WestLicht zeigt Platons Ikonen der Macht zum Jubiläum

Mit der Ausstellung „Platon. People Power“ feiert das Wiener Fotomuseum WestLicht den Höhepunkt seiner Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen. Gezeigt werden Arbeiten des britischen Fotografen Platon, dessen Porträts seit Jahrzehnten die Titelseiten internationaler Medien prägen. Zum Jubiläumswochenende war der Künstler persönlich in Wien zu Gast und führte Medienvertreter sowie Besucher durch die Ausstellung.

Tarek Leitner, Peter Coeln, Platon und David Schalko bei der Eröffnung von „People Power“ im WestLicht Wie

Tarek Leitner, WestLicht-Gründer Peter Coeln, Fotograf Platon und David Schalko (v. l.) bei der Eröffnung am 30. Mai 2026. | © Michael Seirer

Von Putin bis Prince

Die Ausstellung vereint einige der bekanntesten Aufnahmen des Fotografen. Zu sehen sind politische Entscheidungsträger wie Wladimir Putin, Donald Trump und Muammar al-Gaddafi ebenso wie Künstler und Popikonen wie Prince, Adele oder Harry Styles. Auch Aktivistinnen von Pussy Riot und Protagonisten aus Platons Langzeitprojekt „The Defenders“ sind Teil der Schau von Werken, die mehr als 30 Mal auf dem Cover des US-Magazins „Time“ erschienen sind.

Mitglieder des Aktivistinnen-Kollektivs Pussy Riot fotografiert von Platon

Die russische Protestgruppe Pussy Riot zählt zu den Protagonisten der Ausstellung „People Power“. | © Platon / Westlicht

Charakteristisch für Platons Arbeiten sind die unmittelbare Nähe zur porträtierten Person und die Konzentration auf Gesichtsausdruck, Körpersprache und Blick. Die oft vor neutralem Hintergrund entstandenen Bilder verzichten auf aufwendige Inszenierungen und sollen den Menschen hinter öffentlicher Rolle und Machtposition sichtbar machen.

  • WestLicht-Gründer Peter Coeln bei der Eröffnung von „Platon. People Power“ in Wien
    WestLicht-Gründer Peter Coeln begrüßte die Gäste. | © Michael Seirer

Macht wird nicht glorifiziert

Diese Haltung prägt auch die zentrale Idee von „People Power“. Platon begegnet Staatschefs, Aktivisten und Berühmtheiten mit derselben fotografischen Herangehensweise – das Konzept der Ausstellung spiegelt diesen Ansatz wider. Macht werde nicht verherrlicht, sondern hinterfragt, heißt es zur Ausstellung. Die Gesichter der Porträtierten würden dadurch lesbar und ihre öffentliche Rolle neu betrachtet.

Wladimir Putin in einem Porträt des Fotografen Platon

Wladimir Putin in einem Porträt des Fotografen. | © Platon / Westlicht

Ergänzt werden die bekannten Porträts durch Arbeiten aus der Serie „The Defenders“. Für dieses Projekt reiste Platon über Jahre in Konflikt- und Krisengebiete, dokumentierte Aktivisten während des Arabischen Frühlings in Ägypten, Dissidenten in Russland und Menschenrechtsverteidiger an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Die Ausstellung stellt diese „Helden des Alltags“ bewusst neben Präsidenten, Medienmogule und Weltstars.

Musiker Prince in einem Porträt des Fotografen Platon

Popikone Prince gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Ausstellung „People Power“. | © Platon / Westlicht

Höhepunkt des Jubiläumsjahres

Die Schau bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des WestLicht, die zugleich an 200 Jahre Fotografie erinnern. Begleitet wurde die Ausstellungseröffnung von einer Sonderauktion historischer Kameras und Fotografien, einem Galaabend für Wegbegleiter des Hauses, einem Tag der offenen Tür sowie einem öffentlichen Artist Talk mit Platon. „People Power“ ist noch bis 9. August im WestLicht zu sehen

Fotograf Platon mit Hasselblad-Kamera und Studioblitz vor weißem Hintergrund

Der britische Porträtfotograf fotografiert sich mit einer Hasselblad-Kamera. Seine Ausstellung „People Power“ ist bis 9. August 2026 im Wiener WestLicht zu sehen. | © Platon / Westlicht

Mit „World Press Photo 2026“ und der Ausstellung „Falsche Wahrheiten“, die sich fotografischen Manipulationen von den Anfängen des Mediums bis zur Künstlichen Intelligenz widmet, hat WestLicht bereits die nächsten Höhepunkte angekündigt. „People Power“ eröffnet damit ein Jubiläumsjahr, das die gesellschaftliche Rolle der Fotografie in Vergangenheit und Gegenwart in den Mittelpunkt stellt.

(PA/red)