Pussy-Riot-Aktivistin schildert ihr Leben im WestLicht

Mit Maria „Masha“ Aljochina war am Dienstagabend eine der bekanntesten Stimmen der russischen Punk- und Protestkultur im Wiener WestLicht zu Gast. In ihrem 2025 erschienenen Buch Political Girl schildert die Mitbegründerin von Pussy Riot ihren Weg von einer jungen Moskauer Kunstaktivistin zur international bekannten Regimekritikerin. Sie schreibt über die Protestaktion von Pussy Riot in einer Moskauer Kathedrale, ihre Verurteilung zu einer Haftstrafe, die Zeit im Straflager, die zunehmende Repression in Russland und ihr Leben im Exil.

Besucher verfolgen die Lesung und das Gespräch mit Maria Aljochina und Eric J. Breitenbach im WestLicht Wien

Die Lesung von Maria Aljochina und das anschließende Gespräch stießen im WestLicht auf großes Publikumsinteresse. | © Michael Seirer / WestLicht

Im Rahmen der Lesung stellte Aljochina das Buch vor, sprach über dessen Entstehung und unterschrieb anschließend zahlreiche Exemplare. Der Abend fand im Umfeld der Ausstellung „PLATON. PEOPLE POWER“ statt, in der auch eines ihrer bekanntesten Porträts gezeigt wird. Ein von Aljochina und dem britischen Fotograf Platon signierter Abzug der Aufnahme wird derzeit im Rahmen einer Benefizauktion zugunsten einer ukrainischen Hilfsorganisation versteigert.

Ikonisches Bild einer Protestbewegung

Das Porträt zählt zu den bekanntesten Arbeiten der Schau, die noch bis 9. August im WestLicht zu sehen ist. Die Aufnahme entstand wenige Monate nach der Entlassung von Aljochina und Tolokonnikowa aus einem russischen Straflager und wurde zu einem der prägenden Bilder von Pussy Riot.

Mitglieder des Aktivistinnen-Kollektivs Pussy Riot fotografiert von Platon

Die russische Protestgruppe Pussy Riot zählt zu den Protagonisten der Ausstellung „People Power“. | © Platon

Platon porträtierte über Jahrzehnte hinweg Staatschefs, Künstler, Aktivisten und gesellschaftliche Persönlichkeiten. In der Wiener Ausstellung sind unter anderem Wladimir Putin, Donald Trump, Muammar al-Gaddafi, Prince, Adele und Harry Styles zu sehen. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Fotografien aus dem Langzeitprojekt „The Defenders“, das Menschenrechtsverteidiger und Aktivisten in verschiedenen Regionen der Welt dokumentiert.

An den Wien-Besuch Aljochinas knüpft eine Benefizaktion an. Noch bis Freitagabend wird ein von Platon und der Musikerin signierter Abzug des Porträts versteigert. Der Erlös soll einer von Pussy Riot ausgewählten ukrainischen Hilfsorganisation zugutekommen.

Lesung mit musikalischer Begleitung

Die Veranstaltung im WestLicht wurde von Miriam Beller moderiert. Gemeinsam mit Eric J. Breitenbach präsentierte Aljochina Auszüge aus ihrem Buch Political Girl, in dem sie ihre Erfahrungen als Künstlerin, politische Aktivistin und Exilantin schildert. Breitenbach war bereits in der Ankündigung als musikalischer Begleiter des Abends angekündigt worden.

Maria „Masha“ Aljochina signiert Exemplare ihres Buches Political Girl nach einer Lesung im WestLicht Wien

Nach ihrer Lesung im WestLicht signierte Maria Aljochina Exemplare ihres Buches Political Girl. | © Michael Seirer / WestLicht

Jubiläumsjahr des WestLicht

Die Lesung war bis auf den letzten Platz besucht. Für das WestLicht bedeutete der Abend zugleich einen weiteren Höhepunkt im Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen des Hauses. „PLATON. PEOPLE POWER“ ist noch bis 9. August im WestLicht zu sehen.

(PA/red)