Tausende wollen ein Medizinstudium in Österreich

Über 13.000 Bewerber stellten sich am Freitag dem MedAT für ein Studium der Human- oder Zahnmedizin. Schon in den frühen Morgenstunden füllten sich die Hallen der Messe Wien, während auch in Graz, Innsbruck und Wels tausende Studieninteressierte auf den Beginn der Aufnahmeprüfung warteten. Insgesamt nahmen 13.248 Personen am MedAT teil und konkurrierten um 1.950 Studienplätze.

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Studienbewerber auf dem Weg zum MedAT in der Messe Wien.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des MedAT treffen am Prüfungstag bei der Messe Wien ein. | © APA-Fotoservice / Hörmandinger

Für viele war es das Ende monatelanger Vorbereitung. Der MedAT gilt als einer der anspruchsvollsten Aufnahmetests des Landes. Gefragt sind Kenntnisse aus Biologie, Chemie, Physik oder Mathematik. Neben naturwissenschaftlichem Grundlagenwissen werden auch kognitive Fähigkeiten, Textverständnis sowie soziale und emotionale Kompetenzen überprüft. Wer Zahnmedizin studieren möchte, muss zusätzlich seine manuellen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Wien ist der größte MedAT-Standort

Mit 6.573 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand das größte Aufnahmeverfahren erneut in Wien statt. Die Prüfungen wurden wie in den vergangenen Jahren in der Messe Wien abgehalten. Für das Studienjahr 2026/27 stehen an der Medizinischen Universität Wien 784 Studienplätze in Human- und Zahnmedizin zur Verfügung – mehr als an jedem anderen Standort in Österreich. Entsprechend groß ist auch die Zahl jener, die jedes Jahr in die Bundeshauptstadt kommen, um sich ihren Studienplatz zu sichern.

Prüfungssaal des MedAT in der Messe Wien.

Vor Beginn des MedAT bereiten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Prüfungshalle der Messe Wien auf das Aufnahmeverfahren vor. | © APA-Fotoservice / Hörmandinger

Fachwissen und Vorbereitungskurse

Wer den Test im kommenden Jahr absolvieren möchte, sollte sich frühzeitig mit seinem Aufbau vertraut machen. Viele Bewerber beginnen bereits Monate vorher mit der Vorbereitung, arbeiten Übungsbücher durch oder besuchen Vorbereitungskurse. Ebenso wichtig ist jedoch die eigene Zeiteinteilung. Der MedAT dauert mehrere Stunden und verlangt durchgehend hohe Konzentration.

Auch organisatorisch empfiehlt sich eine gute Vorbereitung. Eine rechtzeitige Anreise, ausreichend Verpflegung und das Wissen über den genauen Ablauf des Prüfungstags können dazu beitragen, unnötigen Stress zu vermeiden.

Medizinstudium bekommt Konkurrenz

Wer heute mit dem Medizinstudium beginnt, wird voraussichtlich erst Anfang der 2030er-Jahre vollständig im Berufsleben stehen. Bis dahin dürfte sich nicht nur die Technik weiterentwickeln, sondern auch die Aufgabenverteilung in Krankenhäusern und Ordinationen. Zunehmend stellt sich die Frage, an welcher Stelle künstliche Intelligenz medizinische Entscheidungen vorbereitet und wie sich dadurch die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten verändert.

Erst vor wenigen Tagen sorgte eine Microsoft-Studie für Aufsehen. Ein KI-System löste unter kontrollierten Testbedingungen besonders komplexe medizinische Fallbeispiele deutlich häufiger richtig als eine Gruppe erfahrener Ärzte. Auch wenn das Verfahren noch weit von einem Einsatz im Klinikalltag entfernt ist, zeigt die Entwicklung, wie schnell sich medizinische Diagnostik verändert.

Für die Universitäten entsteht damit eine neue Herausforderung. Neben Anatomie, Pharmakologie oder klinischer Praxis rückt zunehmend der kompetente Umgang mit KI-gestützten Diagnosesystemen in den Fokus. Künftige Ärztinnen und Ärzte werden medizinische Entscheidungen weiterhin verantworten. Gleichzeitig könnten sie in einigen Jahren deutlich mehr Befunde, Bilddaten oder Laborergebnisse mithilfe intelligenter Assistenzsysteme beurteilen als heutige Generationen. Wie sich dadurch Ausbildung und Berufsbild verändern, wird die Medizin in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen.

Die Ergebnisse des diesjährigen MedAT werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Für viele Teilnehmer entscheidet sich dann, ob der erste Schritt auf dem Weg zum Medizinstudium gelungen ist – und für andere beginnt vielleicht schon jetzt die Vorbereitung auf den nächsten Anlauf.

(PA/red)