Wenn Promis am Strang ziehen: “Nothing Like Austria”

Gemeinsam an einem Strang ziehen und den Karren aus den Dreck befördern. Wer Analogien zur aktuellen Coronakrise sucht, findet sie im Kurzfilm “Nothing Like Austria” auf einer wässrigen Oberfläche. Spielplatz der Handlung ist der fiktive Dampfer MS Österreich II. Eine prominente Besatzung schippert auf der schönen Donau nahe Wien und gerät in Seenot. Das Who is Who der österreichischen Society-Kulturszene ließ sich dabei von jungen Regisseuren HD-ready in Szene setzen. Unterstützt von Hans Krankl, Alfons Haider, Christoph Fälbl, Reinhard Nowak, Martin Buchgraber, Peter Rapp und Dennis Jale, der einen coolen Song schrieb.

“Nothing Like Austria”

Die genannten Herren sind nur ein kleiner Auszug der Mannschaftsliste. Viele UnterstützerInnen haben mitgeholfen, “Nothing Like Austria” zu inszenieren. Kernstück ist ein 15-minütiger Kurzfilm mit komischer Spielhandlung: Kapitän Fälbl und seine Besatzung versuchen mit aller Kraft den Ausflugsdampfer MS Österreich II auf Kurs zu halten, während sich die Passagiere ungestört amüsieren. Doch als der Kahn vollends zu versinken droht, ändert sich die Einstellung auf dem Dampfer. Alle Passagiere packen mit an. Gemeinsam gelingt es ihnen den “Karren aus den Dreck” zu ziehen. “Erzähler” Peter Rapp wählte die Worte.
Schiff gerettet, Goldfisch am Leben, die Fahrt kann weitergehen – alle sind happy.

Piraten Marketing

“So sind wir”. Vielleicht hätte Bundespräsident Van der Bellen den Film mit diesen Worten kommentiert. Aber er kennt ihn nicht. Der kurze Streifen mit langem Abspann ist Teil eines größeren Projekts. Rundherum entstand ein Logo, eine Homepage, eine “NLA-Bewegung” und ein Live-Event. Ende September fand die Premiere von “Nothing Like Austria” beim MA48-Tandler in Wien statt.

Dennis Jale schrieb Song für den Kurzfilm "Nothing Like Austria"

Dennis Jale schrieb einen coolen Song für den Kurzfilm. Bei der Präsentation (der geplanten CD) schmunzelte er über ein Foto des Initiators mit Clownmaske (links) | © Gerald Fischer

Der Medienrummel hielt sich trotz Starbesetzung in Grenzen, was der aktuellen Covid-19-Lage geschuldet war. Das Happy End im Kurzfilm konnte mit den Erwartungen der Filmemacher leider nicht Schritt halten. Sie dachten, dass Corona im September mehr oder weniger vorbei sein würde, und inszenierten den Film in einer Art Sommerlaune. Etwas traurig verlief nun die längst fällige Präsentation, zu der viele Geladene nicht kommen konnten.

Prominente Protagonisten

Neben Fußballlegende Hans Krankl, der als Kapitän fungiert hat, “Barkeeper” Alfons Haider, den Kabarettisten Christoph Fälbl und Reinhard Nowak, Paralympics-Sieger Thomas Geierspichler, Sängerin Niddl, Miss Vienna Beatrice Körmer mit Support ihres Freundes Heimo Turin, Moderatorin Cathrin Zimmermann, den Dancing Stars Willi Gaballier, Vadim Garbuzov, Conny Kreuter und dem “Erzähler” Peter Rapp waren noch viele weitere prominente Schauspieler mit an Bord der MS Österreich II. Sie alle zogen an einem Strang, um das Schiff wieder in Fahrt zu bringen.

Szene aus dem Kurzfilm "Nothing Like Austria" von Jan Woletz und Stefan Polasek

Fashion Ladys Elvyra Geyer und Beatrice Körmer bei den Dreharbeiten am Schiff | © Ulrich Neuburg

Am Grund der Donau

Der Corona-Dampfer steckt noch immer im Dreck. Oder schon wieder. Daran konnten auch die geselligen Passagiere und engagierten Filmemacher mit ihrem Sommerfilm-Flick nichts ändern. Im schaurig kühlen Wien-Wahlherbst ist die Sommerbräune bei einigen Teilnehmern ohnehin längst abgeblättert. Der tiefere Sinn des Projekts manifestiert sich auf anderer Ebene. Um obenauf durch die Krise zu schwimmen, reicht eine Seilschaft nicht aus. Wenn der Babyelefanten-Abstand nicht eingehalten wird, geht am Ende sogar der Marketingzweck unter. Ein Schelm, wer Gutes dabei denkt.

(PA/red)

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