Regionalsender N1 startet stündliche NÖ-News

Der niederösterreichische Regionalsender N1 erweitert sein Informationsangebot um stündliche Gemeindenachrichten. Die kurzen News-Clips entstehen gemeinsam mit den Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) und sollen aktuelle Entwicklungen aus Städten, Bezirken und Gemeinden kompakt ins Fernsehen, auf Smartphones und in soziale Netzwerke bringen.

Die Beiträge behandeln kommunale Politik, Infrastrukturprojekte, Kultur, Wirtschaft und regionale Initiativen. Gleichzeitig zeigt der Ausbau, wohin sich der Sender unter seinem neuen Eigentümer strategisch entwickelt: weg vom klassischen Regionalfernsehen alter Prägung, hin zu einer stärker digital gedachten Gemeinde- und Bewegtbildplattform.

Vom NÖN-Verkauf zur neuen Positionierung

Dass N1 heute diesen Kurs einschlägt, war bereits bei der Übernahme des Senders durch Medienunternehmer Marc Zimmermann absehbar. Das Niederösterreichische Pressehaus hatte sich Ende vergangenen Jahres von NÖN-TV getrennt, Zimmermann übernahm den Sender und führte ihn wieder unter der historischen Marke N1 weiter.

Medienunternehmer Marc Zimmermann, Eigentümer und Geschäftsführer von N1 – Mein Niederösterreich TV

Marc Zimmermann treibt die strategische Neuausrichtung von N1 als regionalen Gemeinde- und Bewegtbildsender voran.

Im Gespräch mit keymedia erklärte Zimmermann damals, dass ihn vor allem die wirtschaftliche Struktur des Senders überzeugt habe. Mehrjährige Verträge mit niederösterreichischen Gemeinden hätten eine stabile Erlösbasis geschaffen. Gleichzeitig würden Produktionsinfrastruktur, Studio und technische Abläufe mit seiner bestehenden Firma gebündelt.

Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Klosterneuburg, produziert wird großteils in Wien. Inhaltlich soll der Fokus dennoch klar auf Niederösterreich bleiben „Wir wollen die Stimme der Gemeinden sein und uns hier klar positionieren“, erklärt Zimmermann nun zum Start der neuen Nachrichtenstrecke. Gemeinden, Regionen und lokale Identität seien jener Bereich, in dem Regionalmedien weiterhin wachsen könnten.

Gemeinden werden zum Medienmarkt

Der Schritt kommt in einer Phase, in der sich der österreichische Medienmarkt verändert. Große Verlagshäuser reduzieren Strukturen, Reichweiten fragmentieren sich und klassische TV-Nutzung verliert vor allem bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung.

Parallel dazu gewinnen regionale Inhalte und lokale Informationsräume wieder an Wert. Gemeinden entwickeln sich zunehmend zu eigenständigen Kommunikationsplattformen – mit wachsendem Bedarf an Videoformaten, Social-Media-Clips und direkter Bürgerkommunikation.

Genau dort setzt N1 an. Die neuen Beiträge sollen bewusst nicht nur linear ausgestrahlt werden. Geplant sind zusätzlich Kurzversionen für Social Media und digitale Plattformen. Gemeinden und Unternehmen sollen Inhalte damit flexibel weiterverwenden können.

Zimmermann hatte diesen Ansatz bereits früh skizziert: Fernsehen allein reiche heute nicht mehr aus. Drei- bis vierminütige TV-Beiträge müssten gleichzeitig auch in kürzeren mobilen Formaten funktionieren.

Kooperation mit den NÖN

Für die Niederösterreichischen Nachrichten erweitert die Kooperation die Reichweite regionaler Inhalte. NÖN-Chefredakteur Walter Fahrnberger spricht von einer „zusätzlichen starken Plattform für regionale Information“.

Geschäftsführer der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) ist Gert Bergmann. Er hat diese Position im Mai 2025 von Vorgänger Michael Ausserer übernommen und leitet seither den Verlag der Wochenzeitungen NÖN und BVZ.

Medienmanager Gert Bergmann, Geschäftsführer des NÖ Pressehauses und der Wochenzeitungen NÖN und BVZ

Gert Bergmann leitet seit Mai 2025 das NÖ Pressehaus mit den Medienmarken NÖN und BVZ. | © Adrian Almasan

N1 zählt zu den traditionsreichsten Regionalsendern Niederösterreichs. Der Sender wurde 2001 gegründet und feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. Nach mehreren Eigentümer- und Markenphasen wird die Marke N1 nun erneut als eigenständiges Regionalmedium aufgebaut.

Empfangbar ist der Sender unter anderem über Kabelplus, A1 Xplore TV, Magenta TV, JOYN sowie via Livestream und Satellitenausstrahlung über R9.

(red)