Wirtschaftskammer zeichnet MuseumsQuartier und Enzis aus

Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien (WKW) hat das MuseumsQuartier Wien (MQ) sowie die dort eingesetzten Enzi-Sitzmöbel mit dem Tourismuspreis 2026 ausgezeichnet. Spartenobmann Dominic Schmid überreichte die Ehrung im Rahmen einer Veranstaltung im MQ an Geschäftsführerin Bettina Leidl. Die Auszeichnung wird jährlich an Betriebe und Institutionen vergeben, die zur touristischen Wertschöpfung und Positionierung der Bundeshauptstadt beitragen.

In der Begründung hob die Wirtschaftskammer die Bedeutung des Areals als hybrides Nutzungskonzept hervor. Neben den ansässigen Kunst- und Kultureinrichtungen nehmen die frei zugänglichen Innenhöfe eine zentrale Funktion für die urbane Frequenz und Aufenthaltsqualität ein.

Funktion des öffentlichen Raums für den Standort Wien

Aus wirtschafts- und tourismuspolitischer Sicht haben sich die 2002 eingeführten Sitzmöbel – entworfen vom Architekturbüro PPAG (Anna Popelka und Georg Poduschka) – zu einem visuellen Markenzeichen entwickelt. Laut WKW dienen die Elemente nicht nur der Raumstrukturierung vor Ort, sondern haben sich auch als international geläufiges Symbol der Wiener Stadtkultur etabliert. Nachbau- und Lizenzvarianten wurden im Laufe der Jahre in Städten wie Madrid, Barcelona, Hamburg und Berlin aufgestellt.

Das MuseumsQuartier Wien ist mit rund 60 kulturellen Einrichtungen eines der weltweit größten Kunst- und Kulturareale

Das MuseumsQuartier Wien ist mit rund 60 kulturellen Einrichtungen eines der weltweit größten Kunst- und Kulturareale. | © Udo Titz

Die farbliche Gestaltung des Areal-Mobiliars ist seit Jahren ein zentrales marketingtechnisches Element. Im Jubiläumsjahr 2026 – das MQ besteht seit 25 Jahren – kamen nach einer Online-Abstimmung mit rund 20.000 Teilnehmenden erstmals zwei Farben gleichzeitig zum Einsatz: Punschkrapferlrosa (47,43 % der Stimmen) und Sodazitrongelb (26,8 %). Damit greift das Areal historische Farblinien aus den Jahren 2004 und 2009 auf.

Personelle Kontinuität an der Management-Spitze

Die Preisverleihung fällt in eine Phase organisatorischer Weichenstellungen. Erst Ende September 2026 wurde die Wiederbestellung von Bettina Leidl als Geschäftsführerin der MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft bekannt gegeben. Bund und Stadt Wien verlängerten ihren Vertrag nach einem Ausschreibungsverfahren um weitere fünf Jahre.

Tourismus-Spartenobmann Dominic Schmid und Museumsquartier-Geschäftsführerin Bettina Leidl.

Tourismus-Spartenobmann Dominic Schmid übergibt Museumsquartier-Geschäftsführerin Bettina Leidl den Tourismuspreis 2026 der WKW. | © Florian Wieser / WKW

Leidl, die das Areal seit 2022 leitet, verantwortet damit die strategische Ausrichtung der nächsten Entwicklungsphase. Schwerpunkte der laufenden Geschäftsführungsperiode sind die Weiterentwicklung der Standortmarke, die verstärkte Ausrichtung auf internationale Kooperationen sowie die städtebauliche Anpassung des Areals an klimatische Anforderungen.

Begrünung und ökologische Standortanpassung

Parallel zur Steuerung der Besucherströme setzt die Betriebsgesellschaft auf eine stufenweise bauliche und ökologische Umgestaltung der Freiflächen. Von den insgesamt 22.000 Quadratmetern Hoffläche ist mittlerweile gut ein Viertel begrünt. Durch Baumbepflanzungen, Fassadenbegrünungen und die Schaffung unversiegelter Zonen soll das Mikroklima auf dem Areal stabilisiert werden.

Mit der aktuellen Würdigung reiht sich das MuseumsQuartier in die Liste bisheriger Preisträger wie den Flughafen Wien, die Albertina, den Stephansdom oder die Wiener Sängerknaben ein. Die Auszeichnung verdeutlicht, dass die ökonomische Leistungsfähigkeit der Tourismusdestination Wien zunehmend von Qualität, Infrastruktur und Nutzungsoffenheit zentraler Standorte abhängt.

(PA/red)