Musikalische Ostergottesdienste in Wiener Kirchen

Am Höhepunkt des Kirchenjahres steht das Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi, das an zahlreichen Orten gefeiert wird. In der Karwoche sind viele Gottesdienste in der Wiener Innenstadt musikalisch gestaltet, einige davon werden auch über Medien übertragen. Die liturgischen Feierlichkeiten beginnen mit dem Palmsonntag und führen zu den drei heiligsten Tagen des katholischen Kalenders: Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Am Ostersonntag wird schließlich die Hoffnung der Auferstehung mit der Verkündigung der Osterbotschaft gefeiert.

Mit Palmsonntag beginnt in Wien die Karwoche – der Höhepunkt des Kirchenjahres. Zahlreiche Gottesdienste in den Innenstadtkirchen werden auch 2026 wieder musikalisch besonders gestaltet. Von feierlichen Pontifikalämtern bis zur Osternacht sind Chöre, Solistinnen und Instrumentalensembles im Einsatz.

Allein im Stephansdom wirken während der Kar- und Ostertage mehr als 150 Musikerinnen und Musiker mit. Die liturgischen Feiern reichen von der Segnung der Öle in der Chrisammesse über die Fußwaschung am Gründonnerstag bis zur Kreuzverehrung am Karfreitag und der feierlichen Osternacht am Karsamstag. Viele dieser Gottesdienste werden auch über Medien zugänglich gemacht – etwa über radio klassik Stephansdom oder Online-Übertragungen.

Palmsonntag eröffnet die Karwoche

Palmsonntag, 29. März 2026

Der Palmsonntag markiert den Beginn der Karwoche und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Mit der Segnung der Palmzweige beginnt traditionell die liturgische Abfolge der Osterfeiern.

Domkirche St. Stephan, 10:15 Uhr
Pontifikalamt mit Erzbischof Josef Grünwidl. Leidensgeschichte nach Matthäus von Anton Reinthaler. Gesungen von Solisten und Domchor, Domorganist Ernst Wally, Leitung: Domkapellmeister Markus Landerer.
09:45 Uhr: Palmweihe bei der Pestsäule am Graben.
Liveübertragung auf radio klassik Stephansdom.

Jesuitenkirche, 10:30 Uhr
(Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien)

Missa Quadragesimalis von Michael Haydn. Chor, Solisten und Orchester der Chorvereinigung St. Augustin, Leitung: Andreas Pixner.

Augustinerkirche, 11:00 Uhr
Mozarts Orgelsolomesse. SolistInnen, Chor und Orchester von St. Augustin, Orgel: Robert Kovács, Dirigent: Peter Tiefengraber.

Der Stephansdom in Wien ist während der Karwoche und zu Ostern ein zentraler Ort für liturgische Feiern und musikalisch gestaltete Gottesdienste.

Der Stephansdom in Wien ist während der Karwoche und zu Ostern ein zentraler Ort für liturgische Feiern und musikalisch gestaltete Gottesdienste. | © Florian Franz Feuchtner

Chrisammesse: Segnung der heiligen Öle

Montag, 30. März 2026

Die Chrisammesse gehört zu den zentralen Feiern der Karwoche. Dabei werden die heiligen Öle gesegnet, die im Laufe des Jahres für Taufen, Firmungen und Weihen verwendet werden. Zugleich erneuern Priester ihr Weiheversprechen.

Domkirche St. Stephan, 18:00 Uhr
Chrisammesse mit Erzbischof Josef Grünwidl. Musikalische Gestaltung durch Vokal- und Instrumentalensemble sowie Domorganist Ernst Wally. Leitung: Michal Kucharko.

Gründonnerstag erinnert an das Letzte Abendmahl

Gründonnerstag, 2. April 2026

Am Gründonnerstag wird das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern gefeiert. Die Liturgie umfasst traditionell die Fußwaschung als Zeichen der Demut sowie die Feier der Eucharistie.

Peterskirche, 17:00 Uhr
(Petersplatz 1, 1010 Wien)
Messe für den Gründonnerstag von Anton Bruckner. Ensemble Choriambus, Leitung: Martin Garand.

Michaelerkirche, 18:00 Uhr
(Michaelerplatz 5, 1010 Wien)
Werke von Bruckner, Franck und Duruflé. Leitung: Manuel Schuen.

Augustinerkirche, 18:30 Uhr
Giovanni Pierluigi da Palestrina – Missa brevis. Kammerchor von St. Augustin, Orgel: Heiko Reitner, Leitung: Gottfried Fragner.

Domkirche St. Stephan, 19:00 Uhr
Gründonnerstags-Liturgie mit Erzbischof Josef Grünwidl. Wiener Domchor, Domorganist Ernst Wally, Leitung: Domkapellmeister Markus Landerer.
Liveübertragung auf radio klassik Stephansdom.

Karfreitag steht im Zeichen der Passion

Karfreitag, 3. April 2026

Der Karfreitag gilt als Tag des Gedenkens an die Kreuzigung Jesu Christi. Um 15 Uhr – der überlieferten Todesstunde – wird vielerorts in besonderer Stille der Passion gedacht. Die Liturgie umfasst die Lesung der Leidensgeschichte sowie die Verehrung des Kreuzes.

