Amazon-Rechnungen werden schon nach 14 Tagen fällig

Mehrere Bestellungen aufgeben und alles gemeinsam im nächsten Monat bezahlen: Diese Möglichkeit fällt für Amazon-Kunden in Österreich künftig weg. Der Onlinehändler beendet seine Monatsabrechnung und stellt betroffene Nutzer auf einzelne Rechnungen um. Wer regelmäßig bestellt, muss dadurch mehrere Zahlungstermine im Blick behalten.

Der Kauf auf Rechnung bleibt allerdings bestehen. Auch längere Zahlungsaufschübe verschwinden nicht aus dem Onlinehandel: Klarna bietet weiterhin „In 30 Tagen zahlen“ an, PayPal hat im Mai entsprechende Angebote nach Österreich gebracht. Entscheidend ist, wer die Zahlung aufschiebt, wie lange dafür Zeit bleibt und ob Kosten entstehen.

Bei Amazon wird jede Bestellung einzeln fällig

Bisher bündelte die Monatsabrechnung mehrere Einkäufe. Künftig werden Bestellungen einzeln abgerechnet, jeweils mit 14 Tagen Zahlungsfrist. Amazon informiert betroffene Kunden vor der Umstellung.

Wer beispielsweise dreimal innerhalb eines Monats bestellt, erhält damit mehrere Rechnungen statt einer gemeinsamen Abrechnung. Die Beträge werden zu unterschiedlichen Terminen fällig. Für die persönliche Haushaltsplanung zählt deshalb künftig das Zahlungsdatum jeder Rechnung.

Amazon begründet die Änderung mit neuen Verbraucherkreditregeln. Eine Anpassung der Monatsabrechnung hätte nach Darstellung des Unternehmens den Bezahlvorgang komplizierter gemacht.

Mehrere Amazon-Pakete liegen auf einem Förderband zwischen gelben Begrenzungen in einer Logistikanlage.

Mehrere Bestellungen, mehrere Zahlungstermine: Mit dem Ende der Monatsabrechnung werden Einkäufe bei Amazon einzeln abgerechnet. Symbolbild. | © Lena Mucha for Amazon News

Warum sich die Regeln ändern

Am 20. November 2026 tritt das österreichische Verbraucherkreditgesetz 2026 in Kraft. Es setzt neue EU-Vorgaben um und erfasst auch viele kleine oder zinsfreie Finanzierungen. Dass keine Zinsen anfallen, bedeutet künftig also nicht automatisch, dass ein Angebot außerhalb der Kreditregeln liegt.

Für den direkten Rechnungskauf gelten Ausnahmen. Große Onlinehändler können darunter fallen, wenn Kunden spätestens 14 Tage nach Lieferung vollständig bezahlen, der Zahlungsaufschub zins- und gebührenfrei bleibt und kein Dritter den Zahlungsanspruch übernimmt. Für kleinere Händler ist unter bestimmten Voraussetzungen eine längere Frist von bis zu 50 Tagen möglich.

Finanzierungen, die unter das Gesetz fallen, erfordern unter anderem Informationen vor Vertragsabschluss und eine Prüfung, ob Kunden voraussichtlich zurückzahlen können. Ein längeres Zahlungsziel wird dadurch nicht verboten.

Klarna behält seine 30-Tage-Option

Beim schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna wird „In 30 Tagen zahlen“ nicht wegen der neuen Regeln eingestellt. Dass die Option zuletzt bei einzelnen Shops vorübergehend fehlte, erklärt das Unternehmen mit einem internen Fehler. Dieser sei inzwischen behoben.

Klarna übernimmt als externer Anbieter die Zahlungsabwicklung beziehungsweise Finanzierung für Einkäufe bei anderen Händlern. Das unterscheidet sein Angebot vom direkten Rechnungskauf eines Shops. Nach eigenen Angaben führt das Unternehmen bereits Bonitätsprüfungen durch und informiert über Kosten und Bedingungen.

PayPal bietet Zahlungsaufschub und Raten

Mit der Einführung von „Bezahlung nach 30 Tagen“ und Ratenzahlung in Österreich hat PayPal sein Angebot im Mai erweitert. Bei der 30-Tage-Zahlung wird der gesamte Betrag später automatisch vom hinterlegten Bankkonto oder der Debitkarte abgebucht. Innerhalb dieser Frist ist das Angebot kostenlos; eine optionale Verlängerung kostet eine Gebühr.

Bei einer Ratenzahlung verteilt sich der Kaufpreis dagegen auf mehrere Monate. Dabei fallen grundsätzlich Zinsen an. Eine erfolgreiche Kreditwürdigkeitsprüfung ist Voraussetzung für beide Angebote.

Inzwischen besteht auch eine direkte Verbindung zu Amazon: Seit August wird PayPal Ratenzahlung auf Amazon.de und in der Amazon-App schrittweise für berechtigte Kunden in Österreich und Deutschland eingeführt. Für ausgewählte Produkte gibt es auch Finanzierungen mit null Prozent Zinsen. Die jeweils geltenden Konditionen werden bei der Auswahl angezeigt.

Zahlungsfrist und Gesamtkosten vergleichen

Für Kunden sind damit drei unterschiedliche Modelle auseinanderzuhalten: eine einzelne Rechnung, die bald vollständig bezahlt werden muss, ein längerer Zahlungsaufschub und eine Finanzierung in Monatsraten.

Bei einer Rechnung oder 30-Tage-Zahlung zählt vor allem, ob zum Fälligkeitstermin der gesamte Betrag verfügbar ist. Bei Raten entscheidet zusätzlich der Gesamtbetrag einschließlich Zinsen und Gebühren. Eine niedrige Monatsrate allein sagt wenig darüber aus, wie teuer der Einkauf am Ende wird.

Auch mehrere kleine Zahlungsaufschübe können gleichzeitig fällig werden. Wer bei verschiedenen Shops bestellt, muss deshalb die offenen Beträge zusammen betrachten – unabhängig davon, ob auf der Rechnung Amazon, Klarna oder PayPal steht.

(PA/red)