Erst Sonnenfinsternis, dann Sternschnuppen in den Bergen

Sonnenfinsternis und Sternschnuppen in nur einer Nacht: Der 12. August 2026 hält für Himmelsbegeisterte gleich zwei astronomische Höhepunkte bereit. Auf Mallorca und den übrigen Balearen zieht am Abend eine totale Sonnenfinsternis über den Himmel. In Österreich ist das Ereignis als partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Wenige Stunden später erreichen die Perseiden ihr Maximum.

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„Für die Beobachtung der Perseiden sind die Bedingungen heuer besonders günstig. Rund um den Neumond stört praktisch kein Mondlicht, sodass auch schwächere Sternschnuppen sichtbar werden können“, erklärt Naturfreunde-Meteorologe Arno Studeregger-Renner.

Das Maximum der Perseiden wird in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet. Besonders gute Beobachtungschancen bestehen zwischen etwa 23 Uhr und der Morgendämmerung. Unter idealen Bedingungen können theoretisch bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde auftreten. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht: Wie viele tatsächlich zu sehen sind, hängt vor allem von der Bewölkung, der Lichtverschmutzung und einem möglichst freien Blick auf den Himmel ab. Abseits größerer Ortschaften bieten Aussichtspunkte in Österreichs Bergen ab etwa 1.000 Metern Seehöhe besonders gute Voraussetzungen.

Sternschnuppen über den Bergen

Sternschnuppen über den Bergen. | © Alexander Sattleder

Totale Sonnenfinsternis auf Mallorca

Mallorca zählt am 12. August zu den besonders attraktiven europäischen Reisezielen für die Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis. Die Balearen liegen im Bereich der Totalitätszone, in der die Sonne für kurze Zeit vollständig vom Mond bedeckt wird. Um 20.31 Uhr ist es so weit: Zu diesem Zeitpunkt verdeckt der Mond die untergehende Sonne vollständig.

In Österreich ist die Sonnenfinsternis am Abend nur partiell zu sehen. Dabei wird ein großer Teil der Sonne vom Mond verdeckt. Voraussetzung für die Beobachtung ist neben freier Sicht in Richtung Westen ein geeigneter Augenschutz. Direktes Beobachten der Sonne ist ausschließlich mit einer zertifizierten Sonnenfinsternisbrille zulässig. Gewöhnliche Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz.

Nach Sonnenuntergang richtet sich der Blick erneut zum Himmel: Mit zunehmender Dunkelheit werden die ersten Perseiden sichtbar. Für ihre Beobachtung sind weder Fernglas noch Teleskop erforderlich. Am besten lässt sich der Meteorstrom mit freiem Auge und einem möglichst großen Blickfeld verfolgen.

Geringe Lichtverschmutzung in den Bergen

Für eine gelungene Sternschnuppennacht ist ein möglichst dunkler Beobachtungsort entscheidend. Österreichs Berge bieten dafür häufig gute Voraussetzungen: geringe Lichtverschmutzung, freie Sicht und zahlreiche Hütten, in denen sich die nächtliche Himmelsbeobachtung mit einer Wanderung und Übernachtung verbinden lässt.

Rund 350 bewirtschaftete Hütten im Nationalpark Hohe Tauern bieten Wanderern Schmankerln aus der Region an.

Rund 350 bewirtschaftete Hütten bieten Wanderern Schmankerln aus der Region an. | © Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern

„Nicht die Höhe eines Berges ist entscheidend, sondern die Dunkelheit. Je geringer die Lichtverschmutzung ist, desto mehr Sterne und Sternschnuppen werden sichtbar“, so Studeregger-Renner.

Sternschnuppen-Beobachtungstipps

Nicht direkt zum Perseus schauen: Die Perseiden scheinen zwar aus dem Sternbild Perseus zu kommen, dort sind ihre Leuchtspuren jedoch besonders kurz. Eindrucksvoller wirken sie mit etwas Abstand zum sogenannten Radianten. Ideal ist ein möglichst großer, freier Himmelsausschnitt.

