WestLicht zeigt Platons Ikonen der Macht zum Jubiläum

Mit der Ausstellung „Platon. People Power“ eröffnet das Wiener Fotomuseum WestLicht heute den Höhepunkt seiner Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen. Gezeigt werden Arbeiten des britischen Fotografen Platon, dessen Porträts seit Jahrzehnten die Titelseiten internationaler Medien prägen und mehr als 30 Mal auf dem Cover des US-Magazins „Time“ erschienen sind.

Fotograf Platon mit Hasselblad-Kamera und Studioblitz vor weißem Hintergrund

Der britische Porträtfotograf Platon fotografiert sich selbst mit einer Hasselblad-Kamera. Seine Ausstellung „People Power“ ist bis 9. August 2026 im Wiener WestLicht zu sehen. | © Platon / Westlicht

Von Putin bis Prince

Die Ausstellung vereint einige der bekanntesten Aufnahmen des Fotografen. Zu sehen sind politische Entscheidungsträger wie Wladimir Putin, Donald Trump und Muammar al-Gaddafi ebenso wie Künstler und Popikonen wie Prince, Adele oder Harry Styles. Auch Aktivistinnen von Pussy Riot und Protagonisten aus Platons Langzeitprojekt „The Defenders“ sind Teil der Schau.

Mitglieder des Aktivistinnen-Kollektivs Pussy Riot fotografiert von Platon

Die russische Protestgruppe Pussy Riot zählt zu den Protagonisten der Ausstellung „People Power“. | © Platon / Westlicht

Charakteristisch für Platons Arbeiten sind die unmittelbare Nähe zur porträtierten Person und die Konzentration auf Gesichtsausdruck, Körpersprache und Blick. Die oft vor neutralem Hintergrund entstandenen Bilder verzichten auf aufwendige Inszenierungen und sollen den Menschen hinter öffentlicher Rolle und Machtposition sichtbar machen.

Wladimir Putin in einem Porträt des Fotografen Platon

Wladimir Putin in einem Porträt des Fotografen Platon. | © Platon / Westlicht

Macht wird nicht glorifiziert

Diese Haltung prägt auch die zentrale Idee von „People Power“. Platon begegnet Staatschefs, Aktivisten und Berühmtheiten mit derselben fotografischen Herangehensweise – das Konzept der Ausstellung spiegelt diesen Ansatz wider. Macht werde nicht verherrlicht, sondern hinterfragt, heißt es zur Ausstellung. Die Gesichter der Porträtierten würden dadurch lesbar und ihre öffentliche Rolle neu betrachtet.

Ergänzt werden die bekannten Porträts durch Arbeiten aus der Serie „The Defenders“. Für dieses Projekt reiste Platon über Jahre in Konflikt- und Krisengebiete, dokumentierte Aktivisten während des Arabischen Frühlings in Ägypten, Dissidenten in Russland und Menschenrechtsverteidiger an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Die Ausstellung stellt diese „Helden des Alltags“ bewusst neben Präsidenten, Medienmogule und Weltstars.

Musiker Prince in einem Porträt des Fotografen Platon

Popikone Prince gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Ausstellung „People Power“. | © Platon / Westlicht

Höhepunkt des Jubiläumsjahres

Für WestLicht markiert „People Power“ den inhaltlichen Höhepunkt des 25-jährigen Jubiläums. Das von Peter Coeln gegründete Fotomuseum zählt heute zu den wichtigsten Institutionen für Fotografie in Österreich und hat sich mit internationalen Ausstellungen, seiner historischen Kamerasammlung und den OstLicht-Auktionen weit über Wien hinaus einen Namen gemacht.

Die Platon-Schau bildet zugleich den zentralen Programmpunkt eines Jubiläumswochenendes, mit dem WestLicht nicht nur sein eigenes Bestehen feiert, sondern auch auf 200 Jahre Fotografie verweist. Nach einer Sonderauktion historischer Kameras und Fotografien sowie dem Galaabend für Wegbegleiter des Hauses folgt am Sonntag ein Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt. Am Abend spricht Platon bei einem öffentlichen Artist Talk über seine Arbeit und seine Begegnungen mit Politikern, Künstlern und Aktivisten aus aller Welt.

Mit „World Press Photo 2026“ und der Ausstellung „Falsche Wahrheiten“, die sich fotografischen Manipulationen von den Anfängen des Mediums bis zur Künstlichen Intelligenz widmet, hat WestLicht bereits die nächsten Höhepunkte angekündigt. „People Power“ eröffnet damit ein Jubiläumsjahr, das die gesellschaftliche Rolle der Fotografie in Vergangenheit und Gegenwart in den Mittelpunkt stellt.

(PA/red)