Österreichs Tourismus profitiert als sichere Nahdestination

Mit stabiler Nachfrage, kurzfristigen Buchungstrends und einer anhaltend hohen Reiselust in Europa blickt Österreichs Tourismus optimistisch auf die kommenden Monate. Bei der Präsentation der aktuellen Sommerpotenzialstudie der Österreich Werbung gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich verwiesen Astrid Steharnig-Staudinger und Susanne Kraus-Winkler auf die Vorteile Österreichs als sichere und gut erreichbare Destination.

Nach den ersten fünf Monaten der Wintersaison 2025/26 liegt Österreich derzeit bei 66,4 Millionen Nächtigungen und damit um 3,6 Prozent über dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigt die neue Sommerpotenzialstudie der Österreich Werbung, dass die Reiselust trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten hoch bleibt. Für die Erhebung wurden 10.000 Personen in zehn europäischen Kernmärkten zu ihren Reiseplänen befragt.

Kurzfristige Entscheidungen nehmen zu

Besonders auffällig bleibt das veränderte Buchungsverhalten. Laut Studie hatten zwischen 50 und 70 Prozent der Befragten ihren Urlaub zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht oder nur teilweise gebucht. Rund 43 Prozent entscheiden sich sogar erst im letzten Monat vor Reiseantritt.

Astrid Steharnig-Staudinger und Susanne Kraus-Winkler beim Pressegespräch zur Sommerpotenzialstudie 2026

Astrid Steharnig-Staudinger und Susanne Kraus-Winkler präsentierten aktuelle Entwicklungen und Trends im österreichischen Tourismus. | © Österreich Werbung/Rainer Fehringer

Für Österreich könnte dieses kurzfristigere Reiseverhalten zum Vorteil werden. Die gute Erreichbarkeit, politische Stabilität und das breite touristische Angebot würden dem Land in einem zunehmend volatilen Umfeld zugutekommen. Gleichzeitig konzentrieren sich viele Reisende stärker auf eine Hauptreise pro Jahr.

Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, sprach bei der Präsentation von einem klaren Fokus auf jene Zielgruppen, die bewusst und qualitätsorientiert reisen. Österreich müsse nicht alles anbieten, sondern das Richtige besonders gut machen.

Bis zu 24 Millionen Gäste als Potenzial

Die Studie sieht insgesamt bis zu 24 Millionen potenzielle Gäste aus den untersuchten Märkten. 13 Millionen Menschen planen demnach bereits konkret einen Aufenthalt in Österreich, weitere elf Millionen gelten als wahrscheinliche Urlauberinnen und Urlauber.

Auch Großereignisse spielen laut Österreich Werbung zunehmend eine Rolle. Der Eurovision Song Contest habe Österreich in vielen europäischen Märkten noch sichtbarer gemacht. Laut Studie zeigen rund 36 Millionen Menschen dadurch ein stärkeres Interesse an Österreich als Reiseziel. Kultur und Musik bleiben damit wichtige Faktoren im internationalen Wettbewerb.

Betriebe bleiben unter Kostendruck

Trotz positiver Nachfrageentwicklung verwies Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, auf die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Betriebe. Steigende Kosten und ein schwieriges Marktumfeld würden weiterhin hohe Flexibilität verlangen.

Der österreichische Tourismus profitiert derzeit davon, dass viele Reisende innerhalb Europas bleiben und sichere, gut erreichbare Destinationen bevorzugen. Während Fernreisen teilweise an Attraktivität verlieren, stärkt dies Österreichs Position im europäischen Wettbewerb. Die Sommerpotenzialstudie 2026 deutet damit trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten auf stabile Perspektiven für die kommenden Monate hin.

(PA/red)