Emmy-Impulse für den Filmstandort Wien
Wien war diese Woche Schauplatz einer Semifinaljurierung der International Emmy Awards. Auf Einladung des IMZ International Music + Media Centre und der ORF-Enterprise kamen Vertreter von Broadcastern, Streamingplattformen, Produktionsfirmen und Medienunternehmen zusammen, um Einreichungen in den Kategorien „Arts Programming“ und „Best Performance by an Actor“ zu bewerten. Die Gewinner der International Emmy Awards werden am 23. November 2026 bei der Verleihung in New York bekanntgegeben.

Hary Prinz und Lilian Klebow gehörten zu den Gästen des Empfangs anlässlich der Wiener Semifinaljurierung der International Emmy Awards. | © leisure communications/Mila Eder
Nach dem Jurytag im Hotel Das Triest verlagerte sich das Geschehen am Abend ins Untere Belvedere. Dort trafen sich Produzenten, Schauspieler, Medienmanager und Vertreter zentraler Institutionen des österreichischen Medien- und Filmstandorts zum Empfang von IMZ und ORF-Enterprise. Im Mittelpunkt standen internationale Kontakte und der Austausch innerhalb der Branche.
Wien bleibt international sichtbar
Für die Veranstalter ist die wiederholte Austragung einer Emmy-Semifinaljurierung ein Beleg für die internationale Wahrnehmung des Standorts. Somit reiht sich Wien in eine Gruppe globaler Medienmetropolen ein, die regelmäßig an der Auswahl der späteren Emmy-Gewinner beteiligt sind.

Experten aus der internationalen Fernseh- und Medienbranche bewerteten in Wien Einreichungen für die International Emmy Awards. | © leisure communications/Mila Eder
Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Branche wurde beim Empfang betont. Laut den präsentierten Zahlen erwirtschaftet die österreichische Film- und Fernsehwirtschaft jährlich mehr als 1,7 Milliarden Euro und beschäftigt rund 9.500 Menschen.
Vienna Film Commission on board
Unter den Unterstützern der Veranstaltung befand sich auch die Vienna Film Commission. Kaum eine andere Organisation hatte im vergangenen Jahr die Unsicherheit rund um die Bundesförderungen FISAplus und ÖFIplus so deutlich kritisiert. Deren Geschäftsführerin Marijana Stoisits warnte wiederholt vor Standortnachteilen, fehlender Planungssicherheit und dem Verlust internationaler Produktionen.
Rückendeckung erhielt sie dabei von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. Bei der Bilanzpräsentation der Vienna Film Commission Anfang des Jahres verwiesen beide auf die Bedeutung des Filmstandorts Wien und die wirtschaftlichen Folgen einer anhaltenden Unsicherheit bei den Förderinstrumenten des Bundes.

Max Beckham-Ortner (IMZ International Music + Media Centre), Marijana Stoisits (Vienna Film Commission) und Armin Luttenberger (ORF-Enterprise) beim Empfang der Semifinaljurierung der International Emmy Awards in Wien. | © leisure communications/Mila Eder
Seither hat die Bundesregierung mit dem Doppelbudget 2027/28 für mehr Planungssicherheit in der Filmförderung gesorgt. So soll die Finanzierung des Österreichischen Filminstituts mit jeweils 37 Millionen Euro pro Jahr fortgeschrieben werden.
Die großen Erwartungen der Vienna Film Commission an einen grundlegenden Kurswechsel bei den Standort- und Produktionsförderungen haben sich bislang nur teilweise erfüllt. Offen bleiben auch Fragen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, möglicher Investitionsverpflichtungen für Streamingdienste sowie neuer Finanzierungsmodelle für die Filmwirtschaft.
Make Vienna famous again
Ungeachtet der offenen Förderfragen stand beim Emmy-Empfang jedoch ein anderes Thema im Zentrum: die internationale Vernetzung des Standorts Wien. ORF-Enterprise-Manager Armin Luttenberger bezeichnete die Semifinaljurierung als Plattform, um Beziehungen zu pflegen und Kontakte zu knüpfen. Sie seien die Basis für hochwertige Koproduktionen und würden der österreichischen Film- und Produktionswirtschaft ein Fenster zur internationalen Fernsehwelt öffnen.
Emmy-Hoffnungen mögen Aufmerksamkeit schaffen. Für die Zukunft des Standorts werden jedoch jene Produktionen entscheidend sein, die Aufträge, Wertschöpfung und Arbeitsplätze nach Wien bringen und dauerhaft in Österreich halten.
(PA/red)


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