Stinkwanzen vepesten das Miteinander in Wohnungen
Im Herbst verschiebt sich der Lebensraum mancher Wanzen bis ans Wohnzimmerfenster. Die Marmorierte Baumwanze sammelt sich bei sinkenden Temperaturen an sonnigen Hauswänden und sucht geschützte Plätze zum Überwintern. In Wien trifft das saisonale Ärgernis auf ein Problem, das bereits im Sommer beginnt: Eingeschleppte Wanzenarten schädigen Obst und Gemüse. Betroffen sind damit auch Pflanzen, die in Kleingärten und auf Balkonen wachsen.
Sind Stinkwanzen für Menschen gefährlich?
Die Marmorierte Baumwanze und die Grüne Reiswanze stechen und beißen Menschen nicht. Ihre Mundwerkzeuge dienen dazu, Pflanzen anzustechen und deren Säfte aufzunehmen. Werden die Tiere bedrängt oder zerdrückt, können sie allerdings ein übel riechendes Sekret abgeben.
Der Name „Stinkwanze“ bezeichnet dabei keine einzelne Art. Verschiedene Baumwanzen tragen diesen umgangssprachlichen Namen. Zu ihnen zählen auch heimische Arten, etwa die Grüne Stinkwanze. Eine Wanze auf dem Fensterbrett lässt deshalb noch keinen Rückschluss darauf zu, welcher Pflanzenschädling im Garten unterwegs ist.

Bei sinkenden Temperaturen suchen manche Wanzenarten Unterschlupf in Wohnungen. | © Eukalyptus / Pixabay
Welche Schäden drohen in Wiener Gärten?
Im Wiener Anbau sind besonders die Marmorierte Baumwanze und die Grüne Reiswanze relevant. Die Landwirtschaftskammer Wien warnt vor Saugeschäden an Obst und Gemüse, die teilweise erst spät sichtbar werden. Im Juli 2026 beschrieb sie die Grüne Reiswanze bereits als flächendeckend in ganz Wien verbreitet.
Bei der Marmorierten Baumwanze gehören Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Tomaten, Paprika und Beeren zu den betroffenen Kulturen. Einstiche können Flecken und abgestorbenes Gewebe verursachen. Früchte verformen oder verfärben sich, mitunter fallen sie vorzeitig ab. Für Gartenbaubetriebe kann die geschädigte Ware unverkäuflich werden.
Die Grüne Reiswanze befällt unter anderem Tomaten, Paprika, Melanzani und Hülsenfrüchte. Verkrümmte Früchte und eine ungleichmäßige Ausfärbung zählen zu den typischen Folgen. Gerade im geschützten Anbau kann sie rasch zum Problem werden und bleibt im Pflanzenbestand leicht unentdeckt.
Woran erkennt man die häufigen Schadwanzen?
Die Marmorierte Baumwanze stammt aus Ostasien, ist braun marmoriert und wird bis zu etwa 1,7 Zentimeter groß. Sie ähnelt der heimischen Grauen Gartenwanze. Zu den Unterscheidungsmerkmalen gehören helle Flecken hinter dem Halsschild und dunkle Längszeichnungen am transparenten Flügelende.
Die Grüne Reiswanze wiederum sieht der heimischen Grünen Stinkwanze ähnlich. Helle Punkte auf dem Rücken helfen bei der Unterscheidung. Die grüne Farbe allein reicht zur Bestimmung nicht aus.
Warum kommen Stinkwanzen in die Wohnung?
Ab September beginnt die Suche nach Winterquartieren. Über offene Fenster und Türen gelangen die Tiere auch in Wohnräume. Dort vermehren sich die überwinternden Baumwanzen nicht.
Die Wiener Stadtgärten empfehlen Fliegengitter gegen das Eindringen. Wer bereits Wanzen im Zimmer entdeckt, kann sie vorsichtig mit Besen und Schaufel aufnehmen. Zerdrücken sollte man sie wegen des austretenden Sekrets vermeiden. Werden sie eingesaugt, sollte der Staubsaugerbeutel anschließend sofort entsorgt werden.
Was hilft gegen Wanzen an Pflanzen?
Im Garten beginnt die Kontrolle im Frühjahr. Besonders Blattunterseiten verdienen Aufmerksamkeit, weil dort Eigelege sitzen können. Erkannte Schadwanzen und ihre Eigelege lassen sich gezielt entfernen; bei befallenen Pflanzen hilft auch vorsichtiges Abschütteln und Aufsammeln.
Ein Insektenspray löst das Problem nicht zuverlässig. Gegen erwachsene Wanzen erzielen selbst zugelassene Mittel häufig keine ausreichende Wirkung. Regelmäßige Kontrollen helfen, einen Befall zu entdecken, bevor weitere Früchte geschädigt werden.
Auch wenn ihr Geruch wenig Sympathie weckt: Wanzen gehören zur Vielfalt der Insektenwelt. Manche Arten helfen im Garten, indem sie Blattläuse und andere Schädlinge fressen. Wer einen ungebetenen Gast am Fenster entdeckt, muss deshalb nicht gleich zur chemischen Keule greifen. Fliegengitter halten die Wohnung frei, und mit Besen und Schaufel lässt sich der kleine Besucher vorsichtig entfernen.
(PA/red)


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