Die Idee, Kultur und Fiaker zu verbinden, gibt es schon lange. Jetzt haben wir sie realisiert und das Straßentheater in die Kutsche verlegt”, erzählte Theatermacherin Susita Fink von der projektgruppe theaterfink am Mittwoch bei der Präsentation, wie es zu dem gemeinsamen Projekt mit Fiakerunternehmerin Martina Michelfeit-Stockinger kam. Ziel ist dabei nicht nur, die Kunst in die Kutsche zu bringen, sondern auch das Image der Fiaker zu verbessern. “Die Fiaker werden immer dargestellt, dass sie Touristenattraktionen sind und dass es den Pferden schlecht geht”, so Fink. Mit der Wiener Kulturkutsche will sie die Branche “aus dieser Ecke” herausholen.

Kulturkutschen traben durch Wien

Der Bogen der 30- bis 50-minütigen Fahrten spannt sich von Sagen, Literatur und Kriminalgeschichten bis zu Ludwig van Beethoven. Die Puppenspielerin Michaela Aigner führt etwa in der Sagenkutsche ein Puppenspiel auf, das vor allem Familien ansprechen soll. Hierbei führt die Route durch das Stuwerviertel, beschrieb die Künstlerin der APA. Aigner erzählt dabei mit ihren Handpuppen mal lustige, mal aufregende Geschichten und zieht die Kinder in das Geschehen mit ein. Die Schauspielerin und Autorin Eva Billisich trägt in der Literaturkutsche Wiener G’schichten und Gedichte vor – “lustige Wiener Schmankerl”, wie Fink es umriss. Und Walter Kukla spielt in der Krimikutsche einen Kommissar. Dabei geht es um historische Kriminalfälle. Die Fahrgäste werden dabei an den Tatorten vorbei kutschiert.

Erste Wiener Kulturkutsche ist ein Kooperationsprojekt von Susita Fink und der Fiakerin Martina Michelfeit-Stockinger

Erste Wiener Kulturkutsche ist ein Kooperationsprojekt von Susita Fink und der Fiakerin Martina Michelfeit-Stockinger | © Barbara Pálffy

Beethovens Umzugskutsche

An vorerst zwei Terminen (11. und 12. August) fährt zusätzlich das zweistündige Spezial-Angebot “Beethovens Umzugskutsche”. Die Strecke führt vorbei an zahlreichen originalen Wohnstätten des bedeutenden Komponisten und Pianisten, der für seine häufigen Umzüge berüchtigt war, und unterhält mit zahlreichen recherchierten Anekdoten. Am Beginn sowie am Ende der Fahrt wird ein Livekonzert mit Liedern aus dem Stück “Ludwig van Beethoven. Der Um-Zugvogel” geboten. Besagtes Stück wird kommende Woche, am Freitag (7. August), am Schlossareal Kottingbrunn (Bezirk Baden) in Niederösterreich uraufgeführt. Es wird später auch im Rahmen des “Wir sind Wien”-Festivals gezeigt.

Preise für Wiener Kulturkutsche

Die Preise für die Kutschenfahrt bewegen sich zwischen 120 Euro (Sagenkutsche) bis hin zu 320 Euro (Umzugskutsche samt Livekonzert). Eine Fahrt mit der Krimi- oder der Literaturkutsche kostet 180 Euro. Der Preis versteht sich für die gesamte Kutsche, Einzelplätze werden nicht verkauft. In einem Fuhrwerk haben vier Erwachsene bzw. zwei Erwachsene und drei Kinder gut Platz. Die Wiener Kulturkutsche wird nach Terminvereinbarung angeboten. Die Nachfrage sei sehr rege, erzählte Michelfeit-Stockinger. Die Zahl der eigentlich geplanten Termine musste bereits vor der heutigen Präsentation nach oben revidiert werden. Informationen zum Angebot und der Kontakt für die Buchung sind online auf der Webseite zu finden.

Erste Wiener Kulturkutsche ist ein Kooperationsprojekt von Susita Fink und der Fiakerin Martina Michelfeit-Stockinger

© Barbara Pálffy

Das Kulturkutschen-Projekt ist jedenfalls längerfristig angelegt. Dass es das Angebot gibt, scheint in der Branche bereits die Runde gemacht zu haben. “Uns rufen so viele Leute an, zum Beispiel weil sie Lesungen halten wollen. Sogar eine Jodelgruppe hat sich bereits gemeldet”, erzählte Michelfeit-Stockinger. Und: “Das Projekt wächst und soll weiterentwickelt werden.”

(APA/red)

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