Was Wingsuit-Sport von Extremsport unterscheidet
Fünf neue Österreich-Rekorde sind bei der PINK Wingsuit Challenge von 5. bis 7. Juli 2026 in Fromberg bei Kirchberg am Walde aufgestellt worden. Tiefe Wolken, Gewitter, Starkregen und starker Wind ließen nur vier der neun geplanten Wettkampfsprünge zu. Dennoch erzielten Markus Ebert, Armin Teuchtmann und Lisa Buchner neue Bestmarken in Distance, Time und Speed. Die österreichische Meisterschaft führt mitten hinein in eine Sportart, die wagemutige Piloten, bunte Fluganzüge und moderne Messtechnik zusammenbringt.

Wettkampfbesprechung bei der Österreichischen Meisterschaft im Wingsuit Performance. | © Marco Gruber
Bereits zum zweiten Mal wurde die PINK Wingsuit Challenge vom Internationalen PINK Parachute Club im Auftrag des Österreichischen Aero-Clubs ausgetragen. Früh am Morgen starteten die Teilnehmer in Fromberg zu ihren Wettkampfsprüngen über dem Waldviertel. Eine große Zuschauerkulisse gibt es dabei nicht. Was am Boden mit Besprechungen, Flugvorbereitungen und dem Einstieg ins Flugzeug beginnt, entscheidet sich wenig später hoch über den Wolken.
Die Teilnehmer tragen Wingsuits, deren Stoffflächen zwischen Armen und Beinen die tragende Fläche des Körpers vergrößern. Nach dem Absprung aus dem Flugzeug nehmen die Piloten ihre Flugposition ein und versuchen, innerhalb eines festgelegten Höhenbereichs die bestmögliche Leistung zu erzielen. GPS-Geräte zeichnen die Flüge auf, anschließend öffnen die Piloten ihre Fallschirme und landen wieder am Boden.
Zeit, Strecke und Geschwindigkeit zählen
Bei der österreichischen Meisterschaft traten die Teilnehmer in den Disziplinen Time, Distance und Speed sowie erstmals im Acrobatic Flying gegeneinander an. In Time zählt die möglichst lange Flugzeit innerhalb des Wertungsbereichs. Bei Distance soll eine möglichst große horizontale Strecke zurückgelegt werden, Speed bewertet die durchschnittliche Geschwindigkeit über Grund.
Damit entscheiden bei einer Wingsuit-Meisterschaft Meter, Sekunden und Kilometer pro Stunde über die Platzierungen. Kampfrichter werten die mit GPS-Geräten aufgezeichneten Flüge aus. Die Ergebnisse aus Time, Distance und Speed werden zu einer Gesamtwertung zusammengeführt.
Das Wetter gehört zu den entscheidenden Faktoren des Wettbewerbs. Starker Wind, Wolken und Gewitter können Sprünge verzögern oder unmöglich machen. In Fromberg blieben den Teilnehmern diesmal nur vier Wettkampfsprünge, um ihre Leistungen zu erzielen.

Wingsuits vergrößern die tragende Fläche des Körpers. | © Marco Gruber
Wingsuit ist nicht gleich Wingsuit
Wingsuit Performance ist eine anerkannte Disziplin des internationalen Fallschirmsports. Der Weltluftsportverband FAI erkannte das Wettkampfformat 2015 offiziell an. Seither werden Weltcups und Weltmeisterschaften nach einem einheitlichen Regelwerk ausgetragen.
Davon zu unterscheiden ist Wingsuit BASE. Dabei springen die Piloten nicht aus einem Flugzeug, sondern von festen Objekten ab. Das Kürzel BASE steht für Building, Antenna, Span und Earth – Gebäude, Antennen, Brücken und natürliche Erhebungen. Bei sogenannten Proximity Flights führt die Flugbahn nahe an Felswänden oder anderem Gelände vorbei.
Was beide Formen gemeinsam haben, sind der Wingsuit und die hohen Anforderungen an die Piloten. Im Performance-Sport wird daraus ein Wettbewerb unter festgelegten Bedingungen. Die Athleten müssen ihren Flug kontrollieren, die geforderte Leistung erzielen, den Fallschirm sicher öffnen und landen. In Fromberg kamen schwierige Wetterbedingungen hinzu, die den Spielraum für die Rekordversuche erheblich einschränkten.
Fünf Rekorde nach vier Wettkampfsprüngen
Den Gesamtsieg der PINK Wingsuit Challenge sicherte sich Markus Ebert vor Armin Teuchtmann und Sebastian Uttenthaler. Ebert stellte mit 4.443 Metern in Distance und 81,8 Sekunden in Time zwei neue österreichische Rekorde auf. Armin Teuchtmann erreichte mit 292,5 km/h eine neue Bestmarke in Speed.

Teilnehmer, Kampfrichter und Helfer der PINK Wingsuit Challenge 2026. | © Marco Gruber
Zwei weitere Rekorde gingen an Lisa Buchner. Sie erreichte 2.430 Meter in Distance und 244,4 km/h in Speed. Als einzige Frau im Teilnehmerfeld belegte Buchner zudem den dritten Platz in der Disziplin Distance. Nach drei Tagen zwischen Wetterbeobachtung, Wettkampfsprüngen und Auswertung endete die österreichische Meisterschaft mit fünf neuen nationalen Bestmarken.
(PA/red)


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