
Die Amadeus Awards bestätigen klingende Namen
Die 26. Amadeus Austrian Music Awards versammelten am Freitagabend die österreichische Musikbranche in der Wiener Marx Halle. Ausgezeichnet wurden insgesamt 14 Kategorien – von Pop und Hip-Hop bis Schlager und Songwriting. Während einige neue Stimmen erstmals ausgezeichnet wurden, zeigte sich in vielen Kategorien ein vertrautes Bild: Zahlreiche Preise gingen an Künstler, die bereits seit Jahren zu den prägenden Namen der heimischen Charts zählen.

Die Amadeus Austrian Music Awards 2026 Gewinner | © ORF/Thomas Jantzen.
Seriensieger prägen das Bild
Zu den auffälligsten Gewinnern gehörte erneut der Rapper RAF Camora, der seine Serie in der Hip-Hop-Kategorie fortsetzen konnte. Auch Schlagerstar Melissa Naschenweng setzte ihre Erfolgsreihe fort und gewann erneut in ihrer Sparte.

Schlager/Volksmusik-Star Melissa Naschenweng. | © ORF
Das Duo Seiler und Speer sicherte sich gleich zwei Auszeichnungen – unter anderem als Pop/Rock-Act sowie für seine Live-Shows. Den Preis für das Album des Jahres erhielt die Band folkshilfe für ihr fünftes Studioalbum „bunt“. Auch beim Ö3 Song des Jahres blieb es bei bekannten Gesichtern: Pizzera & Jaus wurden für ihren Hit „Zweifelturm“ ausgezeichnet.

Die Kategorie Hip Hop/Urban gewinnt RAF Camora. | © ORF
Bühne für neue Stimmen
Neben etablierten Acts rückten auch einige jüngere Künstler ins Rampenlicht. Die Rapperin Nenda erhielt den FM4 Award und gehört zu einer Generation von Musikerinnen, die in den letzten Jahren verstärkt in der österreichischen Szene sichtbar geworden sind.

Der FM4 Award ging an NENDA. | © ORF
Songwriterin Caro Fux wurde für ihren Titel „Aff im Kopf“ als Songwriterin des Jahres ausgezeichnet und zählt zu den neuen Namen auf der Amadeus-Bühne. | © ORF/Thomas Jantzen
Lebenswerk für Austropop-Legende
Einen besonderen Moment der Gala bildete die Ehrung für das Lebenswerk. Diese Auszeichnung ging an Peter Cornelius, der seit Jahrzehnten zu den prägenden Figuren des Austropop zählt. Der Sänger und Gitarrist zeigte sich bei der Preisverleihung gewohnt bescheiden und verwies darauf, dass er weiterhin aktiv auf Tour sei und neue Musik veröffentliche.

Lebenswerk-Auszeichnung für Peter Cornelius. | © ORF
Branchentreffen der Musikindustrie
Die Amadeus Awards gelten seit ihrer Einführung im Jahr 2000 als wichtigster Musikpreis Österreichs und werden von der österreichischen Musikindustrie rund um IFPI Austria organisiert. Nachstehend eine Videoreportage (YouTube-Link) von der Veranstaltung aus dem Jahr 2000 produziert von keymedia Wien.
Neben der Preisverleihung selbst hat sich die Gala längst zu einem jährlichen Treffpunkt der Branche entwickelt. Labels, Veranstalter, Medien und Künstler nutzen den Abend als Netzwerkplattform – und als Schaufenster für die Vielfalt der österreichischen Popmusik.
Kontinuität als Markenzeichen
Dass viele Preise regelmäßig an bekannte Namen gehen, überrascht dabei wenig. Die Nominierungen orientieren sich stark an Charts, Streamingzahlen und Radiopräsenz – Faktoren, die naturgemäß jene Acts begünstigen, die bereits ein großes Publikum erreichen.

Live-Act des Jahres – Seiler und Speer. | © ORF
Gleichzeitig versuchen die Amadeus Awards jedes Jahr, auch neue Künstler sichtbar zu machen. Die Mischung aus etablierten Stars und neuen Stimmen gehört daher seit Jahren zum festen Konzept der Veranstaltung.

Album des Jahres präsentiert von Coca-Cola – „bunt”, folkshilfe. | © ORF
Moderation zwischen Popkultur und Show
Durch den Abend führte wieder Tom Neuwirth, der als Conchita Wurst Weltekanntheit erlangte. Und mittlerweile regelmäßig große Musikveranstaltungen moderiert – auch wenn er beim ESC erstmal ein bisschen Pause macht. Zwischen Glamour, Humor und Bühnenroutine sorgte Neuwirth für den roten Faden durch die Gala.

Moderator Tom Neuwirth. | © ORF
Eitle Wonne am Red Carpet
Am Ende zeigte der Abend ein vertrautes Gesicht – nicht nur eines – viele vertraute Gesichter: Österreichs Musikszene feiert ihre erfolgreichsten Acts im Jahres-Turnus und bestätigt jene klingenden Namen, die den heimischen Popmarkt seit Jahren prägen. Dass dabei auch neue Künstler wie etwa Cosmo – der “Erstklassler” beim Musiker-Klassentreffen in der Marx Halle – eine Chance erhalten, im Amadeus-Club auf längere Zeit eine gewichtige Rolle zu spielen, versteht sich von selbst.
(red)

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