Das Lokal „Krah Krah“ am Rabensteig bei Nacht.© Jobst

Das „Krah Krah“ feiert 45 Jahre im Bermudadreieck

Am Rabensteig 8 feiert ein Bierbeisl, dessen Geschichte eng mit dem Wiener Nachtleben verbunden ist: Das „Krah Krah“ besteht seit mehr als 45 Jahren. Jenny Salchenegger und ihr Team nahmen das Jubiläum zum Anlass, mit Musik und kulinarischen Klassikern an die Anfangsjahre zu erinnern. Der Standort erzählt dabei ebenso viel über die Entwicklung der Wiener Gastronomie wie das Lokal selbst.

Ein Bierlokal als Auftakt

Am 15. Mai 1980 eröffnete Sepp Fischer das „Krah Krah“ in einem ehemaligen Textilhaus. Damals war die Gegend rund um Rabensteig, Seitenstettengasse und Judengasse noch vom Textilhandel geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten hier zahlreiche jüdische Kaufleute ihre Geschäfte betrieben. Mit dem neuen Bierlokal begann ein Wandel, der dem Viertel eine weitere Identität gab.

Noch im November 1980 eröffnete die Kaktus-Bar, im Mai 1981 folgte der Rote Engel. Weitere Beisln und Bars kamen hinzu. Auf kurzen Wegen entstand jene Konzentration von Lokalen, für die das Bermudadreieck bekannt wurde. Das „Krah Krah“ lag damit von Beginn an mitten in der neuen Ausgehgegend.

Schauplatz von mehr als 45 Jahren Wiener Beislgeschichte: Gastraum des „Krah Krah“.

Schauplatz von mehr als 45 Jahren Wiener Beislgeschichte. | © Jobst

Alte Gassen, neues Nachtleben

Das Bermudadreieck erstreckt sich vom Rabensteig über die Seitenstettengasse bis zur Judengasse und zum Ruprechtsplatz. Schwedenplatz und Donaukanal liegen unmittelbar daneben. Mit der Ruprechtskirche und dem 1826 eröffneten Stadttempel reicht die Geschichte des Grätzls weit über seine Karriere als Ausgehviertel hinaus.

Auch der Lokalname greift ältere Gastronomiegeschichte auf: Hier gab es bereits im frühen 19. Jahrhundert ein Gasthaus „Zu den drei Raben“. Daran erinnern die drei Raben im Emblem. Der Name Bermudadreieck wiederum wird mit der Erzählung verbunden, dass Nachtschwärmer zwischen den Lokalen für längere Zeit „verschwanden“.

Hausmannskost und Begegnungen

Heute wird das „Krah Krah“ als Familienbetrieb geführt. Eine breite Bierauswahl und bodenständige Küche bestimmen das Angebot. Zum Schweinsschnitzel mit Erdäpfelsalat kommen wechselnde Mittagsmenüs; geöffnet ist bereits ab 11 Uhr. Damit gehört zum Angebot des Gasthauses neben dem abendlichen Ausgehgetränken auch das Mittagessen.

Jenny Salchenegger und Peter Dobcak beim beim Jubiläumsabend im Krah Krah.

Inhaberin Jenny Salchenegger und Peter Dobcak, ehemaliger WKW-Gastronomieobmann. | © Jobst

Beim Jubiläumsabend traf Inhaberin Jenny Salchenegger unter anderem Peter Dobcak, den früheren Gastronomieobmann der Wirtschaftskammer Wien und heutigen Managing Partner bei Culinarius. Musik der 1980er-Jahre begleitete den Rückblick. Im Oktober wird mit DJ Rolph weitergefeiert. Im Mittelpunkt steht 80er-Jahre-Retrogeschichte, die zugleich ein Kapitel der Wiener Ausgehkultur ist.

(PA/red)