Fronleichnam in Wien: Tausende bei Prozession

Der Stephansplatz verwandelte sich am Donnerstag in eine große Freiluftkirche. Mehr als 2.000 Gläubige feierten gemeinsam mit dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl das Fronleichnamsfest. Nach der Festmesse im Stephansdom zog die traditionelle Prozession durch die Wiener Innenstadt und führte über Kärntner Straße, Stallburggasse, Michaelerplatz, Kohlmarkt und Graben wieder zurück zum Dom.

Erzbischof Josef Grünwidl während der Fronleichnamsmesse im Stephansdom

Für Josef Grünwidl war es das erste Fronleichnamsfest als Wiener Erzbischof. | © Erzdiözese Wien/Schönlaub

Weihrauch, Fahnen und liturgische Gewänder prägten das Bild der Prozession durch die historischen Gassen und Plätze. Pfadfinder, Ordensvertreter, Studentenverbindungen und zahlreiche Gläubige beteiligten sich an der Feier. Auch zahlreiche Touristen beobachteten das Geschehen und knipsten Fotos.

Erstes Fronleichnam als Erzbischof

An der Prozession beteiligten sich Priester und Diakone aus den Pfarren und Gemeinschaften der Wiener Innenstadt ebenso wie Vertreter kirchlicher Organisationen, Ritterorden, katholischer Studentenverbindungen und der Pfadfinder. Musikalisch begleitet wurde der Umzug von der Gardemusik Wien des Bundesheeres.

Teilnehmer der Fronleichnamsprozession auf dem Weg durch die Wiener Innenstadt

Pfadfinder, Geistliche, Ordensvertreter und zahlreiche Gläubige begleiteten die Prozession durch Augustinerstraße, Kohlmarkt und Graben. | © Erzdiözese Wien/Schönlaub

Im Stephansdom begann das Fronleichnamsfest mit der Festmesse. Dort erklang die von Wolfgang Amadeus Mozart vor 250 Jahren komponierte Orgelsolomesse. Zahlreiche Priester und Diakone aus den Pfarren und Gemeinschaften der Wiener Innenstadt feierten den Gottesdienst mit. Nach der Predigt am Michaelerplatz kehrte die Prozession schließlich zum Stephansdom zurück, wo die Feierlichkeiten mit dem Segen für die Stadt Wien ihren Abschluss fanden.

Menschen wichtiger als Technik

Ausgehend vom Bibelwort „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder“ sprach Grünwidl über die Bedeutung von Demut, Verantwortung und Perspektivenwechsel. Dabei griff er auch aktuelle Debatten über Künstliche Intelligenz und technologische Entwicklungen auf.

Blick in den mit Gläubigen gefüllten Stephansdom während der Fronleichnamsfeier

Die Festmesse im Stephansdom bildete den Auftakt des Fronleichnamsfestes in Wien. | © Erzdiözese Wien/Schönlaub

Technik solle nicht verteufelt werden, sagte der Erzbischof. Für eine gute Zukunft brauche es jedoch mehr als Wissen und technische Möglichkeiten. Orientierung an der Wahrheit, Gewissen und Herzensbildung seien ebenso notwendig wie technischer Fortschritt. „Wichtiger als digitale Technik bleibt menschliche Nähe. Wesentlicher als globale Vernetzung bleibt der persönliche Kontakt“, sagte der Erzbischof vor den Teilnehmern der Feier.

Fotos von der Prozession

Bilder der Prozession durch die Wiener Innenstadt zeigen Tausende Teilnehmer und Besucher entlang der Route zwischen Stephansdom, Michaelerplatz, Kohlmarkt und Graben.

  • Blick in den mit Gläubigen gefüllten Stephansdom während der Fronleichnamsfeier
    Fronleichnamsfest 2026 im Stephansdom. | © Erzdiözese Wien/Schönlaub

Nach der Rückkehr zum Stephansdom spendete Grünwidl den traditionellen Segen für die Stadt Wien.

(PA/red)