Blaues Auge für Cosmó nach Wirbel um Stern im Gesicht

Österreichs ESC-Kandidat Cosmó steht wenige Tage vor dem Finale des Eurovision Song Contest plötzlich nicht nur wegen seiner Performance im Fokus. Rund um den markanten blauen Stern im Gesicht des jungen Musikers ist eine Diskussion über visuelle Identität, Wiedererkennbarkeit und Markenrechte entstanden. Ausgelöst wurde sie durch den Wiener Musiker Lex Leon, der ein sehr ähnliches Symbol seit Jahren als Teil seines öffentlichen Auftritts verwendet.

Wie die „Krone“ berichtet, nutzt Lex Leon den blauen fünfzackigen Stern bereits seit rund 16 Jahren konsequent auf Bühnen, Instrumenten, in sozialen Medien und sogar in seiner Signatur. Zudem habe er das Symbol als Markenzeichen angemeldet. Nach eigenen Angaben kontaktierte er Cosmó zunächst direkt und bat um eine optische Abgrenzung.

Dass genau dieses Detail nun zum Gegenstand einer markenrechtlichen Diskussion wird, zeigt, wie eng Popkultur und visuelle Identität mittlerweile miteinander verbunden sind. Für Cosmó könnte der ESC-Wirbel damit im schlimmsten Fall tatsächlich noch ein „blaues Auge“ nach sich ziehen — sollte aus der Debatte rund um den Stern irgendwann eine juristische Auseinandersetzung werden.

Cosmó – Optik und Marke

Der Zeitpunkt der Debatte ist brisant, schließlich richtet sich rund um den ESC derzeit internationale Aufmerksamkeit auf Österreichs Beitrag. Cosmó ist erst seit wenigen Monaten einem breiteren Publikum bekannt. Der Musiker setzte sich beim österreichischen ESC-Vorentscheid durch, bei dem das Publikum erstmals seit längerer Zeit wieder aktiv mitvoten durfte. Seine Wahl galt dabei durchaus als logisch, überraschte nach mehreren starken Bewerbern im Rennen aber dennoch viele Beobachter.

Cosmó punktete vor allem über Gesamtauftritt, Bildsprache und Wiedererkennbarkeit — also genau jene Mechanismen, die im modernen Popgeschäft zunehmend entscheidend werden. Der blaue Stern entwickelte sich dabei rasch zum visuellen Erkennungszeichen des Sängers. Dass genau dieses Detail nun zum Gegenstand einer markenrechtlichen Diskussion wird, zeigt, wie eng Popkultur und visuelle Identität verschmelzen können

Stern ist nicht gleich Stern

Interessant ist dabei auch die symbolische Ebene. In der Popkultur wirken Formen und Farben nie neutral. Ein roter Stern wäre politisch aufgeladen, ein gelber historisch hochsensibel, ein schwarzer eher düster oder subkulturell codiert. Der blaue Stern hingegen wirkt futuristisch, emotional ausgeglichen und popkulturell anschlussfähig — also scheinbar ideal.

Deshalb stellt die Nutzung solcher Symbole eine große Verlockung dar – weil sie als schnelle visuelle Marker funktionieren. Was auf den ersten Blick wie ein kleines Stylingdetail wirkt, wird in einer Social-Media-getriebenen Popwelt rasch zum zentralen Wiedererkennungsmerkmal. Genau dort beginnt allerdings auch die juristische Grauzone: Denn einzelne Formen oder Farben sind für sich genommen meist nicht schützbar. Werden sie jedoch über Jahre konsequent mit einer bestimmten Künstlerfigur, Bühnenästhetik oder öffentlichen Marke verbunden, kann daraus durchaus markenrechtliche Relevanz entstehen — insbesondere dann, wenn Verwechslungsgefahr entsteht oder ein Symbol klar einer bestehenden Identität zugeordnet wird.

Zwischen ESC und Kiss

Dass Gesichtssymbole im Musikgeschäft eine harte Währung sein können, ist dabei keineswegs neu. Künstler wie David Bowie oder Bands wie Kiss bauten markante Bühnenästhetiken durch Gesichtsschminke über Jahrzehnte gezielt als Teil ihrer Markenidentität auf. Der Gedanke, Paul Stanley könnte bei Sternen im Gesicht ebenfalls aufmerksam werden, wirkt deshalb weniger absurd, als man zunächst vermuten könnte.

Kurz vor dem ESC-Finale änderte Cosmó seinen Stern sichtbar ab – ob er sich am Ende sogar von einem Zacken trennen wird, stand bei Redaktionsschluss noch aus. Laut „Krone“ wurde das Blau dunkler, zusätzlich kamen Glitzersteine hinzu. Ob dies tatsächlich mit den Interventionen von Lex Leon zusammenhängt oder rein kreative Gründe hatte, bleibt offen.

(red)