Gartenbaumesse Tulln eröffnet florale Reise durch England

Die Internationale Gartenbaumesse Tulln hat am Donnerstag bei sommerlichem Wetter ihre Tore geöffnet. Bundesministerin Klaudia Tanner nahm in Vertretung von Bundeskanzler Christian Stocker an der Eröffnung teil. Der ÖVP-Landtagsabgeordnete Bernhard Heinreichsberger vertrat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Unter den Gästen befanden sich außerdem Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie aus Landwirtschaft und Gartenbau.

Bis Montag präsentieren rund 450 Aussteller auf dem 85.000 Quadratmeter großen Messegelände Pflanzen, Gartengestaltung und technische Lösungen für den Außenbereich. Das Spektrum reicht von Gehölzen, Stauden und Blumenzwiebeln über Gartengeräte, Bewässerung und Beleuchtung bis zu Pools, Wintergärten, Outdoormöbeln, Grillern und Photovoltaik.

Englische Gartenkunst aus 200.000 Blumen

Das Zentrum der Messe bildet die Leistungsschau österreichischer Gärtner und Floristen. Mehr als 200.000 Blumen verwandeln eine Halle in eine begehbare Schau unter dem Titel „Eine florale Reise durch Englands historische Gärten“. Dabei wird nicht ein einzelner Park nachgebaut. Die floralen Arbeiten greifen unterschiedliche Traditionen englischer Gartenkunst auf.

ORF-Moderatorin Nadja Mader führte durch die Eröffnung.

ORF-Moderatorin Nadja Mader führte durch die Eröffnung. An ihrer Seite: Ulrike Jezik-Osterbauer, Präsidentin des Bundesverbandes der Österreichischen Gärtner. | © Messe Tulln/Ben Leitner

Zu den Vorbildern zählt „Goddards Garden“ bei York. Der restaurierte Arts-and-Crafts-Garten gehörte zur ehemaligen Residenz der durch ihre Schokoladenproduktion bekannt gewordenen Familie Terry. Charakteristisch sind räumlich gegliederte Gartenzimmer und dicht bepflanzte Staudenbeete. Weitere Inszenierungen beziehen sich auf die Chelsea Flower Show, den RHS Garden Rosemoor in Devon und das Thema „Landart meets London“.

Die einzelnen Beiträge übersetzen historische Vorbilder in zeitgenössische florale Bilder. Neben der großen Zahl eingesetzter Blumen steht das handwerkliche Können der beteiligten Betriebe im Vordergrund. Mehrere der verantwortlichen Gestalter wirken seit vielen Jahren an der Tullner Blumenschau mit.

Bühne für den gärtnerischen Nachwuchs

Dass die Messe nicht nur Produkte und Schaugärten präsentiert, zeigte sich traditionell beim Eröffnungsakt. Drei junge Gärtnerinnen wurden für ihren Erfolg bei einem europäischen Berufswettbewerb ausgezeichnet. Das österreichische Team hatte sich beim 11. Europäischen Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner in Polen gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt.

Siegerinnen der 13. Europäischen Berufswettbewerb für junge Gärtner.

Gold für Österreich: Anika Hiermann, Alina Lichtenwallner und Marie-Theres Schwaiger erreichten beim 11. Europäischen Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner in Polen gemeinsam den ersten Platz. | © Messe Tulln/Ben Leitner

Bei dem Bewerb waren nicht nur botanisches Wissen und praktische Fertigkeiten gefragt. Auch sauberes und sicheres Arbeiten sowie die Zusammenarbeit im Team flossen in die Bewertung ein. In Tulln erhielten die drei Europameisterinnen Urkunden, Blumensträuße und symbolische Spaten. Ihre Ehrung fügte sich in den Schwerpunkt der Messe ein, junge Menschen für Berufe in Gartenbau, Gartengestaltung und Floristik zu gewinnen.

Dazu gehören auch öffentliche Trainings junger Gartengestalter. Auf der ORF-NÖ-Bühne in Halle 8 vermitteln Floristenshows, Vorträge und Fachgespräche Einblicke in das Handwerk. Experten und Expertinnen beantworten Fragen zur Gartenpflege und zum ökologischen Gärtnern.

Prämierte Produkte aus Niederösterreich

Einen weiteren Programmpunkt bildete die Präsentation ausgezeichneter bäuerlicher Erzeugnisse. Im Rahmen der niederösterreichischen Landesprämierung „Edler Tropfen 2026“ wurden Produzenten von Bränden und Likören vor den Vorhang geholt. Die von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich ausgerichtete Prämierung verbindet Produktbewertung mit der Vermarktung regionaler Spezialitäten. Auch das AMA-Gütesiegel war bei der Präsentation sichtbar vertreten.

Eröffnung der Gartenbaumesse Tulln Landesprämierung 2026

Andreas Leodolter aus Stössing gewann bei der NÖ Landesprämierung 2026 mit seinem Elsbeerbrand die Kategorie Wildobst. | © Messe Tulln/Ben Leitner

Schaugärten zwischen England und „Auenland“

Abseits der großen Blumenschau setzt die Gartenbaumesse auf mehrere begehbare Gartenwelten. Gärtner Starkl gestaltet in Halle 2 auf rund 1.200 Quadratmetern ein „Auenland“ mit sanften Hügeln, Wegen, Solitärgehölzen und einem fünf Meter hohen Blumenbonsai. Ebenfalls in Halle 2 orientiert sich die traditionelle Gemüseschau an den „Gardens by the Bay“ in Singapur.

Die Kittenberger Erlebnisgärten zeigen unter dem Titel „Garten für Generationen“, wie Außenräume an unterschiedliche Lebensphasen angepasst werden können. Naturpools und Schwimmteiche werden dabei mit Bepflanzung, Beleuchtung, Aufenthaltsbereichen und Rückzugsorten verbunden. Im Freigelände ergänzt ein rund 800 Quadratmeter großer Schaugarten mit Schauteich und Naturpool das Thema.

Die Internationale Gartenbaumesse Tulln ist bis Montag, 7. September 2026, geöffnet. Von Donnerstag bis Sonntag gelten Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr, am Montag von 9 bis 17 Uhr. Mit der Eintrittskarte kann während der Messetage auch die benachbarte ‘Die Garten Tulln’ besucht werden.

(PA/red)