Fotorealistische KI-Collage mit Stimmabgabe, Demonstrierenden, einer Menschenmenge mit Regenschirmen sowie Polizeikräften vor Feuer und Rauch.

Stimmen für Demokratie sechs Tage kostenlos testen

Demokratie braucht viele Stimmen. Vom 14. bis 19. September dürfen auch alle mitlesen. So lange öffnet die von der Deutschen Presse-Agentur koordinierte Democracy News Alliance ihre Website kostenlos für die Öffentlichkeit. Wer als Unternehmen, Verein oder Organisation dauerhaft Zugang möchte, wird direkt an den Vertrieb verwiesen: vertrieb@dpa.com.

Anlass ist die deutsche Aktionswoche „Demokratie braucht viele Stimmen“, getragen von zahlreichen Medien und Medienverbänden. Sie soll eine öffentliche Debatte über die Zukunft der demokratischen Öffentlichkeit anstoßen. Die dpa beteiligt sich mit einem befristeten Zugang zu ihrem Informationsangebot. Der Anspruch ist gesellschaftlich, die Laufzeit überschaubar.

Die Öffentlichkeit zu Gast

Während der Aktion können die Beiträge kostenlos gelesen werden. Die Nutzung bleibt auf private, nichtkommerzielle Zwecke beschränkt. Für kommerzielle Speicherung oder sonstige kommerzielle Verwendung braucht es eine entsprechende vertragliche Vereinbarung. Die Öffnung ist eine Einladung zum Mitlesen, keine allgemeine Freigabe der Inhalte.

Im regulären Betrieb reicht selbst eine Registrierung nicht aus. Die Nutzungsbedingungen verlangen zusätzlich eine Vereinbarung über den DNA-Zugang. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an professionelle und institutionelle Kunden. Privatpersonen sind als reguläre Zielgruppe ausgeschlossen.

„Zum ersten Mal komplett für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich“, heißt es der dpa-Presseaussendung. Das klingt nach einer großen Wohltat und beschreibt zugleich, für wen das Angebot normalerweise nicht gedacht ist.

dpa und Democracy News Alliance beteiligen sich an Aktionswoche “Demokratie braucht viele Stimmen” / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/8218 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis. | © dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

Demokratie für Entscheidungsträger

Die gewünschte Kundschaft benennt die dpa selbst: internationale Organisationen, NGOs, Thinktanks, Stiftungen, Regierungsstellen, Verbände und Unternehmen. Ihnen soll der Dienst helfen, politische Prozesse und gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Die DNA nennt ausdrücklich auch Investitionsentscheidungen als möglichen Anwendungsfall. Ihr Angebot soll die Lücke zwischen schnell wechselnden Tagesnachrichten und den längeren Veröffentlichungszyklen wissenschaftlicher Forschung schließen. Demokratiebeobachtung als Informationsvorsprung. Probeabonnements, Vertragslaufzeiten und Nutzungsrechte erläutert der Vertrieb.

Damit ist ziemlich genau beschrieben, an wen die DNA ihren Dienst verkaufen möchte. Angesprochen werden Menschen, die sich beruflich mit politischen Entwicklungen beschäftigen und für deren Beobachtung ein Budget zur Verfügung haben. Die allgemeine Öffentlichkeit kommt während der Aktionswoche hinzu.

Nachrichten mit Ordnungssystem

Verkauft wird eine ausgewählte und eingeordnete Sicht auf das Weltgeschehen. Die Website sortiert Beiträge unter Kategorien wie Meinungsfreiheit, politische Korruption oder gleicher Zugang zur Macht. Nach eigener Darstellung orientiert sich die redaktionelle Auswahl an 106 wissenschaftlich fundierten Einzelindikatoren.

Diese Auswahl ist der Kern des Produkts: Aus dem laufenden Nachrichtengeschehen wird herausgefiltert, was für die Beobachtung demokratischer und autokratischer Entwicklungen relevant erscheint. Die Kundschaft erhält damit Nachrichten und eine thematische Ordnung gleich dazu.

Viele Stimmen, unterschiedliche Zugänge

Unabhängigkeit gehört zum Selbstverständnis der dpa. Doch die Frage, unter welchen Bedingungen Nachrichten entstehen, beantwortet noch nicht, wer sie anschließend nutzen kann.

Für demokratische Mitwirkung ist auch dieser Zugang entscheidend. Wer politische Entscheidungen beurteilen und öffentliche Behauptungen überprüfen soll, braucht eine belastbare Informationsgrundlage. Wie umfangreich diese ausfällt, hängt auch davon ab, welche Nachrichtendienste, Medienabonnements und spezialisierten Angebote man sich leisten kann.

Journalismus kostet Geld. Das erklärt, warum Nachrichten verkauft werden. Die Spannung zwischen Geschäftsmodell und demokratischem Anspruch bleibt trotzdem bestehen.

Die DNA-Aktion macht sie sichtbar: Mit dem Wert einer informierten Öffentlichkeit wird für ein Angebot geworben, dessen dauerhafter Zugang auf professionelle Kunden zugeschnitten ist. Für sechs Tage wird diese Grenze geöffnet.

(PA/red)