Wurstelpraterkultur wird immaterielles Kulturerbe

Die Wiener Wurstelpraterkultur ist seit 17. Oktober Teil des nationalen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes. Im Mittelpunkt stehen die Schaustellerinnen und Schausteller, ihr weitergegebenes Wissen und der Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern. Die Anerkennung fällt in das Jahr, in dem der Prater sein 260-jähriges Bestehen feiert.

Das Wissen der Familienbetriebe

Beantragt hatte die Aufnahme der Wiener Praterverband. Präsidentin Silvia Lang sieht darin eine Würdigung der Familienbetriebe, die ihre Erfahrungen von Generation zu Generation weitergeben. Ihre Arbeit prägt den Vergnügungsort ebenso wie die Fahrgeschäfte selbst.

„Der Wiener Wurstelprater ist ein unverwechselbares Wahrzeichen unserer Stadt. Die UNESCO-Anerkennung freut mich besonders, weil sie seine kulturelle Bedeutung sichtbar macht und im 260. Jubiläumsjahr ein starkes Zeichen für seinen Stellenwert in Wien setzt“, betont Bürgermeister Michael Ludwig.

Das österreichische Verzeichnis wird von der Österreichischen UNESCO-Kommission geführt und umfasst mit sechs Neuaufnahmen nun 188 Einträge. Gewürdigt werden lebendige Traditionen und Praktiken. Die Eintragung betrifft damit die Kultur des Praterbetriebs und seiner Gemeinschaft.

Ein Ausflugsziel über den Sommer hinaus

Seit Joseph II. das ehemalige kaiserliche Jagdrevier 1766 für die Bevölkerung öffnete, hat sich der Prater als Erholungsgebiet und Vergnügungsort entwickelt. Gastronomie, Fahrgeschäfte und Veranstaltungen geben heute unterschiedliche Anlässe für einen Besuch. Das Areal bleibt kostenlos zugänglich, auch für einen Spaziergang zwischen den Attraktionen.

Das Autodrom am Riesenradplatz hat auch im Winter geöffnet.

Das Autodrom am Riesenradplatz hat auch im Winter geöffnet. | © Julius Silver

Touristisch reicht das Angebot über die klassische Sommersaison von Mitte März bis Ende Oktober hinaus. Auf der benachbarten Kaiserwiese lief die Kaiser Wiesn heuer bis 11. Oktober. Solche Veranstaltungen ergänzen den Ausflugsbetrieb um eigene Besuchsanlässe und machen das Praterumfeld auch außerhalb der warmen Monate zum Ziel.

Wintermarkt bis in den Jänner

Als nächster größerer Termin folgt der Wintermarkt am Riesenradplatz vom 20. November bis 6. Jänner 2027. Angekündigt sind Konzerte von Pop und Rock bis Soul, ein Perchtenlauf und ein Silvesterprogramm. Zum Auftakt spielen Sam Brisbe & Friends; regulär finden die Konzerte von Mittwoch bis Sonntag statt. Der Eintritt ist frei.

Stimmungsfoto Wintermarkt im Prater

Eingang zum Wintermarkt im Prater. | © Julius Silver / wintermarkt.at

Für die Betriebe entstehen dadurch zusätzliche Gelegenheiten, Publikum anzusprechen; für Wien ergänzt der Prater das winterliche Angebot um einen Veranstaltungsort mit Gastronomie und Fahrgeschäften.

Damit reicht das Veranstaltungsjahr über Weihnachten hinaus. Ausgewählte Attraktionen bleiben im Winter geöffnet, weitere fahren wetterabhängig. Nach dem Ende des Wintermarkts liegen nur gut zwei Monate bis zum Beginn der nächsten Sommersaison Mitte März.

(PA/red)