Popfest Wien setzt auf musikalische Neuanfänge

Vier Tage, fünf Bühnen und rund 50 Acts: Das Popfest Wien verwandelt den Karlsplatz von 23. bis 26. Juli erneut in einen Treffpunkt der heimischen Musikszene. Zwischen Seebühne, Wien Museum, Technischer Universität, Club U und Karlskirche entsteht ein Programm, das unterschiedliche Genres, Generationen und künstlerische Positionen zusammenführt. Ergänzt wird das Festival durch Gespräche, Führungen, Filmvorführungen und weitere Formate, die den musikalischen Schwerpunkt um historische und kulturpolitische Perspektiven erweitern.

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Besucherinnen und Besucher vor der Seebühne des Popfests Wien am Karlsplatz.

Besucher vor der Seebühne beim Popfest Wien am Karlsplatz. | © Franz Reiterer / Popfest Wien

Das Programm verbindet historische Bezugspunkte mit aktuellen Entwicklungen der österreichischen Musikszene. Den Auftakt gestaltet Marianne Mendt, die zu den prägenden Stimmen der frühen Dialektwelle zählt. Im weiteren Festivalverlauf stehen vor allem Künstlerinnen und Künstler der jüngeren Generation im Mittelpunkt, ergänzt durch Talks, die auch die Geschichte des heimischen Pop aufgreifen. So entsteht über vier Tage ein vielfältiger Querschnitt durch Gegenwart und Herkunft der österreichischen Popmusik.

Vier Tage zwischen Pop, Jazz, Rap und Klangkunst

Den Auftakt gestaltet Marianne Mendt gemeinsam mit Anna Buchegger, Lusterboden und Tamara Flores. An den folgenden Tagen wechseln sich Soul, Indie, Rap, Afropop, Jazz, elektronische Musik und experimentelle Projekte ab. Parallel zu den Konzerten finden Talks über die Geschichte der österreichischen Popmusik und aktuelle Fragen der Musikbranche statt. Zum Abschluss verlagert sich das Festival traditionsgemäß in die Karlskirche, wo Klangkunst und experimentelle Musik den Schlusspunkt setzen.

Historisches Foto aus der Ausstellung „50 Jahre Arena“ im Wien Museum.

Historische Aufnahme aus der Ausstellung „50 Jahre Arena“ im Wien Museum, die die Geschichte der Wiener Kulturinstitution dokumentiert. | © Heinz Riedler

Auch das Rahmenprogramm reicht über klassische Konzerte hinaus. Eine Tour durch die Ausstellung „50 Jahre Arena“ im Wien Museum, ein Live-Podcast sowie Filmvorführungen im Vorfeld des Festivals schlagen Brücken zwischen Musikgeschichte und Gegenwart. Das Popfest versteht sich damit nicht nur als Konzertreihe, sondern auch als Ort des Austauschs über Popkultur und ihre gesellschaftliche Bedeutung.

Das Popfest Wien Musikprogramm 2026

Musikalisch setzt das Popfest auf eine Mischung aus bekannten Namen und aktuellen Positionen der österreichischen Szene. Den Auftakt gestaltet Marianne Mendt gemeinsam mit Anna Buchegger, Lusterboden und Tamara Flores. Am Freitag folgen unter anderem Joshua Pepe, EN6O und das Duo drank, während am Samstag Rose May Alaba, Shake Stew, Robert Stadlober sowie weitere Acts aus den Bereichen Rock, Jazz und elektronische Musik auf dem Programm stehen.

Das Duo drank mit Ingrid Schmoliner und Alex Kranabetter auf einem Pressefoto zum Auftritt beim Popfest Wien.

Das Duo drank mit Ingrid Schmoliner und Alex Kranabetter präsentiert experimentelle Improvisationsmusik. | © Peter Gannushkin

Der Schlusstag führt das Festival in die Karlskirche. Dort gestalten Teresa Rotschopf, Martin Klein und das Klangkollektiv Exit Void den musikalischen Abschluss. Ergänzt wird das Konzertprogramm durch Gespräche zur Geschichte und Zukunft der österreichischen Popmusik, eine Führung durch die Ausstellung „50 Jahre Arena“ im Wien Museum sowie Filmvorführungen und weitere Rahmenveranstaltungen rund um den Karlsplatz.

Neue kuratorische Handschrift

Für die Programmgestaltung zeichnen heuer erstmals die Musikerin Sofie Royer und der Komponist sowie Produzent Wolfgang Lehmann verantwortlich. Royer, die auch unter ihrem bürgerlichen Namen Sofie Fatouretchi bekannt ist, arbeitet als Musikerin und Malerin. Lehmann ist der Künstlername des Musikers und Produzenten Wolfgang Möstl, der seit vielen Jahren die österreichische Alternative- und Independent-Szene mitprägt.

Für ihre erste Popfest-Ausgabe entschieden sich beide bewusst gegen Wiederholungen. Kein Musikprojekt sollte in derselben Besetzung bereits bei einer früheren Festivalausgabe aufgetreten sein. Diese Vorgabe prägt das Line-up deutlich: Statt zahlreicher etablierter Popfest-Namen rücken Formationen in den Fokus, die sich zwischen Pop, Jazz, Improvisation, elektronischer Musik und experimentellen Klangformen bewegen.

Der Anspruch bleibt dennoch ein Popfestival. Die Kuratoren verstehen Pop dabei nicht als fest umrissenes Genre, sondern als offenen musikalischen Begriff. Das diesjährige Programm folgt dieser Interpretation und präsentiert vier Tage lang Projekte, die unterschiedliche künstlerische Zugänge und Entwicklungen innerhalb der österreichischen Musikszene sichtbar machen.

Die Popfest-Kuratoren Sofie Royer und Wolfgang Lehmann auf einem Pressefoto in Wien

Wolfgang Möstl (Künstlername: Wolfgang Lehmann) und Sofie Fatouretchi (Künstlername: Sofie Royer) gestalten das Programm des Popfests Wien 2026. | © Jasmin Baumgartner / Popfest Wien

Breites Netzwerk hinter dem Festival

Getragen wird das Popfest von einem breiten Netzwerk öffentlicher und privater Partner. Zu den Fördergebern und Unterstützern zählen unter anderem die Stadt Wien Kultur, das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, die Arbeiterkammer Wien, die Wiener Städtische Versicherung sowie zahlreiche Kulturinstitutionen wie das Wien Museum, die Technische Universität Wien, die Karlskirche, das Stadtkino Wien, Club U und mica. Sie stellen gemeinsam Infrastruktur, Spielorte und Rahmenprogramm zur Verfügung.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bezeichnet das Popfest als Ort musikalischer Entdeckungen und kultureller Vielfalt. Es zeige jedes Jahr, wie die Stadt Wien Räume für Kunst und Kultur öffne und freien Zugang zu einem hochwertigen Kulturangebot ermögliche.

(PA/red)