CIRCL will junge Menschen wieder ins echte Leben bringen
Mit einer gemeinsamen Veranstaltung im neuen „Wiedner Wein Eck“ auf der Wieden präsentierte das niederösterreichische Start-up CIRCL am Dienstagabend seine neue Event- und Community-App. Gleichzeitig feierte Betreiber Aleksander Savic die offizielle Eröffnung seines neuen Standorts in der Frankenberggasse nahe der Wiedner Hauptstraße.

Aleksander Savic mit Gästen bei der Eröffnung seines „Wiedner Wein Eck“-Lokals.
Rund um die Einladung formierte sich eine junge Szene zwischen Eventkultur, Nachtleben und Start-up-Milieu. Unter den Gästen befanden sich Veranstalter, Kreative, Vertreter verschiedener Kollektive sowie junge Unternehmerinnen und Unternehmer. Auffällig war vor allem der niedrige Altersschnitt.
Eine App gegen digitale Vereinsamung
„Wir entwickeln keine Plattform, um Menschen länger am Bildschirm zu halten, sondern um sie leichter hinauszubringen“, erklärte Mitgründer Marco Gayer bei der Präsentation. Laut den Gründern soll die App Menschen dabei helfen, einfacher passende Veranstaltungen zu finden und gemeinsame Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden zu organisieren.

Beim Launch-Event von CIRCL standen persönliche Gespräche, Networking und reale Begegnungen im Mittelpunkt.
Die Plattform kombiniert klassische Eventkalender-Funktionen mit personalisierten Empfehlungen. Nutzer geben Interessen, Musikgeschmack und bevorzugte Veranstaltungsarten an, woraufhin passende Events vorgeschlagen werden. Gleichzeitig können Veranstalter eigene Events direkt über die Plattform veröffentlichen.
Inhaltlich stand bei der Präsentation vor allem die Entwicklung des urbanen Nachtlebens im Mittelpunkt. Die Gründer verwiesen auf die wirtschaftlichen Probleme vieler Clubs, Bars und Veranstalter sowie auf die zunehmende soziale Isolation junger Menschen trotz permanenter digitaler Vernetzung.

Mit der neuen CIRCL-App sollen Veranstaltungen, Nachtleben und Communitys künftig zentral gebündelt werden.
Gerade darin liegt auch das Paradoxon des Projekts: Eine Generation, die permanent online ist, entwickelt nun digitale Werkzeuge, um wieder mehr reale Begegnungen zu ermöglichen. Die App soll spontane Treffen, gemeinsame Abende und neue soziale Kontakte erleichtern – mit dem erklärten Ziel, Menschen wieder häufiger zusammenzubringen.

Marco Gayer bei seiner Ansprache gemeinsam mit Anna Fabrizy, Niklas Hochstöger, Jan Görlich, Sebastian Paar und Leon Schießwald.
Frühe Gründermentalität und neue Treffpunkte
Bemerkenswert war bei diesem Networking-Event auch, wie selbstverständlich viele der Beteiligten bereits in jungen Jahren unternehmerisch auftraten. Während viele noch mitten im Studium stehen, beschäftigen sie sich gleichzeitig mit Veranstaltungsformaten, Standortentwicklung, Community-Aufbau, Kooperationen oder eigenen Projekten im Kultur- und Nachtlebenbereich.

Anna Fabrizy stellte beim Launch-Event die Vision hinter CIRCL vor.
Nach Angaben des Teams stieß das Konzept bereits kurz nach dem Start sowohl bei Veranstaltern als auch bei Nutzerinnen und Nutzern auf positive Resonanz. Die App ist erst seit rund zwei Wochen offiziell verfügbar. Laut Anna Fabrizy sollen künftig zusätzliche Funktionen wie Gästelistenplätze, Getränkegutscheine oder Live-Eindrücke direkt von Veranstaltungen integriert werden.
Aleksander Savic übernimmt
Das neue „Wiedner Wein Eck“ versteht sich nicht als klassische Vinothek, sondern als Treffpunkt für Events, Verkostungen und Austausch. Betreiber Aleksander Savic setzt neben österreichischen Weinen von Partner Szigeti vor allem auf Gruppenformate, buchbare Räume sowie kleinere Präsentationen und Networking-Veranstaltungen.

Aleksander Savic betreibt das neue „Wiedner Wein Eck“ in der Frankenberggasse Ecke Wiedner Hauptstraße. | © leadersnet.at / R. Brunhölzl
Das Wiedner Wein Eck ist ein Ort, an dem coole Leute, gute Weine und gute Menschen zusammenkommen und eine gute Zeit miteinander haben.
Der Auftakt mit CIRCL machte diesen Anspruch bereits spürbar. Die Kombination aus physischem Treffpunkt und digitaler Plattform traf offenbar einen Nerv der Zeit und brachte eine junge Szene aus Veranstaltern, Studenten und Gründern zusammen, die sich trotz Social Media wieder stärker nach realen Begegnungen und gemeinschaftlichen Erlebnissen sehnt.
Gerade in einer Zeit, in der viele Clubs, Bars und Nachtgastronomie wirtschaftlich unter Druck geraten, entstehen durch die App neue Formen von Treffpunkten zwischen Community, Nachtleben und Unternehmertum. Der Abend auf der Wieden zeigte auch, dass sich eine neue Generation junger Leute digital vernetzen möchte, gleichzeitig aber bewusst reale Räume für Austausch, Ideen und gemeinsames Erleben sucht.
(key)


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