Otto macht keine Scherze über die Albertina

Die Albertina widmet dem deutschen Komiker, Musiker und Künstler Otto Waalkes eine eigene Intervention in den Habsburgischen Prunkräumen. Unter dem Titel „OTTO Meets ALBERTINA“ treten zwölf Arbeiten des 77-Jährigen in einen direkten Dialog mit Meisterwerken der Sammlung. Zu sehen sind Neuinterpretationen von Werken von Albrecht Dürer, Egon Schiele, Gustav Klimt, Paul Klee, Franz Marc und weiteren Künstlern. Die Schau läuft bis 10. Jänner 2027.

Final Cut von Otto Waalkes aus der Ausstellung OTTO Meets ALBERTINA

Mit „Final Cut“ interpretiert Otto Waalkes ein Motiv aus der Sammlung der Albertina neu. | © 2026 Otto Waalkes

Zum 250-Jahr-Jubiläum der Albertina wurde Waalkes eingeladen, auf ausgewählte Werke der Sammlung zu reagieren. Entstanden sind zwölf Werkpaare, die seine Bildwelt mit Arbeiten von Albrecht Dürer, Egon Schiele, Gustav Klimt, Franz Marc, Paul Klee und anderen Künstlern verbinden. Dürers „Flügel einer Blauracke“ begegnet dabei dem „Ostfriesischen Götterboten“, aus dem „Großen Rasenstück“ wird „Final Cut“. Die Ausstellung versteht diese Begegnungen ausdrücklich nicht als Gegenentwurf zu den Originalen, sondern als humorvolle Annäherung an die Kunstgeschichte.

Otto darf intervenieren

Die Ottifanten drängen sich dabei nicht in den Vordergrund. Otto Waalkes setzt seine Figuren mit den Werken der Sammlung in Beziehung und entwickelt deren Motive weiter. Die Parodie dient hier weniger der Provokation als der Verneigung vor den Originalen. Entsprechend spricht die Albertina selbst von einem Dialog zwischen den Werken der Sammlung und den Arbeiten des Künstlers.

Der ostfriesische Götterbote von Otto Waalkes in der Albertina

Otto Waalkes verbindet in „Der ostfriesische Götterbote“ seine Bildwelt mit einem Werk von Albrecht Dürer. | © 2026 Otto Waalkes

Kunstgeschichte aus Ostfriesland

Noch bevor Otto Waalkes zu einer der bekanntesten Figuren der deutschsprachigen Unterhaltung wurde, studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Malerei, Zeichnung und Kunstbücher begleiten seine Karriere seit Jahrzehnten.

In Fernsehinterviews rund um die Eröffnung erlebte man Otto Waalkes auffallend ruhig, beinahe gedämpft. Die Pointen kamen zwar wie gewohnt, blieben diesmal aber oft Nebensache. Zwischen Dürer, Schiele und Klimt schien selbst Otto über die eigene Rolle zu staunen. Dass seine Ottifanten nun in den Prunkräumen der Albertina hängen, wirkte auf ihn mitunter fast ebenso unwirklich wie auf viele Besucher.

Albrecht Dürer Der Flügel einer Blauracke Albertina Wien

Albrecht Dürers „Der Flügel einer Blauracke“ zählt zu den bekanntesten Naturstudien der Renaissance. | © Albertina, Wien

Die Ausstellung dreht sich nicht um die Frage, ob Ottifanten in ein Museum gehören. Sie zeigt Otto Waalkes’ Figuren selbstverständlich neben den bekanntesten Werken der Kunstgeschichte. Waalkes hat zwischen seinen Figuren und den Werken der Sammlung überzeugende Verbindungen geschaffen.

Neue Akzente in der Albertina

Mit Projekten wie KAWS oder nun Otto Waalkes erweitert die Albertina unter Direktor Ralph Gleis ihr Ausstellungsprogramm um Positionen, die ihre Bekanntheit weit außerhalb des klassischen Kunstbetriebs erlangt haben. Beide Ausstellungen wurden in den zentralen Ausstellungsbereichen des Hauses gezeigt. Während KAWS die historischen Prunkräume bespielte, tritt Otto Waalkes nun dort mit Werken der Sammlung in Dialog.

Die Intervention „Otto Meets Albertina“ ist bis 10. Jänner 2027 in den Habsburgischen Prunkräumen der Albertina am Albertinaplatz zu sehen. Gezeigt werden zwölf Arbeiten von Otto Waalkes im Dialog mit zwölf Werken aus der Sammlung des Hauses. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis 21 Uhr. Neben den ausgestellten Werkpaaren werden auch öffentliche Führungen und Vermittlungsprogramme angeboten.

(PA/red)