Concordia Ball feiert freien Journalismus im Rathaus
Mit dem 126. Concordia Ball wurde am Freitagabend das Wiener Rathaus erneut zum Treffpunkt für Medien, Kultur und gesellschaftlichen Austausch. Die traditionsreiche Veranstaltung des Presseclub Concordia stand heuer unter dem Leitgedanken des freien Journalismus und verstand sich als analoger Gegenpol zum digitalen Dauerrauschen.

Helmut Spudich, Katharina Schell, Daniela Kraus, Petra Stuiber und Wolfgang Sablatnig beim Empfang des 126. Concordia Balls im Wiener Rathaus. | © Concordia Ball/APA-Fotoservice/Jana Madzigon
Vertreterinnen und Vertreter aus Medienhäusern, Kultur, Politik und Diplomatie kamen zur Ballnacht, deren Erlöse traditionell journalistische Projekte und Initiativen der Concordia unterstützen. Heuer fließen die Einnahmen laut Veranstaltern in den „Rechtsdienst Journalismus“, der Journalistinnen und Journalisten juristisch begleitet und unterstützt.
„Unabhängiger Journalismus ist leider keine Selbstverständlichkeit. Aber er ist die unumstößliche Grundlage für eine funktionierende Demokratie“, erklärte Concordia-Vizepräsidentin Petra Stuiber im Rahmen der Veranstaltung. Gerade in Zeiten digitaler Informationsflut brauche es Orientierung, Einordnung und glaubwürdige Medien.
Zwischen Balltradition und Mediendebatte
Der Concordia Ball zählt zu den traditionsreichsten Wiener Gesellschaftsbällen und verbindet seit Jahrzehnten klassische Ballkultur mit medien- und gesellschaftspolitischen Themen. Auch 2026 stand die Idee einer offenen Diskussions- und Dialogkultur im Mittelpunkt.
Concordia-Generalsekretärin Daniela Kraus verwies dabei auf die historische Rolle des Balls als Ort unterschiedlicher Perspektiven und gesellschaftlicher Begegnungen. Im Mittelpunkt standen dabei auch Themen wie Pressefreiheit, Medienkompetenz und der gesellschaftliche Stellenwert unabhängigen Journalismuses in Zeiten digitaler Informationsflut und wachsender Desinformationsdebatten.

Daniela Kraus während ihrer Ansprache im Wiener Rathaus. | © Concordia Ball/APA-Fotoservice/Jana Madzigon
Auch im Programm und in der Gestaltung spiegelten sich diese Themen mehrfach wider. Die traditionelle Ballspende entstand diesmal gemeinsam mit dem Satiremedium Die Tagespresse und sollte laut Veranstaltern den Stellenwert von Medienkompetenz, Satire und kritischem Denken unterstreichen.
Auch die Wiener Künstlerin Simone Bernert setzte sich gestalterisch mit dem Spannungsfeld zwischen Technologie und Kreativität auseinander. Für die Debütantinnen entwarf sie Kopfschmuck mit KI-unterstützt entwickelten Motiven, die anschließend künstlerisch weiterbearbeitet wurden.

Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee eröffnete den 126. Concordia Ball. | © Concordia Ball/APA-Fotoservice/Jana Madzigon
Musik, Walzer und volle Tanzflächen
Eröffnet wurde der Ball traditionell im Festsaal des Wiener Rathauses mit dem Jungdamen- und Jungherrenkomitee zum „Accelerationen-Walzer“ von Johann Strauss II. Moderiert wurde die Eröffnung von Lou Lorenz-Dittlbacher, die den Ballabend auch mit den Themen Pressefreiheit und unabhängigen Journalismus verband.

Die Wiener Comedian Harmonists gestalteten die musikalische Eröffnung. | © Concordia Ball/APA-Fotoservice/Jana Madzigon
Musikalisch spannte sich der Abend von klassischer Wiener Ballmusik bis zu Swing, Boogie, Disco und Jazz. Neben dem Wiener Opernball Orchester bespielten unter anderem das Charly Hloch Trio sowie DJs mit historischen Schellackplatten unterschiedliche Säle des Rathauses. Der Arkadenhof wurde erneut zum offenen Dancefloor.

Gäste beim Eintreffen zur Ballnacht des 126. Concordia Balls im Wiener Rathaus. | © Concordia Ball/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
Zu den Gästen zählten unter anderem die Wiener Vizebürgermeisterinnen Barbara Novak und Bettina Emmerling, OSZE-Medienfreiheitsbeauftragter Jan Braathu sowie zahlreiche Vertreter österreichischer und deutschsprachiger Medienhäuser. Auch prominente Journalistinnen und Journalisten sowie Kulturschaffende waren anwesend.
Der Concordia Ball 2026 vermittelte eine klare Botschaft: Solidarität innerhalb der Journalismusbranche existiert – die Teilnahme leistete zugleich einen beachtlichen Beitrag zur Pressefreiheit. Die Einnahmen des Balls kommen dem „Rechtsdienst Journalismus“ zugute, der Journalistinnen und Journalisten juristisch begleitet und unterstützt.
(PA/red)


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