Meta führt Standortgebühr für Werbung in Österreich ein

Meta führt ab 1. Juli 2026 eine neue Standortgebühr für Werbung in Österreich ein. Darüber informiert das Unternehmen betroffene Werbekunden derzeit per E-Mail. Für Anzeigen, die an Nutzer in Österreich ausgeliefert werden, fällt künftig ein zusätzlicher Aufschlag von fünf Prozent an.

Meta begründet die Maßnahme mit sogenannten Digital Services Taxes (DST) sowie weiteren standortabhängigen Abgaben. Die neuen Standortgebühren sollen nach Angaben des Unternehmens einen Teil jener Kosten decken, die durch den Betrieb in einzelnen Rechtsordnungen entstehen. Bisher habe Meta diese zusätzlichen Kosten selbst übernommen.

Zielgruppe statt Unternehmenssitz entscheidend

Die Gebühr richtet sich nicht nach dem Sitz des Werbekunden. Ausschlaggebend ist vielmehr, wo sich die erreichte Zielgruppe befindet und in welchem Land die Werbeauslieferung erfolgt. Ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland oder den USA bezahlt den österreichischen Aufschlag daher ebenfalls, sobald Anzeigen an Nutzer in Österreich ausgespielt werden.

Neben Österreich nennt Meta weitere Länder, für die Standortgebühren gelten. Der Aufschlag beträgt derzeit fünf Prozent in Österreich und der Türkei, drei Prozent in Frankreich, Italien und Spanien sowie zwei Prozent im Vereinigten Königreich. Die Liste der betroffenen Länder und die Höhe der Gebühren könnten sich künftig ändern.

Die Standortgebühr wird laut Meta nach der Auslieferung der Werbung zusätzlich verrechnet und nicht aus bestehenden Kampagnenbudgets finanziert. Sie gilt unabhängig vom Werbeformat und umfasst unter anderem Bild- und Videoanzeigen sowie Click-to-WhatsApp-Kampagnen. Auf den Rechnungen sollen die Zuschläge künftig gesondert ausgewiesen werden.

Ursprung liegt in der Digitalsteuer

Der Hintergrund reicht mehrere Jahre zurück. Österreich führte Anfang 2020 eine Digitalsteuer für bestimmte Werbeumsätze großer Onlineplattformen ein. Die Abgabe beträgt fünf Prozent und richtet sich an internationale Digitalkonzerne, die mit Onlinewerbung erhebliche Umsätze erzielen.

Bereits kurz nach Einführung der österreichischen Digitalsteuer kündigte Google an, entsprechende Kosten an Werbekunden weiterzugeben. Nun folgt Meta mit einem vergleichbaren Modell. Das Unternehmen verweist dabei ausdrücklich auf Digitalsteuern und andere standortabhängige Abgaben als Ursache für die neue Verrechnung.

Betroffen sind Unternehmen, Medienhäuser, Agenturen, Veranstalter und Creator gleichermaßen. Überall dort, wo Werbung über Facebook, Instagram oder andere Meta-Dienste an österreichische Nutzer ausgespielt wird, fällt künftig die neue Standortgebühr an.

(red)