Den Himmel im Liegen beobachten: Wer den Kopf ständig in den Nacken legt, gibt meist schnell auf. Eine Isomatte, ein Liegestuhl oder eine trockene Decke machen die Beobachtung angenehmer. Der Blick sollte etwa auf halber Höhe zwischen Horizont und Zenit ruhen.

Erst nach Mitternacht richtig Ausschau halten: Im Laufe der Nacht dreht sich die Beobachtungsseite der Erde stärker in den Meteorstrom hinein. Dadurch steigen gewöhnlich die Chancen auf Sternschnuppen. Für 2026 empfiehlt sich besonders der Zeitraum von etwa 23 Uhr bis zur Morgendämmerung.

Nicht auf ein einzelnes Himmelsereignis warten: Sternschnuppen kommen unregelmäßig – manchmal mehrere kurz hintereinander, dann wieder minutenlang keine. Am besten mindestens 30 bis 60 Minuten einplanen und den Blick entspannt über den Himmel schweifen lassen. Fernglas und Teleskop sind dabei eher hinderlich, weil sie das Sichtfeld stark verkleinern.

Den Beobachtungsplatz noch bei Tageslicht auswählen: Ein guter Platz bietet freie Sicht, Abstand zu Hüttenbeleuchtung und einen sicheren Rückweg. Wer erst in völliger Dunkelheit nach einem Standort sucht, übersieht leicht Stolperfallen, Weidezäune oder unwegsames Gelände. Warme Kleidung gehört auch im August dazu, weil beim stillen Liegen kühlt der Körper rasch ab.

Diese Naturfreundehütten bieten gute Voraussetzungen

Naturfreunde Schutzhaus Neubau, Salzburg, 2.175 Meter:

Das Naturfreunde Schutzhaus Neubau ist seit Kurzem wieder mit neuen Pächtern geöffnet. Es liegt inmitten der historischen Stätten des Goldbergbaues und bietet durch seine abgeschiedene Lage gute Voraussetzungen für die Beobachtung des Nachthimmels. Ein weiteres Highlight für Gäste ist der neu eröffnete Gletscherschaupfad.

Tribulaunhütte, Tirol, 2.064 Meter:

Die Tribulaunhütte liegt in einer besonders ursprünglichen Berglandschaft und ist bei Kletternden ebenso beliebt wie bei Wandernden. Die umliegenden Tourenmöglichkeiten führen unter anderem zum idyllischen Sandessee. Mit etwas Glück lassen sich in der Umgebung neben Sternschnuppen auch Steinböcke beobachten.

Bergbauern-Lackneralmhütte, Steiermark, 1.020 Meter:

Die Bergbauern-Lackneralmhütte verbindet ein traditionelles Bergerlebnis mit nachhaltiger Weiterentwicklung. Im Jahr 2026 wurden mithilfe von Fördermitteln aus dem EU-Programm Ländliche Entwicklung das Dach erneuert und eine Photovoltaikanlage errichtet. Die ruhige Lage macht die Hütte zu einem geeigneten Ausgangspunkt für eine Nacht unter dem Sternenhimmel.

Stallburgalm, Oberösterreich, 1.032 Meter:

Die Stallburgalm bietet eine ruhige, ursprüngliche Umgebung für die Beobachtung der Perseiden. Samstags, sonntags und an Feiertagen wird die Alm bewirtschaftet. Unter der Woche kann sie als Selbstversorgerhütte privat gemietet werden.

Göllerhütte, Niederösterreich, 1.443 Meter:

Die Göllerhütte ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen auf und rund um den Göller. Durch ihre ruhige Lage und die geringe Lichtverschmutzung bietet sie gute Voraussetzungen für eine Nacht unter dem Sternenhimmel.

Vor dem Aufbruch sollten sich Gäste direkt bei den Hütten über Öffnungszeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Reservierungen und die aktuellen Bedingungen vor Ort informieren.

(PA/red)