Richardhof in Gumpoldskirchen baut sein Küchenprofil aus
Seit der Wiedereröffnung 2024 hat sich der Richardhof Schritt für Schritt neu positioniert. Mit einer monatlichen Gourmet-Menüreihe folgt nun der nächste Entwicklungsschritt.
Als der Richardhof in Gumpoldskirchen im Frühjahr 2024 nach rund neun Jahren weitgehenden Stillstands wieder regelmäßig öffnete, war vieles von Aufbruchsstimmung geprägt. Die Wiener Gastronomen Isabella und Michael Funk, die bereits mit Innenstadtlokalen gastronomische Erfahrung gesammelt hatten, übernahmen das traditionsreiche Haus mit dem erklärten Ziel, es wieder als verlässliche Adresse für Ausflügler und Genießer zu etablieren.
Der Neustart erfolgte bewusst behutsam. Zunächst standen klassische Wirtshausgerichte, regionale Zutaten und die Rückbesinnung auf bewährte Traditionen im Mittelpunkt. Besonders die Rückkehr der Backhendlstation – über Jahrzehnte ein Markenzeichen des Hauses – galt als symbolischer Schritt zurück zu den Wurzeln.

Der neurenovierte Speisesaal. | © Adrian Almasan
Vom Dämmerschlaf zurück in den Regelbetrieb
Der Richardhof blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht. Ursprünglich als landwirtschaftlicher Standort errichtet, entwickelte sich das Anwesen im Laufe der Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugsziel oberhalb von Gumpoldskirchen. Später wurde es gastronomisch genutzt und prägte über Generationen hinweg das kulinarische Leben in der Region.
Vor der Übernahme durch die Familie Funk war das Ensemble zuletzt vor allem als Event- und Brunchlocation in Betrieb. Mit der Entscheidung, das Haus wieder dauerhaft zu öffnen, sollte an die Tradition als klassisches Gasthaus angeknüpft werden. Seit April 2024 ist der Betrieb von Donnerstag bis Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen geöffnet, wobei der Brunch weiterhin ein fixer Bestandteil des Angebots blieb.

Michael Funk und Isabella Funk haben große Pläne. | © Richardhof
Parallel dazu wurde auch das gastronomische Profil weiterentwickelt. Die Küche setzte auf eine moderne Interpretation regionaler Klassiker, ergänzt durch saisonale Gerichte und eine zunehmende Fokussierung auf Qualität und Produktnähe.
Der Richardhof als Genussadresse
Mit wachsender Nachfrage und stabiler Gästefrequenz entwickelte sich der Richardhof in den vergangenen zwei Jahren zunehmend zu einer festen Größe im kulinarischen Angebot der Thermenregion. Dazu trug auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Küche bei.
Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist die Bewertung im aktuellen Restaurant- und Gasthausguide 2026, in dem der Betrieb mit 85 Punkten geführt wird. Solche Einordnungen gelten in der Branche als Gradmesser für konstante Qualität und steigende Ambitionen.
Gleichzeitig blieb der Charakter eines Ausflugsgasthauses erhalten: Wanderer, Familien und Ausflügler bilden weiterhin einen wichtigen Teil des Publikums. Die Lage oberhalb der Weinorte rund um Gumpoldskirchen sorgt dafür, dass Gastronomie und regionale Weinkultur traditionell eng miteinander verbunden sind.

Blick auf die Hotelbar. | © Richardhof
Neue Menüreihe für Gourmets
Mit einer neuen monatlichen Gourmet-Menüreihe will der Richardhof nun einen weiteren Akzent setzen. Das Format startet am 28. März 2026 unter dem Titel „Frühlingserwachen“ und ist als wiederkehrende Veranstaltungsreihe konzipiert.
Einmal pro Monat soll ein mehrgängiges Menü angeboten werden, das sich an saisonalen Produkten orientiert und diese in moderner Form interpretiert. Küchenchef Matthias Birnbach setzt dabei auf eine Kombination aus regionalen Zutaten und zeitgemäßer Präsentation. Ergänzt wird das Menü optional durch eine abgestimmte Weinbegleitung aus der Region.
Zum Auftakt stehen unter anderem Gerichte wie ein Bärlauchraviolo mit flüssigem Eigelbkern, rosa Kalbsrücken im Shisoblatt oder ein Topfenknödel mit Rhabarber und Sauerampfer-Sorbet auf der Karte. Das Menü wird als Drei- oder Vier-Gang-Variante angeboten.
Mit diesem neuen Format erweitert der Richardhof sein Angebot über das klassische Wirtshaus hinaus und positioniert sich stärker auch im Bereich der erlebnisorientierten Gastronomie. Die Gourmet-Abende markieren damit einen weiteren Schritt in der Entwicklung eines Hauses, das sich seit seiner Wiedereröffnung kontinuierlich neu ausrichtet.
(PA/red)


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