Neue Öffnungszeiten in mehreren Wiener Bädern
Die Wiener Bäder stehen 2026 vor spürbaren Einschnitten. Im Zuge eines umfassenden Sparkurses der Stadtregierung werden Öffnungszeiten verkürzt, Saunabereiche zeitweise geschlossen und betriebliche Abläufe neu organisiert. Ziel der Maßnahmen ist es laut Stadt, insgesamt rund 2,3 Millionen Euro einzusparen.
Am deutlichsten treffen die Sparmaßnahmen vier Wiener Kombibäder. Im Ottakringer Bad, im Bad Großfeldsiedlung, im Kombibad Simmering und im Kombibad Donaustadt gelten ab der Sommersaison 2026 neue Öffnungszeiten und Zugangsregelungen. Der Zugang zur Schwimmhalle ist nur noch über den Freibadbereich möglich, Tickets sind ausschließlich an der Sommerbadkassa erhältlich, Umkleiden in der Halle entfallen. Die Öffnungszeiten der Hallen werden an jene der Freibäder angepasst, Trainingshallen bleiben im Sommer für Individualgäste geschlossen. Die Saunaabteilungen schließen von Mai bis Mitte September vollständig.
Kombibäder mit neuem Sommerbetrieb
In den genannten Kombibädern ist der Sommerbetrieb künftig klar auf das Freibad ausgerichtet. Wer die Schwimmhalle nutzen möchte, betritt diese ausschließlich über den Freibadbereich. Ein separater Hallenzugang entfällt, ebenso die Nutzung der Hallenumkleiden. Damit ändern sich nicht nur die Wegeführung, sondern auch die täglichen Öffnungszeiten, die sich am Freibadbetrieb orientieren.
Zusätzlich bleiben die Trainingshallen im Kombibad Simmering und im Bad Großfeldsiedlung von Mai bis Mitte September für Individualgäste geschlossen. Frühschwimmen ist weiterhin möglich, allerdings ab 2. Mai nur noch mit Online-Ticket oder neuer Wertkarte.
Saunabetrieb stark eingeschränkt
Auch bei den Saunaöffnungszeiten kommt es zu deutlichen Änderungen. In den vier Kombibädern Ottakring, Großfeldsiedlung, Simmering und Donaustadt bleiben die Saunaabteilungen von 2. Mai bis 13. September geschlossen. Bislang war hier eine ganzjährige Nutzung möglich.
Darüber hinaus verkürzt die Stadt auch die Saison mehrerer reiner Saunabäder. Im Apostelbad, Einsiedlerbad, Hermannbad und Penzingerbad endet der Betrieb bereits am 15. Juni statt wie bisher Anfang Juli. Die Wiederöffnung erfolgt ebenfalls erst Mitte September.

Das Floridsdorfer Bad ist ein Familienbad. | © Wiener Bäder
In den Familienbädern gelten ebenfalls neue Öffnungszeiten. Im Mai und Juni öffnen diese erst ab 13.00 Uhr statt wie bisher um 10.00 Uhr. Laut Stadt lassen sich dadurch Personalkosten reduzieren, insgesamt sollen rund 25 Vollzeitäquivalente eingespart werden.
Einsparungen ohne Privatisierung
Der für die Wiener Bäder zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky betont, dass es sich um gut durchdachte Maßnahmen handle, mit denen Qualität, Leistbarkeit und Sicherheit des Badebetriebs weiterhin gewährleistet bleiben sollen. Parallel dazu werde auch beim Energieverbrauch gespart, etwa durch effizientere Abläufe und optimierte Betriebszeiten.
An laufenden oder geplanten Neubau- und Sanierungsprojekten hält die Stadt fest. Investiert werden weiterhin rund 115 Millionen Euro in neue Schwimmhallen sowie in die Aufwertung bestehender Standorte. Privatisierungsüberlegungen erteilt Czernohorszky eine klare Absage: Ein Verkauf städtischer Bäder würde das Angebot langfristig nur verteuern.
Unberührt von den Einsparungen bleiben die Sommerschwimmkurse. Für 2026 sind laut Stadt rund 1.000 Kursplätze vorgesehen – ein Bereich, den man trotz Sparkurses bewusst ausnimmt.
(red)


© KRAMPHON
© PID/Jobst
© Sophie Kirchner
© C.Jobst/PID
© David Bohmann
© Heidi Pein