Gavrielova macht die Sofiensäle zum Society-Olymp

Die Wiener Künstlerin Margarita Gavrielova verwandelte die Sofiensäle in einen modernen Olymp. Ihre Ausstellung „Mut zur Sichtbarkeit“ war keine gewöhnliche Vernissage, sondern eine Inszenierung innerer Kräfte – ein Spiel mit Mythen, Identitäten und Archetypen, das bekannte Persönlichkeiten in Götter verwandelte.

Blick in die Ausstellung „Mut zur Sichtbarkeit“ in den Wiener Sofiensälen. | © keymedia

Im Zentrum steht Lilith – jene uralte Figur, die als erste Frau Adams aus eigenem Willen das Paradies verließ. Sie verkörpert Unabhängigkeit, Verführung und schöpferische Macht. In Gavrielovas Kosmos ist Lilith keine Sagenfigur, sondern ein modernes Sinnbild weiblicher Autonomie – eine Antwort auf eine Welt, die Sichtbarkeit oft mit Selbstinszenierung verwechselt. Jede der dargestellten Gottheiten steht für ein menschliches Prinzip, das in der realen Welt oft verdeckt bleibt: Mut, Leidenschaft, Zweifel, Stolz oder Sanftheit. Die Auswahl der Figuren scheint weniger intuitiv als bewusst getroffen.

Göttliche Porträts mit innerer Symbolik

Ob Shiva, Aphrodite, Odin oder Athene – Gavrielova übersetzt alte Mythen in zeitgenössische Gesichter. Das Art Work schuf sie gemeinsam mit Fotografin Monika Fellner, die Idee entstand mit ihrem Göttergatten Klaus Biedermann. Sichtbar gemacht wurde alles durch Farbe, Licht und Haltung. Die Darstellung von Lilith, verkörpert von Verena-Katrien Gamlich, deren Anmut fast überirdisch wirkt, steht sinnbildlich für die Idee der Ausstellung: Schönheit als Energieform – die Verkörperung eines Ideals.

Kunst trifft Musik

Begleitet wurde der Abend von Live-Performances: Als Engel bewegte sich die „Göttin“ des Abends mit breiten Flügelschwingen über das Parkett – zum Song „Göttin Lilith“ von Musikproduzent Biedermann. Danach folgte Christian Deix mit seinem Dorf-Disko-Klassiker „Prominent“. Durch den Abend führte Dragqueen Tamara Mascara, die viel beschäftigte Moderatorin mit der tiefen Stimme.

So wurde der Olymp an diesem Abend nicht zur Bühne der Eitelkeit, sondern zu einem Brennglas der Offenbarungen. Und doch schien eine Göttin zu fehlen – Medusa. Einst verehrt, dann verstoßen, blickte sie aus der Menge, als wüsste sie längst, dass Schönheit in dieser Welt nur so lange gilt, wie sie niemanden erschreckt.

Die irdischen Gött:innen

Bei der Vernissage in den Sofiensälen präsentierte Margarita Gavrielova ihre „Gött:innen-Porträts“, in denen bekannte Persönlichkeiten zu mythologischen Figuren verwandelt wurden. So erschienen Alfons Haider als Shiva und Aphrodite, Thomas Spitzer als Shiva.

Thomas Spitzer, Margarita Gavrielova und Alfons Haider beim Gött:innen-Event. | © Katharina Schiffl

Aaron Karl als Odin, Jazz Gitti als Aphrodite, Caroline Athanasiadis als Athene, Reinhard Nowak als Amor, Peter Stöger und Ulrike Kriegler als Olympus und Coventina, Roman Gregory als Lucifer, Georgij Makazaria als Zeus, Clemens Trischler als Thor, Eser Akbaba als Tiamat, Tanja Pfaffeneder als Gaia, Dominic Heinzl als Mars, René Wastler als Zeus, Katharina Baumgartner als Morrigan, Verena-Katrien Gamlich als Lilith, Mery Cabazuelo als Nanshe, Christopher Dengg als Apollon und Klaus Biedermann als Hades.

Margarita Gavrielova mit Fotografin Monika Fellner, ihrer kreativen Partnerin. | © Katharina Schiffl

Sowie Monika Fellner – die zweite Morrigan am Flur – jene keltische Göttin, die Krieg, Schicksal und Tod gleichermaßen beherrscht. Die Pressefotografin übte ihre neue Rolle als Set-Producerin mit jener Strenge aus, die man sonst nur bei echten Göttinnen findet. Während sich die Gäste zwischen Kunstwerken und Kameras bewegten, blieb den zahlreich geladenen Medien-Serviten kaum Zeit zum Verschnaufen – zu groß war der Andrang jener Promi-Göttinnen und Götter, die an diesem Abend ihre gewohnte Bühne aufsuchten.

Mehr Infos:  www.goddessloveart.com

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