Sportartikelhändler Decathlon expandiert nach Westen
Seit dem Markteintritt in Österreich im Jahr 2018 mit einem ersten Standort im SCS Park Vösendorf hat der französische, familiengeführte Sportartikelhändler Decathlon seine Präsenz rund um Wien kontinuierlich ausgebaut. Heute betreibt das Unternehmen Standorte in Wien-Stadlau und im Columbus Center in Favoriten, weitere Projekte in zentralen Lagen wurden bereits angekündigt. Damit entwickelt sich vom Großraum Wien aus ein Filialnetz, das nun erstmals auch den Westen des Landes erreicht: Innsbruck.

Greif Center-Geschäftsführer Maximilian Wetscher und Ana Aguilo, Country Leaderin Decathlon Österreich.
Der nächste Schritt folgt im Herbst: Im Innsbrucker Greif Center eröffnet Decathlon seinen ersten Standort in Tirol. Auf rund 2.300 Quadratmetern Verkaufsfläche soll ein Sortiment für mehr als 80 Sportarten angeboten werden. Ein besonderer Fokus liegt auf Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Trekking, die in der Region traditionell stark nachgefragt sind. Mit der neuen Filiale entstehen rund 25 Arbeitsplätze, zugleich stärkt die Ansiedlung die Position des Greif Centers als breit aufgestellten Handelsstandort.
Neue Country Leaderin setzt Expansionskurs fort
Verantwortet wird der weitere Ausbau in Österreich von Ana Aguilo, die seit März 2024 als Country Leaderin die Geschäfte führt. Die Spanierin ist seit 2004 für Decathlon tätig und verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Unternehmen. Ihre Laufbahn führte sie über Führungspositionen im Store-Management, in der Regionalleitung sowie zuletzt im E-Commerce-Bereich.

Ana Aguilo, Country Leaderin von Decathlon Österreich.
Aguilo folgt auf Gábor Pósfai, der den Markteintritt in Österreich maßgeblich geprägt hat. Unter seiner Leitung wurde Decathlon seit 2018 von einem einzelnen Standort zu einer sichtbaren Marke im heimischen Sporthandel aufgebaut. Die neue Führung übernimmt das Unternehmen in einer Phase weiteren Wachstums und zunehmender geografischer Verdichtung.
Wachstum und Strukturwandel im Handel
Die Expansion nach Innsbruck erfolgt in einem dynamischen Marktumfeld. In Österreich konnte Decathlon zuletzt einen Umsatz von rund 42 Millionen Euro erzielen und verzeichnete damit ein Wachstum von etwa 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu wurde das Filialnetz kontinuierlich erweitert – von Vösendorf über Wien, Graz und Klagenfurt bis zu neuen Standorten im Zentralraum.
Ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg nach Westen erfolgte im Juni 2024: Mit der Eröffnung eines Standorts im Einkaufszentrum PlusCity in Pasching bei Linz nahm Decathlon seine mittlerweile sechste Filiale in Österreich in Betrieb. Der Ausbau im Zentralraum gilt als strategische Brücke zwischen den bestehenden Standorten rund um Wien und dem nun geplanten Markteintritt in Tirol.
Die Entwicklung beschreibt einen sichtbaren Wandel im Sportartikelhandel. Während klassische großflächige Fachmärkte vielerorts neu positioniert wurden und bekannte Sportartikelhandelsketten aus dem Stadtbild verschwunden sind, gewinnen Anbieter mit breitem Sortiment, funktionaler Eigenmarkenstrategie und klarer Preisorientierung weiter an Bedeutung.
Sportartikelhändler setzen auf Diskontformate
Für den österreichischen Markt zeigt sich dabei eine zunehmende Konzentration auf großflächige Diskontformate im Umfeld urbaner Zentren. Dieses Modell gilt – abseits des wachsenden Online-Handels – als vergleichsweise stabile Variante, um tragfähige Umsätze im stationären Einzelhandel zu sichern. Elemente wie Self-Checkout-Systeme, ein reduzierter Anteil klassischer Markenartikel und der Fokus auf Eigenmarken tragen zusätzlich zur klaren Positionierung bei.
Mit dem neuen Standort in Innsbruck wächst damit ein Handelsmodell weiter, das Freizeit- und Sportbedürfnisse sowohl im städtischen Alltag als auch im alpinen Umfeld abdecken soll. Was mit dem ersten Standort im SCS Park Vösendorf begann, entwickelt sich zunehmend zu einer Marke, die im österreichischen Sportartikelhandel ihre Präsenz Schritt für Schritt ausbaut – ausgehend vom Raum Wien bis in alpine Outdoor-Zentren wie Tirol.
(PA/red)


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