Peterskirche, 15:00 Uhr
Deutsche Passion.

Domkirche St. Stephan, 18:00 Uhr
Karfreitags-Liturgie mit Erzbischof Josef Grünwidl. Johannes-Passion von Schütz. Vokalensemble St. Stephan, Leitung: Domkapellmeister Markus Landerer.
Liveübertragung auf radio klassik Stephansdom.

Michaelerkirche, 18:00 Uhr
Johannes-Passion von Christoph Demantius sowie Karfreitagsmotetten von Gesualdo.

Augustinerkirche, 18:30 Uhr
Johannespassion von Hermann Kronsteiner.

Osternacht bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten

Karsamstag, 4. April 2026

Die Feier der Osternacht am Abend des Karsamstags gilt als Höhepunkt der liturgischen Osterfeiern. Sie beginnt meist mit der Segnung des Feuers, gefolgt von der Liturgie des Lichts, bei der die Osterkerze entzündet wird. In vielen Gemeinden werden dabei auch Speisen wie Brot, Eier oder Osterschinken gesegnet.

Augustinerkirche, 20:00 Uhr
Festmusik für Trompete und Orgel. Trompete: Gernot Kahofer, Orgel: Peter Tiefengraber.

Michaelerkirche, 21:00 Uhr
Lateinisches Exsultet und feierliche Orgelmusik. Musikalische Gestaltung: Zuzanna Mika, Sophie Magnanini und Manuel Schuen.

Domkirche St. Stephan, 21:00 Uhr
Osternacht mit Erzbischof Josef Grünwidl. Festliche Musik unter anderem mit Werken von Charles Wesley und Max Eham. Es musizieren das Vokalensemble St. Stephan, Domorganist Ernst Wally und die Wiener Dombläser unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Landerer.
Im Rahmen der Feier findet eine Erwachsenentaufe statt,
Liveübertragung auf radio klassik Stephansdom.

Osterkorb mit Osterschinken, Brot und gefärbten Eiern zur Speisensegnung in Wien

Ein traditionell gefüllter Osterkorb mit Osterschinken, Brot und gefärbten Eiern steht bereit für die Speisenweihe während der Osterzeit. | © Florian Franz Feuchtner

Ostersonntag feiert die Auferstehung

Ostersonntag, 5. April 2026

Der Ostersonntag steht im Zeichen der Auferstehung Jesu Christi. Die festlichen Hochämter feiern die Hoffnung auf neues Leben und bilden einen zentralen Bestandteil der Osterliturgie. In vielen Familien gehört auch das gemeinsame Ostermahl zur Tradition.

Michaelerkirche, 10:00 Uhr
Theresienmesse von Joseph Haydn.

Domkirche St. Stephan, 10:15 Uhr
Pontifikalamt mit Nelson-Messe von Joseph Haydn.

Jesuitenkirche, 10:30 Uhr
Theresienmesse von Joseph Haydn.

Augustinerkirche, 11:00 Uhr
Missa solemnis C-Dur von Mozart.

Peterskirche, 11:15 Uhr
Lateinisches Hochamt mit Mozarts Missa solemnis.

Ostermontag beschließt die Osteroktav

Ostermontag, 6. April 2026

Der Ostermontag bildet den Abschluss der Osteroktav – der achttägigen Feier der Auferstehung. Traditionell nutzen viele Menschen diesen Tag für Familienbesuche und gemeinsames Feiern.

Domkirche St. Stephan, 10:15 Uhr
Hochamt mit Dompropst Ernst Pucher. Spatzenmesse von Wolfgang Amadeus Mozart. Leitung: Domkapellmeister Markus Landerer.
Liveübertragung auf radio klassik Stephansdom.

Augustinerkirche, 11:00 Uhr
Krönungsmesse von Mozart.

Peterskirche, 11:15 Uhr
Missa brevis Nr. 4 in A von Robert Führer.

Gotteslob zum Mitsingen während der Osterliturgie

Viele der liturgischen Feiern während der Karwoche und an Ostern werden durch bekannte Gesänge aus dem Gotteslob begleitet. Diese Lieder sind fixer Bestandteil der katholischen Liturgie und laden die Gemeinde zum gemeinsamen Mitsingen ein.

Typische Gesänge während der Kar- und Ostertage sind unter anderem:

Zur Karwoche

  • „Komm, Heiliger Geist, der Leben schafft“ (GL 346)
  • „O Haupt voll Blut und Wunden“ (GL 175)
  • „Kreuz auf das ich schaue“ (GL 476)
  • „Tantum Ergo“ (GL 474)

Zur Osternacht

  • „Lumen Christi“ (GL 258)
  • „Exsultet“ (GL 259)
  • „Christ ist erstanden“ (GL 268)
  • „Jesus Christus, Heiland der Welt“ (GL 271)

Zu Ostersonntag und Ostermontag

  • „Der Herr ist auferstanden“ (GL 270)
  • „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ (GL 279)
  • „Halleluja, singt dem Herrn“ (GL 263)

Diese Auswahl ist exemplarisch – die konkrete Liedwahl erfolgt jeweils durch die liturgisch Verantwortlichen der einzelnen Gemeinden.

(PA/red)