Riesengedränge um Wiens neue Nachtbar „Sanatorium“

Mit einer opulent inszenierten Eröffnungsnacht brachten Jakob und Albert Trummer am Samstag New Yorker Barluft in die Postgasse 2. Ihr neues „Sanatorium“ versteht sich als Nachtbar internationalen Zuschnitts. Im Mittelpunkt stehen pharmazeutisch inspirierte Cocktails und historische Kräuteressenzen. Auch das Interieur greift den Namen des Lokals bis ins Detail auf.

Bar Sanatorium in der Postgasse 2

Geometrische Glasflächen und weiß verflieste Sitzsockel greifen Motive der Wiener Moderne auf. | © Atelier Wien

Wiener Moderne trifft auf Retro-Futurismus

Den gestalterischen Ausgangspunkt bildet die Wiener Moderne. Weiß glasierte Fliesen mit grünen Fugen ziehen sich über die Sockel der Sitzlandschaften und setzen sich an der Außenfassade fort. Geometrisch gegliederte Glasflächen, kreisförmige Ornamente und glänzende Metallprofile ergänzen das Konzept. Die Gestaltung erinnert an die funktionale Eleganz Otto Wagners. Zugleich greift sie die hygienische Ästhetik historischer Sanatorien auf.

Darüber entwickelt das Lokal eine eigene, fast retro-futuristische Bildwelt. Mintgrüne Polsterbänke und gerippte Wandflächen treffen auf Chrom, dunkles Holz und hellen Marmor. Die Decke ist mit einem dichten Raster frei liegender Glühbirnen überzogen, während schlanke Lichtsäulen und spiegelnde Tische zusätzliche Akzente setzen. So entsteht ein Raum zwischen Jugendstil-Zitat, Art déco und eleganter Nachtbar.

Martin Ho und Jakob Trummer sitzen an der Bar des Sanatoriums in Wien

Martin Ho und Gastgeber Jakob Trummer beim Grand Opening des „Sanatoriums“. | © Jobst

Das Lokal selbst ist überschaubar geblieben: ein Raum, eine Bar und kurze Wege, die Begegnungen beinahe zwangsläufig entstehen lassen. Die Gastgeber servierten ihre aufwendig komponierten Drinks bis in die späten Stunden und zeigten dabei, wie sie Kräuterkunde, Mixologie und Inszenierung zu ihrem unverwechselbaren Konzept verbinden.

Prominenz aus Kultur, Wirtschaft und Society

Zur Premiere stellte sich viel Prominenz aus Kultur, Wirtschaft und Society ein. Regisseur Stefan Ruzowitzky feierte ebenso mit wie Unternehmer Martin Ho. Unter den Gästen waren außerdem Daniel Serafin, Regisseur Julian Pölsler, Künstler Julian Khol und der frühere Staatsoperndirektor Ioan Holender. Auch Wolfgang Fischer, Magdalena Hankus, Ilona Perrot, Christian Töltl, Jacqueline Pfeiffer, Elvyra Geyer, Elisabeth Resch und Gastronom Luigi Barbaro ließen sich die Eröffnung nicht entgehen.

Jakob Trummer, Stefan Ruzowitzky und Martin Ho bei der Eröffnung des Sanatoriums in Wien

Gastgeber Jakob Trummer mit Regisseur Stefan Ruzowitzky und Unternehmer Martin Ho beim Grand Opening des „Sanatoriums“. | © Jobst

Neben den Cocktails gehört auch die „Ay-Vy Sushi Bar“ zum gastronomischen Konzept des Hauses. Für deren japanisch inspirierte Kreationen zeichnet Sushimeister Yuki Sakamoto verantwortlich. Am Eröffnungsabend blieb die Küche allerdings in einer Nebenrolle: Im Mittelpunkt standen die Bar, die Drinks und das gesellschaftliche Wiedersehen der Gäste.

Club X bleibt exklusiv

Für Gesprächsstoff sorgte auch Martin Hos „X Club“, der künftig unter dem „Sanatorium“ angesiedelt sein soll. Seine Premiere feierte der Members Club an diesem Abend allerdings noch nicht. Für die späten Nachtstunden soll RAF Camora die Räume reserviert haben; ob der Rapper tatsächlich erschien, blieb offen. Wo genau sich der Zugang befindet und wie es dort aussieht, blieb selbst auf Nachfrage ein gut gehütetes Geheimnis – ganz im Sinne des X-Konzepts.

Elvyra Geyer und Elisabeth Resch bei der Eröffnung des Sanatoriums in Wien

Elvyra Geyer, Mitorganisatorin der Vienna Fashion Week, und Model Elisabeth Resch beim Grand Opening des „Sanatoriums“. | © Jobst

Ho stellte im Gespräch mit keymedia zugleich klar, dass der Name trotz des Abschieds vom bisherigen Standort in der Wollzeile bei ihm bleibe: „Die Wortbildmarke ist seit 13 Jahren eingetragen. Die Location wurde übergeben, aber nicht das X“, sagte der Unternehmer. Der schwarze Schlüssel soll auch am neuen Standort über den Zutritt entscheiden. Bisherige Schlüssel verlieren laut Ho nicht automatisch ihre Gültigkeit, müssen jedoch neu bestätigt werden. Der neue Schlüssel werde „noch exklusiver“.

Barkeeper bedienen zahlreiche Gäste im voll besetzten Sanatorium in Wien

Beim Grand Opening war das „Sanatorium“ bis auf den letzten Platz gefüllt. | © keymedia Wien

Erstmals öffnen soll das neue „X“ am Montag. Am bisherigen Standort in der Wollzeile wird ebenfalls mit dem bekannten Namen geworben. Ho beansprucht die Marke jedoch weiterhin für sich. Der neue Club im Untergeschoss des „Sanatoriums“ soll das bewährte Konzept eines diskreten Treffpunkts fortführen. Zutritt erhalten weiterhin nur ausgewählte Mitglieder.

  • Magdalena Hankus und Ilona Perrot vor der Logo-Wall des Sanatoriums
    Magdalena Hankus und Ilona Perrot. | © Christian Jobst

Ho blickt nach Dubai

Auch international richtet Ho den Blick nach vorne. Seine Unternehmensgruppe ist unter anderem in Dubai aktiv. Die derzeitige Lage in der Region betrachtet er pragmatisch: „Es ist, wie es ist. Man wird sehen, wie sich der Tourismus entwickelt.“ An diesem Abend gehörte die Bühne jedoch Wien. Im Mittelpunkt standen die Trummers, die mit dem „Sanatorium“ einen neuen Treffpunkt für lange Nächte eröffneten.

(key)