Tag des Denkmals 2026 verzeichnet 17.000 Gäste in Wien
Mehr als 17.000 Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag des Denkmals 2026, um historische Orte in Wien aus nächster Nähe kennenzulernen. Am 27. September boten mehr als 50 Programmpunkte bei freiem Eintritt Zugang zu bekannten Bauwerken und Räumen, die im Alltag nicht oder nur eingeschränkt besichtigt werden können. Österreichweit wurden 50.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet.
Unter dem Motto „Denkmale: Wert für alle.“ standen die gesellschaftliche, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Bedeutung des kulturellen Erbes im Mittelpunkt. Zum Wiener Programm gehörten unter anderem historische Straßenbahnwagen des Rollenden Museums, die Quantenforschung in der Boltzmanngasse, die ehemalige Wohnung der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky sowie das Palais Erzherzog Wilhelm und das Palais Colloredo-Mannsfeld.
In Österreich stehen rund 40.000 Objekte unter Denkmalschutz, viele davon in privatem Besitz. Ihre Erhaltung ist eine gemeinsame Aufgabe von Eigentümern, Planern, Handwerksbetrieben, Restauratoren und dem Bundesdenkmalamt. Die folgenden Wiener Bauwerke zeigen, wie historische Substanz erhalten und zugleich zeitgemäß genutzt werden kann.
Ausgewählte Wiener Denkmäler
Gemeinsam mit OPEN HOUSE WIEN wurden am letzten Septemberwochenende auch Gebäude zugänglich, die normalerweise für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Manche Besichtigungen boten damit eine seltene Gelegenheit, historische Räume nicht nur von außen, sondern unmittelbar vor Ort zu erleben. Nachstehend ein Auszug aus den Wiener Denkmälern, die an diesem Wochenende besichtigt werden konnten.
Haus der Industrie: Das 1911 von Kaiser Franz Joseph eröffnete Haus der Industrie zählt zu den letzten Wiener Großbauten des Historismus. Hinter der mächtigen Fassade am Schwarzenbergplatz verbergen sich großzügige Treppenanlagen und prachtvolle Repräsentationsräume. Im Festsaal wurde 1955 erstmals nach Abschluss des Staatsvertrags die österreichische Flagge gezeigt. Am Tag des Denkmals führten Rundgänge durch die historischen Innenräume, die derzeit teilweise restauriert werden.

Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz. | © Industriellenvereinigung
Otto-Wagner-Kirche am Steinhof: Mit ihrer goldenen Kuppel zählt die Kirche am Steinhof zu den bekanntesten Werken der Wiener Moderne. Otto Wagner plante sie als Bestandteil der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt und verband anspruchsvolle Gestaltung mit funktionalen Details. Architektur, Altäre, Leuchten, Glasfenster und weitere Teile der Einrichtung bilden ein Gesamtkunstwerk, das bis ins kleinste Detail durchdacht ist.

Otto-Wagner-Kirche am Steinhof in Wien. | © Lisa Rastl, Wien Museum
Orthopädisches Krankenhaus Gersthof: Das 1926 von den Architekten Mautner und Rothmüller entworfene ehemalige Orthopädische Krankenhaus in der Wielemansgasse in Wien-Währing wurde behutsam für eine neue Nutzung adaptiert. Fassade, Außenanlagen und wesentliche historische Merkmale im Inneren blieben erhalten. Heute dient der denkmalgeschützte Bau als Bildungscampus: Ehemalige Keller- und Lagerräume wurden zu hellen Kreativräumen, die frühere Verwaltungsvilla beherbergt den naturwissenschaftlichen Bereich.

Das ehemalige Orthopädische Krankenhaus Gersthof, heute als Bildungscampus genutzt. | © Andreas Buchberger.
Villa Beer: Die Anfang der 1930er-Jahre von Josef Frank und Oskar Wlach entworfene Villa Beer gilt als Ikone der österreichischen Moderne. Statt abgeschlossener Zimmer prägen fließende Räume, unterschiedliche Ebenen und überraschende Blickachsen das Haus. Bei seiner Restaurierung wurden historische Böden und Einbauten aufgearbeitet sowie Erkenntnisse über ursprüngliche Materialien und Bautechniken gewonnen. Vorträge und Besichtigungen gaben Einblick in diese aufwendige Arbeit.

Die von Josef Frank und Oskar Wlach entworfene Villa Beer. | © Fotostudio Huger.
Campus der Akademie: Am Campus der Österreichischen Akademie der Wissenschaften treffen mehrere Jahrhunderte Bildungs- und Baugeschichte aufeinander. Zum Ensemble im alten Universitätsviertel gehören das Hauptgebäude, das Collegium mit seinem Arkadenhof und die Akademiebibliothek. In der Alten Aula samt historischem Jesuitentheater entsteht derzeit mit dem „Q“ ein neues Zentrum für Wissenschaftskommunikation. Die Führungen verbanden historische Architektur mit der zukünftigen Nutzung des Standorts.

Campus der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der Wiener Innenstadt. | © Daniel Hinterramskogler
Haus Urwalek: Wie sich Denkmalschutz und Klimaschutz verbinden lassen, zeigt das 1930 errichtete Haus Urwalek in Hietzing. Bei der Sanierung bewahrt ein besonders dünner Dämmputz die ursprünglichen Proportionen der Fassade. Historische Furniere, Böden und die charakteristische Holztreppe werden restauriert, während Wärmepumpe, Wohnraumlüftung und eine verborgen montierte Photovoltaikanlage das Gebäude technisch in die Gegenwart führen.

Das 1930 errichtete Haus Urwalek in Wien-Hietzing. | © Matej Hakar
Mehr als ein Drittel der Besucher kam nach Wien
Mit mehr als 17.000 Besucherinnen und Besuchern entfiel über ein Drittel der österreichweit gezählten 50.000 Besucherinnen und Besucher auf das Wiener Programm. Der vom Bundesdenkmalamt koordinierte Tag des Denkmals findet jährlich am letzten Sonntag im September statt und ist Teil der European Heritage Days.
(PA/red)


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